Auf den Spuren von Johann Philipp Wagner

 

Vilsbiburger Bildhauer und Stuckateur stand im Mittelpunkt der Heimatfahrt

 

Vilsbiburg. Im Land zu beiden Seiten des Inns wird er noch heute sehr verehrt, hat er doch in den ehemaligen Pfleggerichten Kraiburg und Neumarkt sowie in der einst zum Hochstift Salzburg gehörenden Stadt Mühldorf nicht weniger als 39 Gotteshäuser ausgestattet und dies in besonders kunstvoller Weise. Die Rede ist von Johann Philipp Wagner, der am 17. Juli 1735 in Vilsbiburg zur Welt kam. Der Bub war gewissermaßen erblich vorbelastet, war er doch der erste Spross des gleichfalls sehr bekannten Regionalkünstlers Johann Paul Wagner, der in Vilsbiburg eine Bildhauerwerkstatt betrieb. Einen Teil seiner Lehr- und Wanderjahre verbrachte Johann Philipp in Landshut, vermutlich im Betrieb es berühmten Christian Jorhan d. Ä., bevor er sich im Alter von 23 Jahren in Kraiburg niederließ. Von Ranoldsberg und Oberbergkirchen im Norden bis Rohrdorf und Peterskirchen in Süden erstreckt sich bald sein Betätigungsfeld. Als um das Jahr 1760 in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Pürten der neue Stil des Barock und Rokoko Einzug hielt musste man sinnbildlich nur über den Inn hinüberrufen um von einem sehr talentierten Bildhauer gehört zu werden.

Ein Prunkstück der seltensten Art in diesem Kirchenschiff ist zweifellos die reich verzierte Kanzel, die aus einem einzigen goldenen Ornament besteht. Der durchbrochene Schalldeckel scheint sich in seine Bestandteile aufzulösen und steht damit auf dem Höhepunkt der kurzen Periode des Hochbarock. „Man möchte in dem Bauerndörfchen so ein glänzendes Stück Rokoko gar nicht vermuten“, schrieb ein begeisterter Georg Lohmeier vor einigen Jahren darüber. Doch damit ist in Pürten noch lange nicht genug. Wie der Mühldorfer Heimatforscher Meinrad Schroll den staunenden Fahrtteilnehmer bei der von Peter Käser organisierten Heimatfahrt erklärte, war der Ort bereits in der Römerzeit besiedelt. Die erste urkundliche Erwähnung einer romanischen Kapelle erfolgt im Jahr 1050. Das heutige spätgotische Gotteshaus wurde, wie die gleichnamige Stadtpfarrkirche in Vilsbiburg auch, um das Jahr 1400 errichtet. Aus dieser Zeit ist noch die Wallfahrtsmadonna aus der Wer kstatt des Meisters von Seeon erhalten. Im ausgehenden Mittelalter entwickelte sich um das Evangeliar der seligen Alta Pürten ein einzigartiger Wallfahrtskult. Die kostbare Bibel aus der Zeit um 1000 wurde über Jahrhunderte hinweg in einem weiten Umkreis an kranke Menschen verliehen, die das Buch vier Nächte lang unter den Kopf zu legen hatten. Meinrad Schroll zitierte aus den Mirakelbuch Eintragungen aus dem Alpenraum und bis hinauf in das Innviertel. Auch ein Marktschreiber aus Geisenhausen wurde demnach durch das Evangeliar von seinem Kopfleiden befreit. Ausfluss der florierenden Wallfahrt sind auch die lebensgroßen Wachfiguren als besonders wertvolle Votivgaben.

Zuflucht für späteren Papst

In dem ehemaligen Schloss und jetzigen Kloster Zangberg teilten sich Meinrad Schroll und Schwester Claudia Maria die Führung. Im Jahr 1285 ist an dieser Stelle eine Burg erwähnt, die nach dem 30-jährigen Krieg zu einer vierflügeligen Barockanlage umgestaltet wurde. Vor fast 150 Jahren kauften die Salesianerinnen das Schloss, um hier ein Kloster mit Internat und Seminareinrichtungen betreiben. Zu den Absolventen der Schule gehörten so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Kaiserin Zita von Österreich und der spätere Münchner Oberbürgermeister Georg Kronawitter. In den Wirren der Räterepublik fand der Apostolische Nuntius Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII. im Jahr 1919 für einige Wochen Zuflucht in Zangberg. Besonders beeindruckt waren Fahrteilnehmer für den prächtigen Räumen, allen voran dem Ahnensaal.

 

Wohlhabender Landadel

Ihren Ausgangspunkt hatte die Heimatfahrt in der ehemaligen Wallfahrtskirche Johannes der Täufer in Salmannskirchen genommen. Der ab dem Jahr 1501 entstandene Bau ist geprägt von begütertern Adelsfamilien. Sofort ins Auge sticht der Epitaph des Degenhart Pfäffinger, der als eines der hervorragendsten Werke der süddeutschen Grabmalplastik gewertet wird. Der Freiherr diente vier Jahre in Burghausen der Herzogin Hedwig als Truchsess und bekleidete auch das erbliche Reichsmarschallamt für das Herzogtum Landshut. Nach einer Wallfahrt zum Heiligen Grab nach Jerusalem wurde Degenhart zum Ritter geschlagen und heiratete im Jahr 1515 Erntraud aus dem Grafengeschlecht der Seyboldtstorffer. Nachdem 1519 Pfäffinger bei der Wahl von Kaiser Karl V. in Frankfurt starb, ging Salmannskirchen an das Geschlecht der Herzheimer über, das dem lutherischen Glauben anhing. Somit erschlosch die Verehrung der von Pfäffinger aus dem Heiligen Land mitgebrachten Reliquien.

