Das Leben der Katharina Daum auf einem Grabmal
in der St. Jodokkirche
Gleich beim südlichen Eingang zur Pfarrkirche Sankt Jodok in Landshut, am Pfeiler, befindet sich das schöne Renaissance-Grabdenkmal der 1544 verstorbenen Katharina Daum. Sie war eine reiche Braunauer Bürgerstochter. Vier Ehegatten hatte sie gehabt, drei im Ritterstande. Sie blieb ohne Nachkommen; das überschuldete Erbe traten ihre besten Freunde an.
Das Grabmal liest sich wie „Memoiren in Stein gemeißelt“. Sie beziehen sich nicht auf die adelige Ahnenprobe der Vorfahren und der eigenen Erfolgsgeschichte wie bei so vielen Grabsteinen. Hier geht es um Leben der Katharina Daum, in Stein gemeißelt: Ein Inschriftenteil, die Abstammung, die vier Ehegatten und in Medaillons die Stifter des Grabsteines, Stephan Trainer und seine Gattin Ursula Leitgeb.
Wurde bewusst das Portrait der Katharina Daum als Medaillon im oberen Volutenaufsatz vom Bildhauer gesetzt?
Es ist eine gute Arbeit die hier der Landshuter Steinmetz Sigmund Taubenpeck gemacht hat. Ein schönes Grabmal in St. Jodok, das einen Besuch wert ist.
Peter Käser
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Pfarrer von Sankt Jodok in Landshut und Rat des Herzog
Generalvikar, Offizial der Salzburger Kirche
Vilsbiburger Spitalstifter
Die Westendorfer werden in Vilsbiburg, in Landshut, Au bei Bad Aibling, Pondorf und Saulburg bei Straubing, in Straubing selbst und in Viechtach genannt. Westendorf bei Augsburg/Aichach führt im Wappen den schwarzen Westendorfer-Wappenring.In der Bayerischen Staatsbibliothek zeigen die Landtafeln von 1565 als Vertreter des Prälatenstandes (Klöster, Pröpste und Stifte) der Städte, Märkte und ehemaligen Grafschaften, die im Herzogtum Bayern aufgegangen waren, auch das Wappenschild der Westendorfer mit dem schwarzen Ring im silbernem Schild und dem darüber stehenden Namen – Westendorfer.
– Stiftete die Witwe Dorothea Westendorfer, die Mutter des Pfarrers von Sankt Jodok in Landshut, Caspar Westendorfer, am 1. April 1456 eine Messe auf den Johannesaltar in die Pfarrkirche Vilsbiburg und ebenso auf den Georgsaltar in der Sankt Katharinenkirche, der Vilsbiburger Spitalkirche neben dem oberen Stadttor, die so genannte »Westendorfermesse«, so machte ihr Sohn Caspar im Jahr 1476 eine großartige Stiftung, mit der Fundation des Spitales (= Bürgerheim/Altenheim) zum Heiligen Geist innerhalb des Marktes, neben dem oberen Stadtturm in Vilsbiburg, in dem sich heute ein Teil des Vilsbiburger Heimatmuseums befindet.
– Pfarrer Caspar Westendorfers Mutter Dorothea ist eine geborene Rogler, was aus der Stiftungsurkunde der Vilsbiburger Westendorfermesse vom 1. April 1456 hervorgeht.
– Immatrikuliert in Wien: Caspar Westendorfer hat die Universität in Wien besucht. Am 13. Oktober 1435 lässt er sich als Student einschreiben. Der Titel »Meister« und »Lizentiat«, sowie sein Sitz im herzoglichen Hofgericht deuten auf eine akademische Ausbildung im Kirchenrecht hin.
– Bevor sich Westendorfer im Umkreis des Landshuter Herzogs aufhält, wird er zu den Spitzenmännern des Salzburger Erzbischofs gezählt. Er ist Generalvikar, Offizial, Assessor des Konsistoriums zu Salzburg und geistlicher Notar. Von ca. 1470 bis 1477 ist der Pfarrer von Sankt Jodok Caspar Westendorfer, als Beisitzer am herzoglichen Hofgericht und im Rat des Landshuter Herzogs bezeugt.
