Die Pfarrkirche Vilsbiburg sollte um 1910 umgebaut werden

Nach der Jahrhundertwende wollte man das Vilsbiburger Gotteshaus mit einem gewaltigen Erweiterungsbau zum „Dom des Vilstales“ machen. Der Kirchenbau sollte im Bereich des Chorbogens in einem Teilabriss und vollkommen neuer Konzeption niedergelegt und dann mit drei weiteren Fensterjochen und einem Querschiff in Kreuzform und seitlichen Emporen angebaut werden. In einem Wettbewerb stellte der Münchner Architekten Joseph Elsner junior 14 Pläne im Dezember 1907 vor  – viele farbig auf Karton aufgezogen. Elsner hätte mit dem Kircheneu-/anbau alles vorher da gewesene in den Schatten gestellt.
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Vor über 400 Jahren wurden im Vilsbi-burger Ziegelhof, oder auch genannt der Ziegelstadel, schon zu damaliger Zeit eine Menge an verschiedenem Zie-gelmaterial hergestellt wurde. Im Vilsbi-burger Pfarrarchiv befinden sich bei den Abrechungen zum Gotteshaus ab dem Jahr 1657/58, auch die alljährlichen Zie-gelstadelrechnungen. Der alte Bestand der verschiedenen Ziegel war darin auf-geführt, dann die im Arbeitsjahr herge-stellten großen Ziegelsteine, dem Riglstein (= halber Ziegelstein), große und kleine Pflastersteine, Hacken und Preisen (= Dachbedeckung, Mönch und Nonne) und Flatach oder Taschen (= Dachbedeckung, Biber-Schindel).

Interessant ist, dass diese Ziegelei weitum die einzige war, ja sogar von Landshut werden Ziegel geholt. Nach dem großen Brand von Vilsbiburg im Jahr 1366, wurden zum Neuaufbau des Gemäuers und der Dacheindeckung, nun sicherlich die Ziegel aus dem Vilsbiburger Ziegelstadel genommen.
Zu „Unser Lieben Frauen Gottshaus“ und „Pfarr Kirchen zu Vilsbiburg“ gehörte auch ein Ziegelhof oder Ziegelstadel. Die Bezeichnung Ziegelstadel könnte heute gleich-lautend sein mit einer Ziegelei, beinhaltend einen Ziegel-Brennofen, Ziegelhütten und Lehmgrube.
In einer Urkunde des Vilsbiburger Stadtarchivs vom 10. August 1497 befindet sich die derzeit älteste Nennung über den Vilsbiburger Ziegelhof: Wolfgang Mairhofer „an der Zeit auff dem Zieglhoff ze Piburgk gesessen“. Er und seine Ehefrau Margarethe übergeben mit weiteren Verwandten, so genannte Leibgedinganteile an das hiesige Spital und die St. Katharinenkirche (= Spitalkirche).
Mit dieser Untersuchung zur Ziegelei der Vilsbiburger Pfarrkirche, konnte wiederum ein Teilbereich der historischen Nachforschung zur Stadt Vilsbiburg abgedeckt wer-den.
Peter Käser
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Im Jahr 1883 wird die Bahnstrecke Neumarkt-St. Veit – Landshut eröffnet

 

Vilsbiburg. Es ist eine beispiellose industrielle Revolution: Die bis dahin über Jahrhunderte einzig verfügbare Fortbewegungsart mit Pferd und Wagen wird in wenigen Jahrzehnten von einem vernetzten Verkehrsmittel abgelöst, das die Reisezeiten drastisch verkürzt. Die völlig andere Art des Fahrwegs aus Eisen gibt der Bahn ihren Namen und schafft gleichzeitig die Voraussetzungen für einen ungeahnten Aufschwung. Neue Transportmöglichkeiten ermöglichen einerseits den Aufbau einer Schwerindustrie, andererseits schafft der Bahnbau in kurzer Zeit eine gewaltige Nachfrage an Eisen, Stahl und Maschinen. Es beginnt sich ein wirtschaftliches Schwungrad zu drehen, das in dieser auch „Gründerzeit“ genannten Epoche nicht wenige Industrielle zu unverschämtem Reichtum, die untere Schicht des einfachen Volkes aber zu verschämter Armut führt.