In einem stilvollen Landgasthof hatten die Fahrteilnehmer abschließend Gelegenheit, die Fülle von Eindrücken zu reflektieren und den ereignisreichen Nachmittag gemütlich ausklingen zu lassen.

In der lichtdurchflutenden Kirche von Salmannskirchen erzählt Meinrad Schroll von einer langen Geschichte der dortigen Adelsgeschlechter
Salmannskirchen
Reiseleiter Peter Käser begrüßt in Salmannskirchen den Mühldorfer Heimatforscher Meinrad Schroll.
Salmannskirchen
In der lichtdurchfluteten Kirche erläutert Meinrad Schroll die lange Geschichte der Wallfahrt.
Salmannskirchen
Blick in das Kirchenschiff mit der spätgotischen Madonna (links) und dem reich verzierten Chorraum.
Salmannskirchen
Der Epitaph des Degenhart Pfäffinger gehört zu den hervorragendsten Werken süddeutscher Grabmalplastik.
Zangberg
Im Kloster begrüßt Schwester Claudia Maria die Gäste aus Vilsbiburg.
Zangberg
Klein werden die Menschen in dem mächtigen Ahnensaal des ehemaligen Schlosses.
Zangberg
Prachtvolle Fresken schmücken auch die Decke des Ahnensaals.
Zangberg
Im Fürstensaal erzählt Schwester Claudia Maria von der langen Geschichte des früheren Schlosses Zangberg.
Pürten
Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und die Michaelskapelle bilden ein interessantes kulturhistorisches Ensemble.
Pürten
Glanzstück in der Michaelskapelle ist der Stuckaltar.
Pürten
Die Reisegruppe vor der Pfarrkirche, die der in Vilsbiburg geborene Bildhauer Johann Philipp Wagner mit ausgestaltet hat.
Pürten
Besonders wertvoll ist das Evangeliar der seligen Alta, das einst im weiten Umkreis an kranke Menschen ausgeliehen wurde.
Pürten
Auf eng beschriebenen Seiten sind im Mirakelbuch die Gebetserhörungen eingetragen.
Pürten
Fast lebensgroße Wachsvotive zeugen vom früheren Glanz des Wallfahrtsortes.

Siegfried Degenbeck und Viola Röllig erhielten den Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung

Es deutete sich eigentlich das Besondere schon an, als beim Tag des offenen Denkmals im September 2010 rund 900 Menschen nach Großmaulberg strömten. Sie alle wollten sehen, wie man ein ehrwürdiges Baudenkmal, das nicht wenige schon dem Abriss preisgegeben hatten, wieder zu neuem Glanz verhelfen kann. Und wie man eine historischen Bausubstanz denkmalgerecht instandsetzen und doch in ihr nach modernen Erfordernissen wohnen kann. All dies haben Siegfried Degenbeck und Viola Röllig mit hohem persönlichen Einsatz und mit Unterstützung des amtlichen Denkmalschutzes geschafft. Dies war für Gerda Kriegereit vom Landratsamt Landshut Anlass genug, das Projekt für eine besondere Ehrung vorzuschlagen. In der vergangenen Woche wurden die Eigentümer des Gutes in Großmaulberg nun in München zusammen mit sechs weiteren Preisträgern mit dem Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung 2011 ausgezeichnet.