– Die Urkunden des Pfarrarchivs von St. Jodok in Landshut sind für die Forschungen zu Caspar Westendorfer sehr aufschlussreich. Hier finden sich auch noch einige Urkunden des Thoman Westendorfer, dem Vater von Caspar Westendorfer. Teils sind an den alten Pergamenturkunden noch Wachssiegel angebracht. In einer am 28. Februar 1471 ausgestellten Urkunde ist er genannt als „…Würdigen und Hochgelehrten Herrn Maister Caspaer Westendorffer, Pfarrer bei St. Jobst in Landshut, Stifter und Lehensherr Kaiser Heinrichs- und St. Kunigundenaltars seiner Kirche.“
– Caspar Westendorfer schreibt am St. Andreastag (25. November) 1477 sein Testament, ein weiteres am St. Katharinentag 1477.
– Im Verkaufsbrief für den „Kirchherrn zu St. Jobst in Landshut und sein neu gestiftetes Spital in Vilsbiburg, Meister Caspar Westendorfer“ vom 9. April 1480, wird er mit diesem Datum das letzte Mal in den Urkunden genannt: – Über seine Grabstätte kann nur spekuliert werden. Während seines fruchtbaren Wirkens stiftete Caspar Westendorfer nicht nur das Heilig Geist-Spital in Vilsbiburg, sondern auch zwei Benefizien in die Kirche St. Jodok von Landshut.
Der Magister und Lizentiat Pfarrer Caspar Westendorfer war ein geborener Vilsbiburger. Er war das letzte Glied der Vilsbiburger Familienlinie. Letztendlich haben die Westendorfer bei allen ihren Stiftungswerken unverwechselbar ihr Wappen in Form eines Ringes hinterlassen, so auch im Gewölbe der Pfarrkirche Sankt Jodok in Landshut.
Peter Käser
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Magister Caspar Westendorfer, Pfarrer von St. Jodok.
Sicherlich stand auch der herzogliche Rat und Pfarrer von St. Jodok Caspar Westendorfer in Konzelebration mit dem Metropoliten der bayerischen Bistümer, Erzbischof Bernhard von Salzburg, den Bischöfen von Chiemsee, Bamberg, Eichstätt, Augsburg, Freising, Passau und dem Landshuter Stadtpfarrer von St. Martin Ludwig Pfragner vor dem edlen Brautpaar Herzog Georg von Niederbayern/Landshut und Hedwig, der Tochter des Polenkönigs Kasimir IV, welche in St. Martin am Dienstag den 14. November 1475 den ehelichen Segen erhielten.
Der gebürtige Vilsbiburger Caspar Westendorfer ist als Stifter des Spitales zum Hl. Geist in Vilsbiburg, als Pfarrer von St. Jodok, Stifter zweier Benefizien mit Altären in der St. Jodokkirche, und als herzoglicher Rat und Mitglied des herzoglichen Hofgerichts von Landshut, in die Geschichte eingegangen.
Die „Reporter“ seinerzeit: Veit Arnpeck, Hanns Seybolt und Hanns Oring haben die Hochzeit für die Nachwelt überliefert. Von den beiden Geistlichen in Landshut, Dekan und Pfarrer von St. Martin Ludwig Pfragner und Pfarrer, Magister Caspar Westendorfer, findet sich in den Niederschriften nichts.
Die sog. „Landshuter Fürstenhochzeit“ konnte Caspar Westendorfer als herzoglicher Rat, Mitglied des herzoglichen Hofgerichts und Pfarrer von St. Jodok, sicherlich im Original gut miterleben.
Peter Käser
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Das Grabmal des Westendorfer Benefiziaten Leonhard Wagenhaymer, bei der St. Jodokkirche von Landshut.
An der äußeren Kirchenmauer von St. Jodok, links neben dem Südportal, ist eine Grabplatte die dem 1481 verstorbenen „Westendorfer Benefiziaten“ Leonhard Wagenhaymer gewidmet ist, der auf dem St. Michael Altar in der Vilsbiburger Spitalkirche Messleser war.
Nur die Verbindung als Kaplan und Benefiziat der Vilsbiburger Westendorfermessen und seinem Auftraggeber Pfarrer Caspar Westendorfer lassen den Schluss zu, dass Wagenhaymer deswegen auch bei der Sankt Jodokkirche seine letzte Ruhestätte als „würdige Gottesgab“ finden konnte.
Neben dem Priester Leonhard Wagenhaymer wird auch der Magister, Licentiat und Rat am Landshuter Hofgericht des Herzogs, Caspar Westendorfer, Pfarrer von St. Jodok in Landshut (ca. 1459 bis 1480) einer nähren Untersuchung zugeführt.