 

Diese sozialen Verwerfungen sind in den ländlichen Regionen Niederbayerns nicht im vollen Umfang spürbar. Doch man erkennt auch hier die Zeichen der Zeit und will einen Zugang an das sich ausbreitende Eisenbahnnetz. Als bekannt wird, dass die Königliche Actiengesellschaft der Bayerischen Ostbahnen eine Strecke von Erding über das Vils- und Rottal nach Schärding plant, schließt sich die Marktgemeinde Vilsbiburg im Jahr 1863 einem Lobbyverein an, der dieses Projekt forcierten soll. Doch schnell stellt sich diese Linienführung als Illusion heraus. Bis zum nächsten Vorstoß gehen weitere 14 Jahre ins Land. 1874 wendet sich der Markt Vilsbiburg an die Kammer der Abgeordneten in München mit der Bitte, eine Bahnstrecke von Gangkofen über Vilsbiburg nach Landshut zu genehmigen. Doch auch dieser Vorschlag fällt auch wenig fruchtbaren Boden.

 

Das Kriegsministerium entscheidet

 

Schützenhilfe bekommen die Vilsbiburger ausgerechnet von den Militärs. Deren Überlegungen orientieren sich aber nicht an der Erschließung des Landes. Dem Königlichen Kriegsministerium schwebt vielmehr eine direkte Verbindung zwischen Freilassing über die Knoten Mühldorf, Neumarkt an der Rott und Landshut zur Festung Ingolstadt vor. Auch wenn das Teilstück nördlich der Isar nie verwirklicht wird, geht es nach diesem mächtigen Beistand auf einmal schnell. Am 1. Mai 1878 teilt das Bezirksamt der Gemeinde Vilsbiburg mit, die Planungen für die Bahnstrecke würden demnächst beginnen und es sei sicherzustellen, „dass die Projektierungsarbeiten in keiner Weise behindert werden dürfen“. Im Frühjahr 1880 legt die Generaldirektion der Königlich Bayerischen Staatsbahnen den Detailplan für den Streckenabschnitt von Landshut nach Neumarkt vor. Ein feierlicher Erster Spatenstich lässt sich in den Archivalien nicht nachweisen; wahrscheinlich findet er auch nie statt. Zunächst werden wohl die zahlreichen Hochbauten ausgeführt. Eine Ausschreibung für die Brücken über die Große und Kleine Vils findet sich im Amtsblatt des Bezirksamtes Vilsbiburg vom Juni 1881.  

 

Der Schienenstrang erreicht Vilsbiburg

 

Am 11. Juli 1883 meldet die örtliche Presse, die Bahnstrecke habe am Abend vorher mit der Schienenlage Vilsbiburg erreicht. Wie sehnlich der neue Verkehrsweg hier offenbar erwartet wird, zeigt die Tatsache, dass schon im September 1883, also vor der offiziellen Inbetriebnahme, die ersten Wagenladungen mit Kalk und Kohle für die Firma Franz Xaver Hardt eintreffen. Der Vilsbiburger Anzeiger“ begleitet den Bahnbau ohnehin mit großem Wohlwollen und führt weiter aus: „Schon die günstige Lage des Bahnhofs in nächster Nähe dieses lebhaften und gewerbsamen Marktes ist dazu angetan, Handel und Gewerbsthätigkeit zu sichern und zu vermehren, sowie andererseits von Seite der Gewerbetreibenden gewiß Alles aufgeboten wird, die Kunden und Besucher Vilsbiburgs in jeder Weise auf’s Best zu befriedigen.“

 

Am 4. Oktober 1883 wird die Eröffnung der Bahnstrecke mit dem üblichen Pathos, vielen Ehrengästen und einen Extrazug begangen. Ab dem 15. Oktober tritt dann der erste reguläre Fahrplan in Kraft, der pro Tag drei Zugpaare zwischen Neumarkt an der Rott und Landshut vorsieht. Von Vilsbiburg kann man um 5.34 Uhr, 10.00 Uhr und 5.01 Uhr nachmittags nach Landshut reisen; um 7.00 Uhr, 2.25 Uhr nachmittags und 6.16 Uhr abends fahren Züge zurück. Nachdem die neue Schienenverbindung als Sekundärbahn eingestuft und auf eine Geschwindigkeit von 30 km/h beschränkt ist, dauert die Reise von der Isar an die Vils eine Stunde und 20 Minuten. Ein Aushang weist jedoch ausdrücklich darauf hin: „Bei Sturmwind verkehren keine Züge!“