Dr. Wolfgang Heubisch, der bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst hob in seiner Festrede die grundsätzliche Bedeutung des Denkmalschutzes hervor. Es handle sich hier nicht um ein Luxus-Projekt, das man in guten Zeiten schon mal in Angriff nehmen könne. Die Pflege und Erhaltung historischer Bausubstanz sei in vielfacher Hinsicht lebensnotwendig. Zum einen ließen sich an ihr Entwicklungen aus der Vergangenheit in die Zukunft verfolgen. Alte Gebäude stellten für die Dörfer und Städte auch das Besondere, Unverwechselbare einer Landschaft dar, vermittelten im positiven Sinn den Begriff Heimat. Daneben habe der Denkmalschutz aber auch einen nicht zu unterschätzenden wirtschaftlichen Aspekt. Er sei die Grundlage für einen florierenden Tourismus und sichere Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft sowie beim Handwerk. Aus all diesen Gründen werde sich der Minister auch dafür einsetzen, dass der Denkmalschutz in den kommenden Jahren wieder mit steigenden staatlichen Fördermitteln ausgestattet werde.
Speziell für die Leistungen von Siegfried Degenbeck und Viola Röllig hatte der Kunsthistoriker Professor Dr. Werner Schiedermair von der Universität Eichstätt die folgende Laudatio verfasst: „Das Wohnstallhaus Großmaulberg 28 liegt auf einer Anhöhe südlich von Vilsbiburg. Es handelt sich um ein typisches niederbayerisches Wohnstallhaus, das an der südwestlichen Seite eines Vierseithofes liegt. Das Erdgeschoss ist in Mauerwerk ausgeführt, das Obergeschoss in Blockbauweise errichtet. Zahlreiche historische Türstöcke, Türblätter und Fenster zeichnen das Gebäude aus. Bemerkenswert ist das Gewölbe des ehemaligen Pferdestalls; gespreizte Gurtbögen flankieren die Stichkappen der hofseitigen Fenster. Das Anwesen kann auf eine 600-jährige Geschichte zurückblicken, im Jahre 1412 wurde es urkundlich erstmalig erwähnt. Das heutige Gebäude stammt in seinem Kern aus dem Jahre 1676.
Trotz seiner ansprechenden landschaftlichen Lage und seiner großen Geschichte kam das Gebäude in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts immer mehr herunter. Jeglicher Bauunterhalt unterblieb. Schwere Schäden stellten sich im Dachbereich ein. Mit dem Verlust des Bauwerks musste gerechnet werden. Siegfried Degenbeck ließ sich von dem erbarmungswürdigen Zustand der Anlage nicht schrecken. Er erwarb es 2002, um es instand zu setzen und in ihm mit seiner Lebensgefährtin Viola Röllig zu leben. Schritt für Schritt machten sie sich an die Restaurierung. Um einen weiteren Verfall aufzuhalten, begannen sie unmittelbar nach dem Erwerb des Gebäudes mit der Dachsicherung. Anschließend sanierten sie den Blockbau an der Nord- und Westseite. Dann folgte die Instandsetzung der Gewölbe des ehemaligen Pferdestalls. Unterstützt von in Fragen der Denkmalpflege erfahrenen Handwerkern führte Siegfried Degenbeck die anstehenden Maßnahmen weitgehend selbst durch, stets unterstützt von seiner Lebensgefährtin. Mit großem Engagement las er sich dabei in einschlägige Fachliteratur ein. Auf diese Weise wurde er zu einem Experten für eine denkmalgerechte Bauausführung. Der ursprüngliche Grundriss des Anwesens wurde wiederhergestellt. Alle historischen Ausstattungsgegenstände wurden gesichert, handwerklich repariert und an ihrem angestammten, historischen Platz eingebaut. Mit Liebe zum Detail stellte er die historische Farbgebung der Zimmerwände her. So rekonstruierte er beispielsweise dekorative, in Schablonenmalerei ausgeführte, die Wände umlaufende Zierbänder. Die gleiche Sorgfalt, die die Preisträger bei der Inneninstandsetzung anwandten, ließen sie auch dem Äußeren des Gebäudes zukommen.
Hervorzuheben ist, dass auf jeglichen Ausbau des Dachgeschosses verzichtet wurde. Wirtschaftlich spannten sie ihre Möglichkeiten bis auf das Äußerste an. Heute präsentiert sich das Wohnstallhaus in Großmaulberg als Beispiel für eine außergewöhnlich gut gelungene, denkmalgerechte Sanierungsmaßnahme. Sie beweist, dass auch mit geringeren finanziellen Mitteln, bei hohem persönlichen Einsatz, denkmalpflegerisch-fachlich herausragende Leistungen erbracht werden können. Mit ihrem beispielgebenden Engagement haben sich Siegfried Degenbeck und Viola Röllig um Denkmalschutz und Denkmalpflege im Sinne des Denkmalpreises der Hypo-Kulturstiftung verdient gemacht.“

Anerkennung für eine außergewöhnliche Leistung. Von links: Professor Dr. Werner Schiedermair, Dr. Wolfgang Sprißler von der Hypo-Kulturstifung, Siegfried Degenbeck, Viola Röllig und Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch.
Vorsitzender Peter Barteit
Vorsitzender Peter Barteit begrüßt die zahlreichen Teilnehmer der Jahresversammlung.
Erster Bürgermeister Helmut Haider
Erster Bürgermeister Helmut Haider unterstreicht ein seinem Grußwort die gute Zusammenarbeit der Stadt mit ihrem Heimatmuseum.
Kreisarchäologe Thomas Richter
Der neue Kreisarchäologe Thomas Richter stellt sich beim Heimatverein vor.
Franz Grötzinger
Schriftführer Franz Grötzinger verliest die Niederschrift der Sitzung des Jahres 2010.
Lambert Grasmann
Bei seinem Bericht über die Museumsarbeit weist Lambert Grasmann auch auf das neue Buch über die Hafner auf dem Kröning und an der Bina hin.
Kassenverwalter Rupert Sitter
Kassenverwalter Rupert Sitter kann einen befriedigenden Kassenbericht geben.
Zweiter Vorsitzender Günter Knaus
Zweiter Vorsitzender Günter Knaus trägt den Kassenprüfungsbericht von Revisor Hermann Mayr vor.
Bauberater Thomas Lauer
Bauberater Thomas Lauer vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege bei seinem Vortrag mit dem Titel „Erhalten und gestalten – altes und neues Bauen in Bayern“.
Für seinen interessanten Vortrag
erhält Thomas Lauer (rechts) von Peter Barteit das neue Buch von Lambert Grasmann über die Hafner auf dem Kröning und an der Bina.
Volles Haus
Wieder einmal hatte der Heimatverein volles Haus bei seiner Jahresversammlung.

