Heimatmuseum Vilsbiburg   ∙   Kröninger Hafnermuseum

06/07/21

Es ist angerichtet

Nahrungsmittel und Küchengerätschaften in der Jungsteinzeit
So wenig Küchenutensilien besaßen einfache Leute um 1729

„Mahlzeit! in Vilsbiburg ...“ Es ist angerichtet.

Museum und Sonderausstellung freuen sich auf viele Besucher

 

Noch immer wartet die Sonderausstellung im Heimatmuseum Vilsbiburg zum Thema „Essen“ auf zahlreichen Besuch. Wegen der Coronasituation im Landkreis war das Museum die letzten Monate geschlossen, nun kann das Museum und damit auch die Sonderschau „Mahlzeit! in Vilsbiburg – eine Zeitreise“ endlich wieder besichtigt werden.

 

Bald, bald können wir wieder planen wegzufahren, Urlaub zu machen, fremde Länder zu bereisen – und deren Küchen auszuprobieren! Irgendwie schmecken Pizza, Pasta oder Paella vor Ort doch ganz anders als zuhause. Das liegt nicht zuletzt an einer oft anderen Esskultur, anderen Esszeiten und anderen Essgewohnheiten.

Essen – und Trinken – sind nirgends nur „Nahrungsaufnahme“, sondern sie zeigen stets auch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Aspekte einer Gesellschaft, aber auch einer Epoche auf.

 

Essen – ein Spiegel der Gesellschaft

 

So ist die Sonderausstellung des Heimatmuseums zum Thema „Essen“ auch viel mehr als eine launige Zusammenstellung von Kochgeräten, Keramik, Getreidesorten oder Kochbüchern. Sie zeigt stattdessen viele Facetten früherer, aber auch heutiger Essgewohnheiten auf. Was kam bzw. kommt auf den Tisch? Wie wird gekocht und gegessen? Was, wenn es von allem zu wenig gab oder gibt? Krieg und Katastrophen – wie beeinflussen sie unsere Mahlzeiten?

Zu entdecken gibt es in der Sonderschau gänzlich unterschiedliche Einstellungen früherer Zeiten zum Essen, besonders im Vergleich mit unserer Überflussgesellschaft. Manches davon ist vielleicht auch heute wieder überlegenswert, z.B. eine größere Wertschätzung für die einzelnen Lebensmittel, manches aber, wie unsere bequeme und hygienische Haltbarmachung und Lagerung von Nahrungsmitteln sind durchaus ein Segen, den wir nicht missen möchten.

Vieles hat sich im Vergleich von früher zu heute beim Essen verändert:

Die Art der Nahrungsproduktion, Aufbewahrung und Zubereitung der Nahrungsmittel, technische Hilfsmittel, aber auch unsere Einstellung zum Essen, Tischsitten oder die soziale Bedeutung der gemeinsamen Mahlzeiten und vieles mehr.

Religiöse Vorschriften zum Essen beispielsweise waren bis ins letzte Jahrhundert noch viel bedeutsamer als heute, Fasten und Feiern waren oft geprägt von religiösen Vorgaben und Vorschriften. Heutige Diäten und Hungerkuren dienen dagegen häufig eher medizinischen oder ästhetischen Wohlfühlprogrammen, noch bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts waren sie jedoch oft der Not geschuldeter Alltag für viele Menschen.

 

„Völlerei“ war eine Sünde – betrieben wurde sie trotzdem

 

Das soll nun nicht heißen, dass diejenigen, die es sich leisten konnten, nicht auch aßen und tranken, „was das Zeug hielt“... Essen und Trinken waren in hohem Maß sozial und wirtschaftlich geprägt. Nicht nur, was gegessen wurde, Fleisch oder Gemüse, Haferbrei oder weißes Brot, sondern auch wie viel, die Art der Zubereitung, zu welchen Gelegenheiten und wo gespeist wurde, war abhängig vom sozialen Status und natürlich den wirtschaftlichen Möglichkeiten. So berichtet der mittelalterliche Chronist Arnold von Lübeck anlässlich der Hochzeit Heinrichs IV, des Sohnes von Kaiser Friedrich Barbarossa: „Dort wurde der Wein ... ohne Maaß nach eines jeden Belieben und so viel man vertragen konnte genossen ...“, und auch von der Landshuter Hochzeit anno 1475 wird aufgelistet, dass neben vielem anderen allein 323 Ochsen und 40000 Hühner ihren Weg in die Mägen der hungrigen Gäste fanden.

Die Arten der Zubereitung haben sich im Lauf der Zeit ebenfalls verändert. Wer es sich leisten konnte, kochte mit „exotischen“ Gewürzen, wie Zimt oder Safran, nahm Rohrzucker statt Honig und aß Weizenbrot. Auch hier also zeigen sich sehr deutlich die sozialen Unterschiede des Essens, genauso wie die wirtschaftliche Möglichkeiten der einzelnen Bevölkerungsgruppen. Aber auch persönliche Vorlieben lassen sich ausmachen an dem, was auf den Tisch kam, Kochbücher und Rezeptsammlungen, ebenfalls in der Ausstellung zu sehen, zeigen dies anschaulich.

Wer sich also jetzt im Sommer noch vor dem geplanten abendlichen Grillen den Appetit anregen lassen will durch interessante, überraschende und kurzweilige Informationen rund ums Thema „Essen“, dem sei die Sonderausstellung im Heimatmuseum Vilsbiburg nicht nur ans Herz gelegt.

 

Aufgrund der derzeitigen Coronasituation kann die Ausstellung zu den üblichen Öffnungszeiten ohne Voranmeldung besucht werden. Es sind dies: mittwochs 14-16 Uhr, sonntags 10-12 Uhr

Am ersten Samstag und Sonntag des Monats gibt es zusätzlich die Möglichkeit, auch von 14–16 Uhr das Museum zu besichtigen. Die üblichen AHA-Regeln sind zu beachten.

Weitere Auskünfte erhalten sie unter www.museum-vilsbiburg.de oder bei der Leiterin des Museums

A. Janßen-Keilholz, Tel. 08741-305170

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