 

In den nächsten 130 Jahren erlebt die Strecke eine wechselvolle Entwicklung. Vielleicht wird sie sogar einmal zweigleisig und elektrifiziert zum Teil einer Magistrale von den Ostseehäfen zum Mittelmeer. Derartiges ist jedenfalls in einer Randnotiz zum Bundesverkehrswegeplan als Möglichkeit angedacht. Es kann aber auch sein, dass diese Vision ebenso wie jene einer Militärbahn von Ingolstadt nach Freilassing endet.

Bis in die 1970er Jahren werden die meisten Züge von Dampflokomotiven gezogen. Hier die Einfahrt einer Eilzuglok der Baureihe 38 beim Schrankenposten an der Landshuter Straße
Das Foto aus dem Jahr 1882 zeigt den Neubau der Station Vilsbiburg. Rechts im Hintergrund die bereits fertiggestellte Bahnhofs-Restauration.
Die Belegschaft des Bahnhofs Vilsbiburg in der Zeit um 1900. In dem niedrigen Anbau rechts ist das Postamt Vilsbiburg 2 untergebracht. (Fotos: Archiv Heimatmuseum Vilsbiburg)

Im Oktober 1973 werden die umgestalteten und erweiterten Ausstellungen eröffnet

 

Vilsbiburg. Es ist nur ein kleines Jubiläum und auch eines, das keinen großen Festakt erfordert. Aber es erinnert doch an eine wichtige Markierung auf dem Weg des Heimatmuseums durch seine Geschichte seit dem Jahr 1910. Ereignisreich ist die Reise von der kleinen Sammlung im Haus Kirchenweg 1, das in diesen Tagen durch die denkmalgerechte und doch moderne Umgestaltung zu einer Kinderkrippe Aufsehen erregt. Im Jahr 1958 erfolgt der Umzug in das ehemalige Heilig-Geist-Spital neben dem Stadttor und zum Volksfest desselben Jahres die Wiedereröffnung in drei Zimmern und dem dazugehörigen Gang des ersten Obergeschosses. Doch das Museum vermag es nicht so recht, sich im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu etablieren. Vielleicht hat Bezirksheimatpfleger Dr. Hans Bleibrunner Recht, wenn er den Schritt in das Spitalgebäude zwar als Anfang bezeichnet, den Beständen jedoch attestiert, sie seien viel zu stark zusammengedrängt. Daher müsse die Stadt weitere Räume in dem Anwesen zur Verfügung stellen.

 

Doch diese Bestrebungen wollen nicht so recht vorankommen. Schon zwei Jahre nach der Neueröffnung bleibt die Ausstellung geschlossen und die Vorstandsmitglieder des Heimatvereins vergessen über gegenseitige Schuldzuweisungen ihre Aufgabe, das Museum weiter zu entwickeln. Folglich tritt der Verein in den Jahren zwischen 1960 und 1967 mit keinerlei Aktivitäten an die Öffentlichkeit. Erst eine Aufforderung des Amtsgerichts Vilsbiburg, die fällige Neuwahl nachzuholen, beendet diesen Dämmerschlaf. Josef Billinger, der damalige 2. Vorsitzende des Heimatvereins und Bürgermeister der Stadt Vilsbiburg ergreift die Initiative, lädt zu einer Mitgliederversammlung ein und wird auch prompt zum Vereinschef gewählt. Im April 1968 erscheint erstmals ein Mitteilungsblatt, in dem vom Eintritt einer Gruppe jüngerer Leute um den späteren Museumsleiter Lambert Grasmann berichtet wird.