Dieser Führer zu den ältesten Kirchen, die z.T. noch aus dem 12./13. Jahrhundert stammen, bringt Sie im Altlandkreis Vilsbiburg zu 18 Gotteshäusern, die noch romanische Überreste im Bauwerk aufweisen.
Zusätzlich bekommen Sie eine Einführung in die Vita der Heiligen, denen die Kirchen geweiht sind. Ein umfangreiches Glossar erklärt u.a. architektonische Begriffe, so dass Sie problemlos die Ausführungen nachvollziehen können.
Zur Buchbestellung

Neuer Bildband „Vilsbiburg im Wandel“

Vorstellung des neuen Bildbands am 9. November 07 

Neuer Bildband von Lambert Grasmann: "Vilsbiburg im Wandel"
Lambert Grasmann
Buchpräsentation „Vilsbiburg im Wandel“
im Heimatmuseum Vilsbiburg am 9. November 2006
Die Fotografie hat Museumswürde erlangt.
Unter diesen Titel möchte ich meine kurzen Betrachtungen zur heute stattfindenden
Buchpräsentation stellen und darf dazu – quasi als Exkursion durch Vilsbiburgs
Geschichte der Fotografen – etwas weiter ausholen. Der Satz stammt übrigens nicht
von mir, sondern von dem renommierten Museumsmann und Leiter des
Fotomuseums im Münchner Stadtmuseum Ditmar Albert, der 1985 an dieser Stelle
den Einführungsvortrag zur Sonderausstellung „Alte Fotografie im Raum Vilsbiburg
1860 bis 1950“ gehalten hat. Und ich kann mich noch gut erinnern, wie sehr er uns
um die erarbeitete Namensliste der Vilsbiburger Fotografen beneidet hat, die er in
dieser Art auch für die Stadt München ganz gerne gehabt hätte. Unsere Liste
umfasste damals 24 namentlich erfasste Fotografen, die hier in Vilsbiburg ihre
Profession ausgeübt haben. Uns waren bis dahin allenfalls das Fotohaus Bergmann
und Ludwig Grünberger sowie Barbara Heinemann und Sebastian Alt aus Solling
bekannt. Die Aufstellung konnte inzwischen um weitere Fotografen erweitert werden.
Beispielhaft möchte ich einen Namen aus der über 130 Jahre lang währenden
Vilsbiburger Fotografentradition herausgreifen, weil hier exemplarisch eine allgemein
zu beobachtende Entwicklung aufgezeigt werden kann, es handelt sich um Georg
Geisenfelder. Er übte zunächst den klassischen Beruf eines Malers als Fasser und
Vergolder von Figuren und Altären, dann als Porträt- und Dekorationsmaler aus, bis
er sich ab etwa 1890 der Fotografie verschrieb, einer Weiterentwicklung, die damals
für Maler, Lithografen und Stahlstecher typisch war. An gemalten Objekten sind von
Geisenfelder ein Altarbild in der Kirche zu Wolferding und mehrere Porträts
Vilsbiburger Bürger überliefert. Seinen Beruf übte er übrigens in einem Atelier im
Dachgeschoss des Anwesens an der Frontenhausener Straße Nr. 6 aus, heute im
Besitz von Karl Köstler. Erhalten hat sich von ihm eine erkleckliche Anzahl signierter
Porträtfotos, den so genannten Carte Visite, diesen schmalen kleinformatigen Bildern
auf Pappe.
Nennen möchte ich auch Maurermeister Anton Wagner III, der neben seinen
beruflich ausgeführten, oft künstlerisch und farbig gestalteten Planzeichnungen auch
Ansichten von Ortsteilen, Kirchen und Kapellen gemalt hat. Daneben hinterließ er ab
etwa 1900 hervorragendes fotografisches Bildmaterial. Sein Können hat dazu
geführt, dass er 1910 vom Vilsbiburger Bezirksamt den Auftrag erhalten hat, „alle
Merkwürdigkeiten im Bezirk Vilsbiburg“ zu fotografieren. Ein Großteil seiner Negativ-
Glasplatten mit Ansichten von Straßenzügen, Bürger- und Bauernhäusern, dann
Kirchen und Klöstern sowie Aufnahmen vom arbeitenden Menschen hat sich bei uns
im Archiv erhalten.
Aus dem genannten reichen fotografischen Fundus und dem erst kürzlich vom
Fotohaus Bergmann in das Vereinsarchiv übernommenen Bestand an Glas- und
Zelluliod-Negativen sowie dessen gesamten Bilderbestand, konnte ich bei der
Erstellung des neuen Buches auf bestes und qualitätvolles Material zurückgreifen
und verwenden. Dazu sei am Rande vermerkt: Unsere Mitarbeiter Martin Weber und
Günter Knaus haben damit begonnen, den Bestand an Negativen zu digitalisieren,
das heißt neu zu fotografieren. Dies bedeutet zum einen die Sicherung des
Bestandes und schont zum anderen das Originalmedium.
Wenn man als Museumsleiter Jahrzehnte lang Fotos sammelt und dazu selber
fotografiert, entsteht schon der persönliche Wunsch, das über das Material beiläufig
angeeignete und recherchierte Wissen niederzuschreiben und zu veröffentlichen.
Dreimal ist dies nun bereits geschehen und zwar in den Bildbänden „Vilsbiburg in alten Ansichten“ 1979, „Kennt Ihr sie noch die Vilsbiburger“ 1988 und „Vilsbiburg
1945-1960 – schwierige Zeiten und Neubeginn“ 1998. Das jetzt neue, im Geiger-
Verlag in Horb am Neckar erschienene Buch, stellt nun die Ergänzung und weiter im
baulichen Bereich eine Fortsetzung zu den genannten Titeln dar. Dabei sind wieder
nicht nur „schöne“ Fotos abgedruckt, es wird in den Texten auch auf historische
Bezüge der abgelichteten Objekte eingegangen, was teilweise den Charakter einer
Häuserchronik erfüllt.
In den letzten drei Jahren bin ich des Öfteren vom englischen Sutton-Verlag mit
deutscher Niederlassung in Leipzig zur Veröffentlichung eines Buches in der Reihe
„Zeitsprünge“ gebeten worden. In der Zielsetzung kommt dieses Oberthema dem der
nun im Geiger-Verlag kreierten neuen Reihe mit dem Übertitel „…eine Stadt – ein Ort
im Wandel …“ recht nahe. Allerdings entsprach die Ausführung der Sutton-Bücher
nicht meinen Vorstellungen, die im Hochformat etwa nur DIN A 5 groß sind, eine
Klebebindung besitzen und nur Sepia-Bilder, als keine Farbbilder zulassen. Ganz
anders die Bücher im Geiger-Verlag, die feste Einbände mit Fadenbindung, ein
größeres Format und zur Hälfte der Buchseiten Farbbilder besitzen. Die historischen
Schwarzweißbilder erhielten einen altartigen Sepiaton. Das Produkt der
Entscheidung für den Geiger-Verlag liegt nun vor und kann Ihnen heute vorgestellt
werden.
Das Buch ist in sieben Kapitel unterteilt, wobei die Schwerpunkte naturgemäß auf
den älteren Ortsteilen wie Stadtplatz, Obere und Untere Stadt sowie der Berg- und
Landshuter Straße mit der Freyung liegen. Bei der vom Verlag vorgegebenen
Begrenzung der Seiten- und Abbildungszahlen ist die Auswahl der Bilder nicht leicht
gefallen. Ich habe aber versucht einen repräsentativen Querschnitt zu finden. Als
Kreisheimatpfleger, der viel mit Denkmalpflege zu tun hat, lag mir vor allem das
äußere Erscheinungsbild der Häuser und Straßen mit ihren Veränderungen am
Herzen. Manch kritische Anmerkung, die bitte nicht falsch verstanden sein will, habe
ich angebracht. Dabei muss man die Aufbruchstimmung der ersten Jahrzehnte nach
dem Zweiten Weltkrieg bis in die späten 70er Jahre berücksichtigen, wo so genannte
modernistische Bestrebungen unser Städtebild stark geprägt haben. Natürlich sind
auch positive Veränderungen oder versuchte Rückbildungen auf das Ursprüngliche
angesprochen, wobei bei einigen Objekten bis zu drei ältere Abbildungen zum
Vergleich der Situation neuen Abbildungen gegenübergestellt werden. Bei manchen
Bildern war die fotografische Gegenüberstellung von Alt auf Neu nicht mehr so exakt
möglich, da die Sicht zum Objekt zwischenzeitlich entweder verbaut oder durch
kräftigen Bewuchs teilweise nicht mehr einsehbar ist.
Am Schluss meiner Ausführungen möchte ich noch ein Dankeschön anbringen. Da
ist zum einen der Heimatverein zu nennen, der mir die Inanspruchnahme der
Bildvorlagen ermöglicht hat. Dazu zählen noch einige Leihgeber. Mein besonderer
Dank gilt aber den Personen und Institutionen, die durch eine garantierte Abnahme
von Büchern das Projekt überhaupt ermöglicht haben. Das sind die Buchhandlung
Koj, die Stadt Vilsbiburg, die Firma Dräxlmaier Group, die Firma Immotec und die
Sparkasse Vilsbiburg.
Herzlichen Dank auch nochmals der Buchhandlung Koj, vertreten durch Frau
Christine und Herrn Thomas Koj, die uns heute zu einem kleinen Umtrunk
eingeladen haben.