Westendorfer stiftete nach St. Jodok 1470 eine „Kaiser Heinrich- und Kunigundenmesse“, 1474 eine „Aller Heiligen-Messe“. Dann stiftete er 1476 das Heilig Geist-Spital neben dem Stadtturm in Vilsbiburg (heute Heimatmuseum). 1480 hört man zum letzten Mal etwas von Caspar Westendorfer. Sein Grabmal in der St. Jodokkirche ist umstritten, und dennoch hatte sich Westendorfer immer mit seinem Wappen, einem schwarzen Ring im weißen Feld zu Erkennen gegeben.
Peter Käser
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von Niederbayern-Landshut (1393-1503)
Die Zeit der Reichen Herzöge von Niederbayern-Landshut umspannt der Zeitraum, vom Tode Herzog Friedrichs vom Jahr 1393 an, über Heinrich XVI. (1393-1450), Ludwig IX. (1450-1479) und Herzog Georg (1479-1503).
Die 11 Jahrzehnte der „Reichen Herzöge“ wurden begleitet von einer hochintelligenten Geistlichkeit, welche auch teils dem
herzoglichen Ratsgremium angehörte.
] Caspar Ebenhauser, Propst des Klosters Baumburg
] Caspar Westendorfer, Pfarrer von St. Jodok
] Ulrich Rogler, oberster Kaplan auf der Landshuter Burg
] Benedikt Egck, Abt des Klosters Mondsee
] Johannes Tegernbeck, Abt von St. Emmeram
] Sebastian Häfele, Abt des Klosters Ebersberg
Es ist offensichtlich, der Herzog brauchte gelehrte und erfahrene Männer um sich herum, deren Rat und Gutachten er in seinen Regierungsgeschäften achtete, – vor allem aber auch für die Ordnung der kirchlichen Angelegenheiten des Landes.
Der Vorteil der geistlichen Berater war, sie mussten nicht von der herzoglichen Hofkammer besoldet werden, denn sie lebten von ihren geistlichen Pfründen.
Peter Käser
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Pangraz Hoholtinger erhängte sich 1475 bei der
»Landshuter Fürstenhochzeit«
Der Markgrafenschreiber Hans Oringen war einen Tag vor der Trauung des Herzogensohnes Georg mit der polnischen Prinzessin Hedwig, am Montag den 13. November 1475 in Landshut eingetroffen.
Einige Tage nach der »Fürstenhochzeit« ist Oringen noch in Landshut anwesend, und schreibt den Selbstmord des herzoglichen Kastners Pangraz Hoholtinger, welcher sich durch erhängen das Leben genommen hat, mit „journalistischem“ Interesse nieder. Er war unmittelbarer Zeuge und hat auch den Leichnam gesehen. So weiß er zu berichten, dass der Leichnam, nachdem Oringen am „Tatort“ angekommen war, noch warm war. Also war Oringen, alsbald nach der Tat am Ort des Geschehens, und auch noch als der Erhängte abgenommen wurde.
Sicherlich war es ein großer Schock für die dem Adeligen Pangraz Hoholtinger nahe stehender Gesellschaft, hatte sich doch der junge herzogliche Beamte an einem Baum erhängt, beim Münchner Tor, am Eingang zur Landshuter Stadt.
Wenn der Selbstmord des Pangraz Hoholtinger nun schon über 500 Jahre her ist und auch noch einige Fragen zum Suizid und zum Verstorbenen selbst offen sind, so sind die Nachforschungen von Thomas Alexander Bauer und seiner Dissertation vom Jahr 2008 zu den Quellentexten der Landshuter Fürstenhochzeit 1475, »Feiern unter den Augen der Chronisten«, eine enorme Bereicherung zur unmittelbaren Auswertung der Vorkommnisse um das historische Geschehen.
Peter Käser
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990/1000: Die Grenzbeschreibung des Bistums Freising
990/1000: Die Grenzbeschreibung der Pfarrei Hohenegglkofen
1157: Die Grenzbereinigung des Bistums Freising
Lange Zeit, bevor 1180 die Wittelsbacher Herzöge das Land Bayern als Lehen erhalten haben, und bevor diese 1204 angefangen haben, Landshut als Stadt auf- und auszubauen, existiert von 990/1000 eine östliche Grenzbeschreibung des Bistums Freising und im gleichen Zeitraum auch eine Beschreibung der (Ur-)Pfarrei Hohenegglkofen.
Vor der Grenzbereinigung des Jahres 1157 war die Freisinger Bistumsgrenze südlich der Isar. Die Bistumsgrenze war die Hochstrasse, oder alte Römerstrasse, die zwischen Bruckberg und Altdorf, südlich der Isar verlief. Landshut und Geisenhausen waren vor 1157 im Bistum Regensburg.