 

Dieser Zuwachs an ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern lässt im Bürgermeister und seinem Stadtrat offenbar das Vertrauen in eine gute Zukunft des Heimatmuseums wachsen. Jedenfalls geht man Anfang des Jahres 1970 von einer Vergrößerung der Ausstellungen im gesamten vorderen Teil des Spitalgebäudes aus und genehmigt gleichzeitig die notwendigen Umbaumaßnahmen. Nun ist das junge Team, das im Februar 1973 auch in die Vorstandsarbeit integriert wird, gefordert – und es wird die Erwartungen nicht enttäuschen. Schon im Oktober desselben Jahres kann das völlig neu aufgestellte Museum, das sich von drei Zimmern auf drei Stockwerke ausgeweitet hat, der Öffentlichkeit präsentiert werden. Und dieses Wochenende wird ein durchschlagender Erfolg. Am Samstag, 20. Oktober kommen einige hundert Besucher zu einem Volksmusik-Hoagarten in die Aula der Hauptschule. Der Sonntagvormittag erlebt einen Festakt im Spitalgarten und am Nachmittag des Eröffnungstages wollen beim Tag der offenen Tür mehr als tausend Besucher die neuen Ausstellungen sehen.

 

Die Kröninger Hafnerkeramik

 

Besonders überrascht sind die Gäste dabei von den vielen verschiedenen Erzeugnissen der Hafner auf dem Kröning und an der Bina. In der völlig neu gestalteten Abteilung wird im gesamten ersten Dachgeschoss mit rund 900 Exponaten die breite Produktionspalette des traditionsreichen Handwerks gezeigt. Dieser Schwerpunkt wird das Museum in den nächsten Jahrzehnten weit über die Grenzen der engeren Heimat hinaus bekannt machen. Schon nach weniger als zwei Jahren erkennt das Museumsteam, mit noch so gut gestalteten Dauerausstellungen allein kann man eine Sammlung nicht anziehend halten. Deshalb wird im Jahr 1975 die erste von nunmehr insgesamt 46 Sonderausstellungen angeboten.

 

Mehrere Erweiterungen und eine große Neuaufstellung nach der Sanierung des Spitalgebäudes in den Jahren 2000 bis 2002 haben die Attraktivität des Heimatmuseums weiter gesteigert. Doch das Museumsteam will sich nicht auf dem in mehr als vier Jahrzehnten erreichten Status ausruhen. Es ist geplant, im zweiten Dachgeschoss neben der im Jahr 2005 eröffneten Abteilung „Ziegelpatscher und Ziegelbrenner im Vilsbiburger Land“ eine weitere Dauerausstellung zu platzieren, in der ländliches Mobiliar gezeigt werden soll. Und natürlich plant Museumsleiter Lambert Grasmann schon die nächste Sonderausstellung. Im Jahr 2014 ist nach langer Pause wieder ein Thema aus dem Kröninger Hafnergebiet an der Reihe.

Noch häuft sich der Bauschutt im ehemaligen Heilig-Geist-Spital, als Bürgermeister Josef Billinger (Mitte) im Jahr 1971 zusammen mit den Vorstandmitgliedern des Heimatvereins die künftigen Ausstellungsräume des Museums inspiziert.
Bezirksheimatpfleger Hans Bleibrunner (rechts) würdigt am 21. Oktober 1973 die in Vilsbiburg geleistete Museumsarbeit. (Fotos: Archiv Heimatmuseum Vilsbiburg)
Das große Interesse der Bevölkerung im Vilsbiburg Land an dem neu gestalteten Museum drückt sich durch den regen Besuch am Nachmittag des Eröffnungstages aus.
In der vollbesetzten Aula der Hauptschule wir die Wiedereröffnung des Heimatmuseums mit einem Volksmusik-Hoagartn eingeläutet.

Die „Steinerne Grenzsäule“ der Herrschaft Seyboldsdorf

Nur noch schwer zu entziffern sind die eingemeißelten Buchstaben und Ziffern.

Die Säule benötigt eine Instandsetzung.
Gleich hinter den letzten Häusern von Vilsbiburg auf der Straße nach Seyboldsdorf, steht rechts der Straße etwas abgesenkt und versteckt, die steinerne Grenzsäule der ehemaligen Herrschaft Seyboldsdorf. Die Säule wurde von den Schulkindern im Rahmen eines Wandertages immer gerne besucht. Die Schreibweise des in Seyboldsdorf ansässigen Grafengeschlechtes war eigentlich immer „Seyboltstorff“ was auch von den rund 35 Grabdenkmälern, die sich noch in der Seyboldsdorfer Pfarrkirche befinden, leicht zu entnehmen ist.