Die Fülle an historischem Material des Vilsbiburger Heimatmuseums, spiegelt sich jährlich in einer Sonderausstellung wider. Seit Jahren werden die Ausstellungen mit einer interessanten Museumsschrift begleitet. War es im letzten Jahr das „Kriegerische 20. Jahrhundert“ das einige tausend Besucher in das Museum brachte, und mit einer zeitgerechten Museumsschrift begleitet wurde, so sind es derzeit die „Vilsbiburger im Porträt“ welche im ersten Stock des Museums zu besichtigen sind. In der dazu gehörigen Museumsschrift nimmt Barbara Möckershoff die Vilsbiburger Wachszieher und Lebzelter unter die Lupe. Lambert Grasmann war auf den Spuren des bayerischen Landrichters Moritz Karl Anton Bram, welcher in Vilsbiburg wirkte, aber auch in Tirol große Hochachtung genoss. Peter Barteit folgt dem „Dichter mit Pinsel und Farbe“ Eduard Schleich, dem geborenen Grafensohn aus Haarbach, der seinen Adelstitel zu Gunsten der Kunst ablegte und als Professor und Ehrenmitglied der königlichen Akademie der Künste in München an der Cholera starb. Dem Vilsbiburger Tondichter Georg Kremplsetzer widmet Barteit fast 20 Seiten. War er es doch, welcher überregionale Maßstäbe setzte, im Münchner Kulturleben für Furore sorgte, und heute in der Musikgeschichte neu an Bedeutung gewonnen hat. Sie waren die Stifter der Vilsbiburger Wallfahrt Maria Hilf, die Orellis aus dem Schweizer Tessin. Donatus Orelli ging drei Mal nach Rom und 30 Mal nach Regensburg um seine Stiftung durchzusetzen. Eigentlich waren sie alle Kaminkehrer, und dennoch ließ sie die Erinnerung an ihre Heimat nicht mehr los, auf dem Vilsbiburger Maria Hilf-Berg eine Kapelle zu erbauen, und diese aber immer wieder zu verändern. Vier Porträts der Orellis, die sich eigentlich auf Maria Hilf befinden sollten, werden in der derzeitigen Sonderausstellung ausgestellt. Und man sieht auch gleich die Stilentwicklung an ihren Kleidern. 30 Seiten hat Peter Käser den Wallfahrtsstiftern gewidmet, und die gleiche Seitenzahl auch den Nachforschungen zu einem „Lebensbild“ von Pater Viktrizius Weiß. Seit Jahrzehnten liegt er in der Gruft im rechten Seitenschiff von Maria Hilf, seit 80 Jahren läuft ein Seligsprechungsprozess, und Niederbayern wartet auf ein Zeichen aus Rom. Überraschend neue Erkenntnisse wurden durch die intensive Forschungsarbeit zu ausgewählten Persönlichkeiten erarbeitet, deren Bedeutung nicht nur für die Geschichte Vilsbiburgs von Bedeutung sind.
Manche Rarität wurde aus dem Depot und Archiv des Heimatvereins ans Licht befördert, nun sind sie ausgestellt und in einer Museumsschrift bearbeitet. So z. B. die beiden Brüder, die Herrn Reichsgrafen von Seyboldsdorf, oder der Vilsbiburger „Stadtsyndicus“ Sebastian Rehrl in seinem schmucken mit Goldborten besetztem roten Rock und Weste. Von großherzigen Leihgebern wurden dem Museum Porträts für die Sonderausstellung zur Verfügung gestellt. Bestaunenswert sind auch die angewendeten Techniken: vom Ölgemälde über Gouache, Schattenriss bis zu Medaillons und Wachsarbeiten. Begleitend finden sich in der Ausstellung zu den dargestellten Personen auch entsprechende Urkunden, Kleidungsstücke und sonstige Utensilien.