– den Schweinbach entlang zur Isar und über die Isar zur Hochtrasse
– Freisinger Bistumsgrenze 990/1000
Bei der Grenzbereinigung 1157 wurde die Freisinger Bistumsgrenze an die Isar gezogen. Der Teil südlich der Isar kam zum Bistum Regensburg. Freising wurde entschädigt mit dem Regensburger Gebiet bei Geisenhausen, Johannes-/Stephansbergham und Diemannskirchen.
Seit 1157 ist die Isar bei Landshut Diözesangrenze, wodurch sich die spätere Stadt bis auf den heutigen Tag auf die zwei Diözesen Freising und Regensburg verteilt.
Peter Käser
bei der Kirche Sankt Jodok in Landshut
Das bayerische Adelsgeschlecht deren von Feury ist bis in die heutige Zeit noch präsent. Mancher erinnert sich noch an den bayerischen Bauernverbandspräsidenten Baron Otto von Feury, welcher 1998 auf dem Gutshof in Thaling bei Ebersberg verstorben ist. Seine Ahnen waren in höchsten Ämtern. Auch in Landshut besaßen die Feury´s einige Häuser. Sie heirateten in die Landshuter Bürgermeisterfamilie der Wämpl ein.
Beim südlichen Portaleingang zur Landshuter Pfarrkirche Sankt Jodok, befindet sich ein Marmorgrabmal, welches an den 1766 verstorbenen Regierungsrat von Landshut Johann Felix Cajetan Ferdinand Freiherr von Feury erinnert. Aber auch an der Außenwand der Stadtpfarrkirche St. Martin befand sich ein Feury-Grabmal, das heute in der Kanonikergruft eingelagert ist.
In der alten Seelenkapelle (Gruft) bei der Pfarrkirche Bonbruck (Gde. Bodenkirchen), befinden sich einige Feury-Epitaphe.
In der Untersuchung werden Namen, Sitze und Hofmarken deren von Feury genannt.
Aber es ist eben nur eine Teil-Untersuchung, des in Familienlinien verzweigten Hof- und Beamtenadels.
Der Schwerpunkt liegt in Landshut, Hilling und Bonbruck (Gde. Bodenkirchen). Genealogie und Wappenkunde runden die Forschung ab. Nach der Säkularisation 1803 und Bauernbefreiung 1848 tritt bei den Feury´s der Verkauf und Versteigerung der Güter ein. 1867 erhält das Schloß Bonbruck die dortige Schulgemeinde. Heute beherbergt der stattliche Schlossbau die Gemeindeverwaltung Bodenkirchen.
„Hochwohl geboren“ – Johann Felix Cajetan Ferdinand Freiherr von Feury, „Seiner kurfürstlichen Durchlaucht in Bayern Regierungsrat zu Landshut“ erhält zwei Jahre vor seinem Tod die Freiherrenwürde, und darf sich somit auch Baron nennen.
Sein Begräbnis hat Baron von Feury beim Eingang zur Pfarrkirche St. Jodok, – ein hochbarockes Rotmarmor-Grabmal mit Wappen, erinnert an ihn.
– Lebenserinnerungen in Stein gemeißelt –
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Peter Käser,
November 2013
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Die Not im Ersten Weltkrieg wurde immer schlimmer. Um Herz und Geldbeutel zu öffnen und das Elend zu lindern, erfand man die Kriegsnagelung. Für das Einschlagen eines jeden Nagels musste ein kleiner Betrag gegeben werden.
„Anfangs 1916 wurde hier – wie auch bereits in anderen Städten – die Errichtung eines Kriegswahrzeichens mit dem Nebenzweck der Einbringung größerer Spenden beschlossen, wobei sich für die Nagelung des östlichen Rathaustores entschieden wurde, das von da ab das „Eiserne“ Rathaustor hieß“. Diese Zeilen hat der Landshuter Oberbürgermeister, Hofrat Otto Marschall in der Landshuter Stadtchronik niedergeschrieben.
„Die Feierliche Nagelung des Kriegswahrzeichens – des Eisernen Tores am Rathaus – ging am Sonntag, den 7. Mai 1916 unter großer, allgemeiner Teilnahme von Behörden, Offizieren, der Garnison die Spalier bildete, der Wehrkraft, der städtischen Kollegien, Feuerwehr, Vereinen mit Fahnen und allen Schichten der Bevölkerung vor sich“, schreibt die Landshuter Zeitung.
Peter Käser