Über vierhundert Jahre hat die alte Grenzsäule schon auf dem Buckel. Auf der schlanken, etwa 2,80 Meter hohen Rundsäule befindet sich ein Giebelklotz mit den schlecht zu entziffernden Relief-Insignien der Adeligen von Seyboldsdorf. An der Südseite ist das herold´sche Stufenwappen der Seyboltstorfer, darüber ein Schriftenband mit den Anfangsbuchstaben A – V – S, welches mit Achatz von Seyboltstorff zu übersetzen wäre. Gegenüber sind die Anfangsbuchstaben C – B – V – S eingemeißelt, was mit Christoph Bernhard von Seyboltstorff zu deuten ist, und ebenfalls das Wappen mit den drei Stufen, welches die drei Familienlinien der Seyboltstorffer zu Niederpöring, Ritterswörth (bei Geisenfeld) und Schenkenau (bei Hohenwarth) bezeichneten. Auf der Ostseite nennt ein Schriftband die Jahreszahl 1593. Gegenüber befindet sich die Abkürzung HGFVZS, was mit Hans Georg Freiherr von und zu Seyboltstorff zu entziffern wäre, sowie die Jahreszahl 1676. Die Steinsäule bezeichnete die südliche Grenze der ehemaligen Hofmark und Grafschaft Seyboldsdorf.

Einer Aufschreibung nach wurde die Säule durch Achatz von Seyboldsdorf im Jahr 1593 errichtet, von den Schweden 1648 in der Mitte entzwei geschlagen und im Jahre 1676 von Hans Georg von Seyboldsdorf wiederum aufgestellt.

Der auf der Grenzsäule genannte Achatz von Seyboltstorff wird urkundlich 1580 bis 1590 zu Altmannstein und Neuhaus genannt. Er war mit Melusina von Preysing verheiratet. Seine Eltern waren Lorenz von Seyboltstorff, Pfleger in Ried 1517 bis 1534, Margareth von Rhain war seine erste Frau, seine zweite war Hedwig von Schwarzenstein.

Die Abkürzung C – B – V – S nennt einen Christoph Bernhard von Seyboltstorff, welcher mit Anna von Münchau verheiratet war. Er hat in Gerzen beim Schloss viel gebaut. Ein Christoph von Seyboltstorff findet sich in der „Stammtafel adeliger Familien“, entworfen von Dr. Ludwig Heinrich Krick. Er vermählt sich 1577 in Straubing mit Regina von Parsberg. Der Wappen-Grabstein von beiden befindet sich in der Pfarrkirche von Ascha, LK Straubing-Bogen. Sie wohnten auf Falkenfels und Flügelsberg, im Gericht Mitterfels. Christoph starb 1606. Die Herren von Seyboltstorff waren von 1510 bis 1606 auf der Burg Falkenfels bei Straubing. Die Eltern von Christoph waren Sigmund von Seyboltstorff zu Falkenfels, welcher mit Sabina von Murach verheiratet war.

Die weitere Nennung auf der Grenzsäule gehört zum Freiherrn Hans Georg (Graf seit 1692) von Seyboltstorff. Die ganze Freiherrliche Familie in Bayern wird am 31. Dezember 1692 durch die kaiserliche Ernennung zum Grafen erkannt und ausgeschrieben. Hans Georg war Kastner in Landshut von 1659 bis 1662, Pfleger in Hengersberg 1663 bis 1669 und Moosburg von 1669 bis 1690, auch geheimer Rat, Vizedom (= herzoglicher Stellvertreter) in Straubing und Landshut 1683 bis zu seinem Tode 1699. Er heiratet 1667 Maria Franziska Gräfin von Fugger und Nothaft auf Taufkirchen, welche 1697 verstorben ist. Beide hatten drei Söhne. Hans Georg kauft am 6. November 1676 die Hofmark Göttlkofen von Wolf Adam von Fraunhofen.