Präsentation des neuen Buches von Lambert Grasmann „Die Hafner auf dem Kröning und an der Bina“

Ansprache von Lambert Grasmann
 
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Keramikfreunde,
liebe Mitarbeiter im Museumsteam, geschätzte Freunde aus dem Kröning

Ich möchte in einer kurzen Zusammenschau davon berichten, wie ich als „interessierter Laie“ zu diesem, über mein halbes Leben ausfüllenden Hobby, nämlich der Museumsarbeit und Erforschung der Kröninger Keramik gekommen bin.

Es ist nun über 40 Jahre her, dass ich mit dem Sammeln und Forschen zur Hafnerei auf dem Kröning und an der Bina angefangen habe. Gleichzeitig begann sich auch mein Interesse für das Vilsbiburger Heimatmuseum zu regen, das damals nach einer kurzen Phase der Euphorie – die Neuaufstellung erfolgte bereits 1958 zehn Jahre vor meinem Einstieg – wieder in Agonie versunken war.

Als Seiteneinsteiger, man brachte ja nur ein allgemeines Interesse für historische Abläufe aus der engeren Heimat mit – zudem war die Literatur sehr spärlich und man musste hierzu später alles selber schreiben – galt mein Interesse bald der doch im Bestand des Museums als Sammelschwerpunkt erkennbaren Hafnerware aus dem Kröning. Mich faszinierten die so genannten Sonderformen bei den Durchbrucharbeiten mit all ihren verspielten Facetten, die, wie ich dann von Keramikfachleuten belehrt wurde, nicht den Produktionsschwerpunkt im Kröning ausmachten. Diese Sonderstücke zeigten jedoch in der Sammlung einen von der Produktion her gesehenen ihnen nicht zustehenden Schwerpunkt. Und wenn ich mich richtig erinnere, so befanden sich in der Sammlung beim Schwarzgeschirr lediglich zwei Essigkrüge, dann ein in der Vils gefundener schwarzer Henkeltopf und ein in der Masse mit Graphitton hergestellter Mörser, der wie eine Bodenmarke auswies, allerdings aus Frankreich stammte. Es galt also Gebrauchsgeschirr zu sammeln, und was mir weiter auffiel, es fehlte das Arbeitsgerät der Hafner.

Diese „Fehlstellungen“, also das ungleiche Verhältnis der Herstellungszahlen von Sonderformen zur eigentlichen Massenproduktion von Gebrauchsgeschirr und das nicht vorhandene Arbeitsgerät im Museumsbestand, veranlassten mich Kontakte zu noch lebenden Nachkommen von Hafnern aufzunehmen, die noch in der elterlichen Hafnerei gearbeitet hatten. Von dem Sammler und Keramikforscher Paul Stieber, München hatte ich 1969 erfahren, dass die älteste Geschirrproduktion in der Region seiner Meinung nach wohl an der Bina stattgefunden haben müsste. Er stützte sich auf einen 1301 stattgefundenen Steuerstreit, bei dem Hafner in Pfistersham Gemeinde Bodenkirchen sowie in Stadlhof und Siebengadern Gemeinde Gangkofen beteiligt waren. Paul Stieber hatte mich übrigens endgültig mit dem „Keramik-Virus infiziert“. Bezeichnend ist, dass er viele der an mich gerichteten Briefe auch mit einem Gruß an meine Frau, als die „stille Dulderin“ abgeschlossen hat. Und so wurden dann auch die Hafner an der Bina – und nicht die auf dem Kröning – meine erste Anlaufstelle, so z.B. die Familie Reiter-Kargl in Spielberg, Hausname beim „Hanshafner“. Damals noch ohne motorisierten Untersatz, „erfuhr“ ich diese Ziele mehrmals mit dem Fahrrad, wobei ich nie ohne Hafnerware zurückgekehrt bin. Unterstützung fand ich bei Cilly Kampfl und ihrem Ehemann Hans aus Siebengadern, der übrigens als Fahrer für die Vilsbiburger Zeitung für den Transport von gesammelter Hafnerware ins Museum behilflich war.

