Besuch bei der alten Dame

Am Sonntag, 13. September 2026 findet wieder der bundesweit organisierte „Tag des Offenen Denkmals“ statt – auch in Vilsbiburg.
Die Dame, um die es hier geht, ist erwiesener Maßen älter als sie bisher verraten hat. Das bestätigt der Kreisarchäologe Thomas Richter. „Bisher ging man davon aus, dass der Ort Vilsbiburg etwa um 1260/70 gegründet wurde. Neueste Grabungen zeigen nun aber, dass schon 1211 eine Stadtbefestigung existierte, die Stadt also deutlich älter sein muss und ihre Gründung schon vor dieser Zeit angesetzt werden kann.“
Eine verlässliche Gründungsurkunde für die Stadt existiert nicht, so ist man auf Indizien angewiesen, vor allem aus Grabungen – und die zeigen nun, dass der Ort schon im 12. Jahrhundert am wichtigen Flussübergang zwischen Landshut und Burghausen entstanden sein muss.
Am „Tag des Offenen Denkmals“ ist jetzt eine gute Gelegenheit, die Dame ein wenig genauer nach ihrem Lebenslauf zu befragen.
Denkmalpflege in Deutschland
Mit Millionen von Besuchern gilt der „Tag des Offenen Denkmals“ als größte Kulturveranstaltung Deutschlands.
Unter dem zugegeben etwas sperrigen Motto „Tag des Offenen Denkmals -NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ schafft die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit diesem Tag große Aufmerksamkeit für die Denkmalpflege in Deutschland. Vor Ort gestaltet wird der Tag von unzähligen Veranstaltern – von Denkmaleigentümern, Vereinen und Initiativen bis hin zu hauptamtlichen Denkmalpflegern.
Das Heimatmuseum Vilsbiburg hat (nicht nur) für diesen Tag den Besuchern viel zu bieten: Durch die geplanten Bauarbeiten im hinteren Bereich des Ensembles sowie einigen angrenzenden Grundstücken hatten die Kreisarchäologen aus Landshut die seltene Chance, im Innenstadtbereich einer mittelalterlichen Siedlung zu graben – und dabei tief in die Stadtgeschichte einzutauchen.
Als Beitrag zum „Tag des Offenen Denkmals“ können die Fundobjekte im Museum betrachtet werden. Zur noch besseren Einordnung sowie zum Stand der Grabungen wird der Grabungsleiter, Kreisarchäologe Thomas Richter in zwei Vorträgen jeweils um 14 Uhr und um 15 Uhr weitere Erläuterungen geben. Die Veranstaltung wird im Spitalgarten stattfinden und bei schlechtem Wetter in die Erdgeschossräume des Museums umziehen.
Darüber hinaus gibt es noch Weiteres zu entdecken: Da ist vor allem das mittelalterliche Spitalensemble, das neben dem Stadtturm den baulichen Abschluss des historischen Stadtplatzes bildet. Das 1476 von Caspar Westendorfer gestiftete Heilig-Geist-Spital, die Spitalkirche und der dazugehörige Garten beherbergen einen Teil des Heimatmuseums Vilsbiburg mit seiner reichen Sammlung zur Stadtentwicklung und der
Kröninger Hafnereigeschichte. Interessierten Besuchern wird ebenfalls eine Führung in der Spitalkirche jeweils um 10 und um 14 Uhr geboten.
Und wie häufig bei älteren Damen üblich, gibt es bei Kaffee und Kuchen vielfältige Möglichkeiten weiter ins Gespräch zu kommen.
Das Haus ist am „Tag des Offenen Denkmals“ von 10 bis 16 Uhr durchgehend geöffnet, der Eintritt ist kostenlos.