 

Das Adelsgeschlecht der „Freyen“ von Seyboldsdorf wurde 1643 und 1669 durch Kaiser Ferdinand III. in den Reichs-Freiherrenstand erhoben. 1692 erlangten die Freiherren unter Kaiser Leopold die Reichs-Grafenwürde mit einer Vermehrung im Wappen, einem Herzschild und der neunzackigen Grafenkrone. Sie gehörten zum Ältesten und Besten hochfreien Adel und waren Dienstmänner der Herzöge und der Kirche.

 

Im Geheimen Landesarchiv des Hauptstaatsarchivs München unter Nr. 1018, befindet sich auf Seite 239`f die Beschreibung der Hofmark Seyboldsdorf vom Jahr 1619. Alle drei Schlösser in Seyboldsdorf sind gemauert. Interessant ist auf Seite 240 der Schriftsatz über die steinerne Säule: „Die Überantwortung der Mallefiz Personen, geschieht von Seyboldsdorf aus nach Biburg am Schachtenholz, bei ainer Stainern Creizseillen. Alda des ordentlich gewerkh ist.“ Die Überantwortung strafbarer Personen, die sich im Hofmarksbezirk Seyboldsdorf aufgehalten haben wurden an dieser steinernen Säule – die aus ordentlichem Material gemacht ist – nach Biburg dem Amtmann oder Schergen überstellt.

 

Die steinerne Grenzsäule an der Straße nach Seyboldsdorf gehört zu den historischen Relikten die unsere schöne niederbayerische Heimat zu bieten hat: Erinnerungen an eine herrschaftliche Hofmark, den Freiherren und dem Grafengeschlecht der Seyboltstorffer. Die Schrift im oberen Teil der Säule ist nur noch vom Kenner zu entziffern, sie müsste nachgearbeitet, restauriert werden. Vielleicht findet sich ein herzhafter Gönner der dieser 400 Jahre alten, kulturgeschichtlich doch wertvollen Granit- und Grenzsäule wieder zu einem jugendlichen Aussehen verhilft.