Auf dem Kröning selber erfolgten von mir Kontakte mit Nachkommen der Hafner ab 1970, von denen noch einige im elterlichen Betrieb gearbeitet hatten, so mit Lorenz Westenthanner, Pattendorf, Alois Kaspar, Onersdorf und die Brüder Georg und Benno Zettl aus Bödldorf. Gerade die Zettl-Brüder sollten nach anfänglichem Misstrauen über fast zwei Jahrzehnte hinweg meine Haupt-Gewährspersonen werden. Dass bei diesen Kontakten so manches in der dortigen Werkstatt gefertigte Gefäß, auch Ofenkacheln und Modeln fürs Museum abfielen, versteht sich von selbst. Vor allem konnte auf Nachfrage, mir bis dahin unbekanntes Arbeitsgerät gerettet werden.

Besonders wertvoll für die Forschungsarbeit zur Hafnerei auf dem Kröning waren wie gesagt Befragungen von Benno und Georg Zettl, die mir die Arbeitsabläufe in der Werkstatt und am Brennofen wie auch die Vertriebsgewohnheiten ab Werkstatt näher brachten. Manche der Gespräche habe ich auf Tonband aufgenommen, um Geschirrbezeichnungen und bei der Arbeit verwendete Ausdrücke auch akustisch festzuhalten. Interessanterweise stellte sich heraus, dass der Hafner für ein und dasselbe Geschirrstück zwei Bezeichnungen benutzte. So nannte er in der Hafnersprache eine Schüssel zum einen „Bauernschüssel“ und in der Verbrauchersprache zum andern „Suppenschüssel“. Die Wissenschaft spricht dann zum dritten von tiefen oder halbtiefen Schüsseln. Ähnlich verhält es sich bei der „seiften Schüssel“ vulgo „Nudelschüssel“ für Dampfnudeln, einer flachen weitmundigen Schüssel mit schmalem Rand. Diese Bezeichnungen sind selbstverständlich in das Buch aufgenommen worden.

Besonders wichtig und unverzichtbar erscheinen die seit den 1970er Jahren geborgenen Funde aus Werkstattbruchgruben bei ehemaligen Hafnereien, wo vor allem das bis dahin verhältnismäßig unbekannte und wenig beachtete Kröninger Schwarzgeschirr an Bedeutung gewann. Dabei ist zu bedenken, dass bei der hohen Zahl der produzierenden Werkstätten die Zahl der bisher entdeckten Fundstellen verschwindend gering ist. Jede ausgeräumte Fundstelle bedeutete einen gewaltigen Arbeitsaufwand von der Bergung, Reinigung und Auslegen des Scherbenmaterials als Puzzlearbeit, Zusammenfügen der Teile, Verbringen des Fundgutes zum Restaurieren an diverse Stellen wie Bayer. Nationalmuseum München, Landesamt für Denkmalpflege. Abt, Bodendenkmalpflege Landshut und zur Kreisarchäologie Dingolfing-Landau. Diesen Stellen und vor allem meinen seit den 70er Jahren an den Bergungen und nachfolgenden Arbeiten beteiligten Museumsmitarbeitern, voran Gerd Wallner, Sepp Rauchensteiner, Günter Knaus und Ernst Prell sei hier herzlich gedankt.

Ein dickes Dankeschön gilt auch Werner Endres, den ich Mitte der 1970er Jahre im Bayer. Nationalmuseum in München kennen und schätzen gelernt habe. Der damals beginnende Gedankenaustausch, auch bei den jährlich stattfindenden Hafnersymposien, befruchtete die jetzt schon über Jahrzehnte währende Beschäftigung mit Keramik. Ihm sei für die Durchsicht und Diskussion des Manuskripts zu diesem Buch gedankt.

Das heute vorgestellte Buch zur Hafnerei auf dem Kröning und an der Bina wäre in diesem Umfang und mit den zahlreichen, über 600 Bildern und 130 Zeichnungen nicht möglich gewesen, hätten nicht bedeutende Sponsoren zum Gelingen dieses Werkes beigetragen. Vor allem die Bereitschaft der Attenkoferschen Buch- und Kunstdruckerei – Straubinger Tagblatt,  das gesamte Bildmaterial in Farbe abzudrucken macht mich glücklich – Kröning und das Kröninger Hafnergeschirr leben eigentlich nur von der Farbe. Danke dafür.

Mit einem beachtlichen finanziellen Beitrag hat der Heimatverein Vilsbiburg zum Erfolg beigetragen, wie auch weiter die Benedikt-Auer-Stiftung Vilsbiburg, die Ernst-Pietsch-Stiftung Deggendorf, Margit und Dieter Schmitz Unterhaching, die Stadt Vilsbiburg, der Landkreis Landshut, die Gemeinden Adlkofen, Gangkofen und Geisenhausen das Werk finanziell unterstützt haben. Auch ihnen sei herzlich gedankt.
Dank zu sagen gilt auch meinem Enkel Jakob Brüggemann, er hat mir für den Katalog die Fotos geliefert, dann Cornelia Renner, die für die Formentafeln den Großteil der Zeichnungen gefertigt hat, sowie Robert Pfeiffer für die Erstellung des Meisterzahlen-Diagramms bzw. der Bearbeitung von zwei Landkarten.