Peter Käser

Frauensattling Geschichte von Frauensattling, Straßen und Wege, Frühgeschichte

Frauensattling
Geschichte von Frauensattling, Straßen und Wege, Frühgeschichte
Heimatkundler Peter Käser, Binabiburg, berichtet in einer interessanten Dokumentation über die Besiedlung des oberen Vils- und Binaraumes, die bis ins Neolithikum um das Jahr 5000 vor Christus zurück zu verfolgen ist. Er spannt einen weiten Bogen von der ersten Besiedlung bis zur tausendjährigen neuzeitlichen Geschichte Frauensattlings. Ausführlich beschreibt er die archäologischen Funde, alte Wege und Straßen, alte Hausnamen, die Lichtenburg, Römer und Urbayern usw…
Diese spannenden Geschichten können sie nachlesen in der PDF-Datei:
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Vorsitzender Peter Barteit gibt die Einführung.
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Zahlreiche Zuhörer sind zum Museumsabend gekommen.
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Die schwierige Nachkriegszeit mit dem langsamen Wiederaufbau begann in Vilsbiburg mit dem Einmarsch der amerikanischen Truppen am 1. Mai 1945.
Die schwierige Nachkriegszeit mit dem langsamen Wiederaufbau begann in Vilsbiburg mit dem Einmarsch der amerikanischen Truppen am 1. Mai 1945.
Museumsleiter Lambert Grasmann entführt die Zuhörer in eine Zeit in der die Lebensbedingungen mit heute kaum vergleichbar waren.
Museumsleiter Lambert Grasmann entführt die Zuhörer in eine Zeit in der die Lebensbedingungen mit heute kaum vergleichbar waren.
Der Kröninger Saal im Heimatmuseum eignet sich auch hervorragend als Vortragsraum.
Der Kröninger Saal im Heimatmuseum eignet sich auch hervorragend als Vortragsraum.
Mit dem letzten Bild des Vortrages erfolgt gleichzeitig der Hinweis auf das Begleitbuch zur Sonderausstellung.
Mit dem letzten Bild des Vortrages erfolgt gleichzeitig der Hinweis auf das Begleitbuch zur Sonderausstellung.
Der Alte Südliche Friedhof in München hat eine große Geschichte und ist in seiner Gesamtheit als Denkmal geschützt.
Der Alte Südliche Friedhof in München hat eine große Geschichte und ist in seiner Gesamtheit als Denkmal geschützt.
Stadtführerin Carmen Reinstädler (4. von links) wusste über die meisten Grabmäler interessante Geschichten zu erzählen.
Stadtführerin Carmen Reinstädler (4. von links) wusste über die meisten Grabmäler interessante Geschichten zu erzählen.
Natürlich wurde bei dem Besuch auf dem Friedhof auch die letzte Ruhestätte des in Haarbach geborenen Landschaftsmalers Eduard Schleich d. Ä. nicht ausgelassen.
Natürlich wurde bei dem Besuch auf dem Friedhof auch die letzte Ruhestätte des in Haarbach geborenen Landschaftsmalers Eduard Schleich d. Ä. nicht ausgelassen.
Wie sein enger Freund und Weggefährte Schleich ruht auch der Maler Carl Spitzweg auf dem Alten Südlichen Friedhof.
Wie sein enger Freund und Weggefährte Schleich ruht auch der Maler Carl Spitzweg auf dem Alten Südlichen Friedhof.
Wilhelm von Kobell, ebenfalls ein berühmter Maler, war Professor an der Akademie der Bildenden Künste und gehörte damit zur Gefolgschaft von Direktor Peter von Cornelius.
Wilhelm von Kobell, ebenfalls ein berühmter Maler, war Professor an der Akademie der Bildenden Künste und gehörte damit zur Gefolgschaft von Direktor Peter von Cornelius.
Dieses Grabmal von Ferdinand von Schleich, geboren ebenfalls in Haarbach gibt noch Rätsel auf. Ob und wie er mit Eduard Schleich verwandt war, muss noch erforscht werden.
Dieses Grabmal von Ferdinand von Schleich, geboren ebenfalls in Haarbach gibt noch Rätsel auf. Ob und wie er mit Eduard Schleich verwandt war, muss noch erforscht werden.
Armin Ziegltrum, der Mesner von Mariahilf im Münchner Stadtteil Au, zeigt wertvolle liturgische Geräte.
Armin Ziegltrum, der Mesner von Mariahilf im Münchner Stadtteil Au, zeigt wertvolle liturgische Geräte.
Das Genadenbild in München ist im Gegensatz zu Maria Hilf in Vilsbiburg eine Skulptur.
Das Genadenbild in München ist im Gegensatz zu Maria Hilf in Vilsbiburg eine Skulptur.
Ein Blick in das Kirchenschiff, das nach den Zerstörungen des II. Weltkrieges neu gestaltet wurde.
Ein Blick in das Kirchenschiff, das nach den Zerstörungen des II. Weltkrieges neu gestaltet wurde.
Berühmt ist die Kirche in der Au auch durch ihr Carillon.
Berühmt ist die Kirche in der Au auch durch ihr Carillon.
Die Teilnehmer der Heimatfahrt hatten auch die seltene Gelegenheit, den Blick von der obersten Plattform des Turmes über die Dächer der Stadt München zu genießen.
Die Teilnehmer der Heimatfahrt hatten auch die seltene Gelegenheit, den Blick von der obersten Plattform des Turmes über die Dächer der Stadt München zu genießen.
Vor dem großen Hauptportal der Pfarrkirche stellte sich die Reisegruppe abschließend zum Gruppenfoto auf.
Vor dem großen Hauptportal der Pfarrkirche stellte sich die Reisegruppe abschließend zum Gruppenfoto auf.

Tywold Reickher, Rentmeister Herzog Ludwigs, Hofmeister des Klosters Seligenthal in Landshut.

Tywold Reickher, Rentmeister Herzog Ludwigs,
Hofmeister des Klosters Seligenthal in Landshut.

In der Pfarrkirche Ruprechtsberg bei Velden und in der Pfarrkirche von Aich in der Ge-meinde Bodenkirchen sind die Stammbegräbnisse der Reickher mit einigen großen Marmor-Grabmälern. Die Reickher waren Burgverwalter des Regensburger Hochstifts-besitzes Eberspoint bei Velden. 1260 wird Theobald Reigker als Sohn des Ulrichs, von Eberspoint genannt.  
Das Grabmal des 1463 verstorbenen Seligenthaler Hofmeisters Tywold Reickher befin-det sich in der Abteikirche Seligenthal von Landshut.
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