Und nicht zuletzt danke ich meiner lieben Frau für die große Geduld und manchmal auch Nachsicht, die sie all die Jahre, ja Jahrzehnte für mein aufwendiges Hobby gezeigt hat. 
Grußwort des 2. Bürgermeisters der Stadt Vilsbiburg anlässlich der Buchpräsentation von Lambert Grasmann am 28. Oktober 2010 im Heimatmuseum.
Sehr geehrte Damen und Herren,

Herr  Vorsitzender des Heimatvereines, lieber Peter Barteit,

Herr  Museumsleiter und Ehrenbürger der Stadt Vilsbiburg, lieber Lambert Grasmann mit Familie,

Herr Soller vom Verlagshaus Attenkofer,

allen Ehrenmitgliedern und Mitgliedern des Vilsbiburger Heimatvereines,

sowie allen Gästen und Ehrengästen,

sage ich ein herzliches Grüß Gott!

Zunächst möchte ich mich für die Einladung zur Präsentation des neuen Buches von Lambert Grasmann mit dem Titel

Die Hafner auf dem Kröning und an der Bina

recht herzlich bedanken und betonen, dass ich gerne gekommen bin, um die Stadt Vilsbiburg heute zu vertreten. Ich freue mich hier stehen zu dürfen um  die Glückwünsche der Stadt und des Stadtrates zu überbringen  und aus erster Hand zu erfahren, welche weiteren interessanten Ergebnisse  sich bei den Forschungen auf diesem Gebiet ergeben haben.

Der Ursprung des Hafnerhandwerkes geht zurück in das 14. Jahrhundert. Die Gefäße dienten der Zubereitung von Speisen und zur Aufbewahrung aller möglichen Utensilien. Mit der Industrialisierung im letzten Jahrhundert verlor das Handwerk an Bedeutung. Heute sind Keramikgefäße meist nur noch  Dekorationsgegenstände.
Das alte Handwerk ist in unserer Gesellschaft  nicht mehr vorhanden.
Die ehemaligen handwerklichen, keramischen Produktionsstätten in Bayern sind vielfach nur in groben Umrissen bekannt und selten wissenschaftlich aufbereitet.
Im Gebiet von Kröning und an der Bina ist dies anders.

Das ganze Wissen trägt den Namen Lambert Grasmann.

Vor rund 45 Jahren entdeckte unser Bert seine Liebe zur Geschichte unserer Heimat. Bei den Nachforschungen im Heimatmuseum fand er sich zu den irdenen Haferln und Tegln (heute Keramik genannt) die in unserer Gegend in den vergangenen Jahrhunderten hergestellt wurden, hingezogen.
Seit dieser Zeit befasste sich unser Museumsleiter sehr intensiv mit dieser Handwerkskunst. Mehrere Veröffentlichungen seit dem Jahre 1975 zu diesem Thema fanden in der Fachwelt allerhöchste Beachtung.

Heute kann und muss man sagen:

Lambert Grasmann ist der Fachmann für niederbayerische Hafnerware  aus dem vergangenen Jahrhunderten.

In unserem von Deiner Hand geprägten Heimatmuseum Vilsbiburg ist eine Dauerausstellung mit Kröninger Hafnerkunst zu bewundern.
Die Fachwelt staunt über diese umfangreiche Präsentation die hier zu bewundern ist.

Das ist ein Verdienst von Lambert Grasmann mit seinem fleißigen Team.

Das Lebenswerk Heimatmuseum mit allen seinen Abteilungen ist ein Aushängeschild und eine Attraktion für unsere Stadt.
Heute lieber Bert, wird Dein neues Buch vorgestellt. Zahllose Tage und vermutlich auch Nächte (Deine Frau fragen wir lieber nicht) hast Du dafür aufgewendet. Die vielen neuen Bilder und Details aus der Geschichte, der Vergangenheit und dem Leben der Hafner wird uns deine Publikation näher bringen.

Ein  Motto hast Du dir zur Lebensaufgabe gemacht:
 
–  den Menschen von heute ihre Herkunft vor Augen zu führen, ihnen die Entwicklung der Lebensumstände deutlich werden zu lassen und  den Weg durch die Zeit transparent aufzuzeigen.

Dies ist Dir in der Vergangenheit überzeugend gelungen. Wir, lieber Bert verdanken Dir viel.
In den vergangenen Jahren wurden Dir für Dein Engagement mehrere Ehrungen zuteil:
1982 wurdest Du vom Bayer. Landesverein für Heimatpflege mit der Medaille ausgezeichnet,
1992 wurde Dir die Bürgermedaille der Stadt  Vilsbiburg verliehen,
1994 erhieltest Du das Ehrenzeichen des Bayer. Ministerpräsidenten für das Ehrenamt,
2002 verlieh Dir der Stadtrat das Ehrenbürgerrecht der Stadt Vilsbiburg.
Bereits vor vielen Jahren wurde Dir für Deine unermüdlichen Forschungen zur Geschichte unserer Vorfahren das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Ehrungen durch die Stadt werden nur an wirklich sehr verdiente Personen vergeben. Du lieber Bert bist einer davon.
Für die weitere Zukunft wünsche ich Dir viel Gesundheit und Freude bei den  neuen Aufgaben zur Erforschung unserer Heimatgeschichte.
Ich bin nun am Ende meiner Ausführungen, bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche uns nun viel  Appetit auf das Lesen des Buches und eine spannende  Zeit bei der Präsentation und natürlich viel Erfolg beim Verkauf. 

Mozart und seine Zeit

Musik im Museum am 23. Juli 06
Konzert in der Spitalkirche „Mozart und seine Zeit“
die Texte: