Elisabeth von Thüringen, die „Mutter der Armen“, ein Gemälde in der Spitalkirche erinnert an die Heilige.
In der Vilsbiburger Spitalkirche am Stadtturm, welche der heiligen Katharina geweiht ist, wur- den bei der Renovierung 2001 im Presbyterium unter bis zu 12 Farbschichten, wertvolle Secco- Malereien entdeckt. Sind es auf der linken Seite die „15 letzten Zeichen – das Erlösungswerk Gottes“, so ist die rechte Seite mit einer Malerei der heiligen Barbara mit Stifterperson, rechts daneben den „Heiligen der Armen“ Sankt Oswald und Elisabeth von Thüringen gewidmet.
Die Malereien dürften in die Anfangsjahre des 15. Jahrhunderts zu datieren sein.
Schon vor der Heilig Geist Spitalstiftung durch Pfarrer Kaspar Westendorfer im Jahr 1476 hatte Vilsbiburg ein Äußeres Spital, das sog. „Armen Spital“ an der Landshuter Straße, vor den Toren des befestigten Marktes. Der Standtort der um 1400 entstandenen Spitalkirche spiegelt die realen Gegebenheiten von Spitalkirchen: Eine Kirche vor den Mauern der Stadt, oder an der Stadtmauer erbaut. Die Stadtmauer bildet eine Seite, integriert in den Kirchen/-Kapellenbau. Mit einem speziellen Patrozinium: Zum Heiligen Geist, zur heiligen Katharina, Sankt Oswald; aber auch der heiligen Elisabeth wurden die Spitalkirchen geweiht.
Das spätmittelalterliche Spital vereinigte in einem Gebäude Armen-  und  Krankenpflege. Durch die Herausbildung von Städte und Märkte und vor allem nach dem neuerlichen Bevölke- rungsanstieg in den Jahrzehnten nach der Großen Pest 1348, stieg auch die Anzahl der Armen; die Fürsorgemittel beschränkten sich hier auch auf Speisung und Herberge für Arme, Durchrei- sende und Pilger.
Die älteste Messe in der Spitalkirche ist die Katharinenmesse, gestiftet von dem am 20. Sep- tember 1406 verstorben Vilsbiburger Pfleger Ulrich Hackh. Zur Katharinenmesse gehörte auch ein Haus, „gegenüber der Kapelle“ im Markt für den Benefiziaten dieser Messe. In der Stif- tungsurkunde der Bäckermesse in die Pfarrkirche vom 7. Mai 1422 wird der Grund des Gartens genannt, welcher an den Spitalanger angrenzt. Das „Registrum caritativi subsidii“ von 1438 nennt die Katharinenmesse im Spital. So bestand die Spitalkirche schon viele Jahrzehnte vor der eigentlichen Stiftung des Heilig Geist-Spitales am Stadtturm im Jahre 1476.
Bezieht sich die linke Malerei im Presbyterium der Spitalkirche auf die Stiftung der Barbara- messe, mit dem Bildnis der heiligen Barbara mit Märtyrerpalme und Turm als Attribute, und der knienden Stifterperson, so ist rechts daneben die heilige Elisabeth von Thüringen dargestellt, mit einem Gefäß im rechten Arm.
Sankt Elisabeth – Patronatstag am 17. November
Elisabeth ist das große Vorbild christlicher Nächstenliebe und steht am 17. November im Hei- ligen-Kalender der Kirche. In Deutschland wird ihr Fest zwei Tage später gefeiert. Ihr Todestag ist der 17. Dezember. Auch von den evangelischen Christen wird Sankt Elisabeth verehrt. Ihre Grabeskirche in Marburg ist heute evangelisch.
Doch wer war diese Frau, für die Nächstenliebe und soziale Gerechtigkeit eine so große Rolle spielten? Elisabeth wurde 1207 auf der Burg Saros-Patak in Ungarn geboren. Ihre Eltern waren der Arpadenkönig Andreas II. und Gertrud von Andechs-Meranien, eine Schwester der heiligen Hedwig von Schlesien. Mit dem 14-jährigen Ludwig, dem Thronfolger des Landgrafen von Thü- ringen, wurde Elisabeth bereits im Alter von vier Jahren verlobt. Sie wuchs am prunkvollen thü- ringischen Hof auf der Wartburg auf. 1221 heirateten Ludwig und Elisabeth, sie gebar drei Kin- der. Doch früh trafen sie harte Schicksalsschläge. 1213 wurde ihre Mutter ermordet, 1215 starb ihr väterlicher Beschützer, der Landgraf Hermann. Sie beobachtete mit wachem Sinn das Leben auf der Burg: Luxus und Verschwendung, Stolz und Reichtum auf der einen Seite; beim einfa- chen Volk herrschten hingegen Armut und Hunger, Not und Elend. Aus ihrem Glauben heraus versuchte sie, ganz konkret die Gottes- und Nächstenliebe umzusetzen, die sie als Landgräfin im Kampf gegen Armut, Not und Krankheit ihrem Volk vorlebte: Sie trug einfache Kleider, ging ohne Schmuck, versorgte die Kranken und Armen. Im Kreuzzug 1227 starb ihr Mann an einer Seuche. Nachdem ihr die Witwengüter zum Teil entzogen wurden, verließ sie die Wartburg und zog nach Marburg. Die letzten drei Jahre ihres Lebens stellte sie ganz in den Dienst für die Ar- men und Kranken. In Marburg richtete man aus ihrem Witwengut ein Hospital ein. Als man ihr verbot, weiterhin Almosen im Volk zu verteilen, es sei denn auch Pfennige, ließ die erfinderische
Elisabeth eben Pfennige in Gold prägen und verteilte sie an die Notleidenden, berichtet die Le- gende.
Elisabeth von Thüringen starb am 17. November 1231, zwei Tage später, am 19. November wurde sie im Franziskus-Hospital in Marburg beigesetzt. Unmittelbar nach ihrem Tod setzte be- reits eine Verehrung ein, die in der Heiligsprechung durch Papst Gregor IX. am Pfingstsonntag den 27. Mai 1235 in Perugia gipfelte. In der im gleichen Jahr neu erbauten Elisabethkirche in Marburg wurden ihre Gebeine in das Mausoleum im „Elisabeth-Chor“ überführt.

Meistens wird Elisabeth in fürstlich- herrschaftlichen Kleidern dargestellt.
Auf dem Gemälde in der Spitalkirche trägt Elisabeth einfache Kleidung höheren Standes. Die Krone auf ihrem Haupt weist auf die hohe weltliche Stellung und Landgräfin hin. Im rechten Arm hält sie ein Gefäß, aus welchem sie Almosen an die Armen und Kranken verteilt. Die gepflegte Erscheinung, der durchscheinende Nimbus um das  Haupt und Krone und der eindrucksvolle Ge- sichtsausdruck haben den Maler zu Anfang des
15. Jahrhunderts inspiriert, Elisabeth als moti- vierte, starke und religiöse Frau darzustellen, die ihr Leben in Armut, in Solidraität und lei- denschaftlichem Einsatz für die Armen lebte.
Peter Käser

Secco-Wandgemälde im Presbyterium der Vilsbiburger Spitalkirche »Elisabeth von Thüringen«, Anfang des 15. Jahrhunderts Foto: Peter Käser

Am 25. November feiert die katholische Kirche das Patrozinium der Heiligen Katharina von Alexandrien. Eingebunden in das Bau-Ensemble am Stadtturm, neben dem ehemaligen Heilig Geist-Bürgerspital, dem heutigen Heimatmuseum, verbirgt die kleine Kirche doch viel Historie in sich.
Im Chorgewölbe der Katharinen-Spitalkirche, befindet sich umgeben von zehn Wappenemblemen, die Hl. Katharina in der Mitte auf dem zentralen Schlussstein. Gut sichtbar sind die Erkennungsmerkmale wie Krone, Märtyrerpalme und Wagenrad. Katharina war eine Königstochter und fand wegen ihrer Verehrung des christlichen Glaubens, gerädert auf einem Wagenrad den Märtyrertod.
Interessant ist nun schon, dass in dem kleinen Kirchenbau, in dem heute noch die ehemalige Stadtmauer integriert ist, vier Altäre aufgestellt waren. Die älteste Messstiftung auf dem gotischen Hochaltar war natürlich die Katharinenmesse. Verheerend wütete 1366 ein Großbrand innerhalb der mit Mauer, Wall, Graben und Zaun befestigten wittelsbacher Stadt. Anzunehmen ist, dass damals auch die innerhalb der Stadtmauern stehende Pfarrkirche ein Raub der Flammen wurde. Bis zu einem Pfarrkirchen-Neubau an heutiger Stelle dauerte es noch einige Jahrzehnte. Mit Sicherheit ist die Spitalkirche älter als die Pfarrkirche. Die Adeligen der Hackh aus Haarbach waren die herzoglichen Beamten in Vilsbiburg, und sie stifteten auch im 14. Jhd. ein äußeres Spital vor den Stadtmauern und einen kleinen Kapellenbau an der Stadtmauer und dem Stadtturm. Neben dem bayerischen Wappen im Chorgewölbe, kommen mit ihrem Wappen die Adeligen der Hackh als Stifter des alten Spitales und der Kirche in Frage. Der derzeit älteste Hinweis auf ein Spital geht auf das Jahr 1386 zurück. Hier werden in der Aufschreibung spitaleigene Güter und Zehentabgaben genannt. Und die meisten Abgaben kommen aus Haarbach, wo sich auch die Adeligen der Hackh auf dem Burgstall niederließen. Eine Naturalabgabe, auch Zehent genannt, geht in der Regel an eine Kirche. Und dieser Zehent könnte 1386 schon an die Katharinen-Spitalkirche gegangen sein. Die gesicherte Nennung einer Katharinenkapelle und -messe geht auf den 20. September 1406 zurück. In der Kirche befand sich noch 1690 das Grabmal Ulrich Hackh. Von dem Grabmal gibt es eine Zeichnung, die sich in der Bayerischen Staatsbibliothek München in einem Grabsteinbuch befindet. Die Deutung der Inschrift nennt für den Tod des Ulrich Hackh das Jahr 1406, und den 20. des Monats September. Des Weiteren: „Ulrich Hackh Fundator der Messe [und] Kapelle St. Katharina“. Über der Zeichnung steht der Hinweis: „Dieser Stein liegt in der Kirchen allda“. Daraus ist zu entnehmen, dass der Grabstein am Boden lag. Der obere Teil das Grabmales beinhaltet die Inschrift, darunter befindet sich das Wappen der Hackh, ein Feuerhacken, so wie er auch im Chorgewölbe der Spitalkirche links vom Schlussstein mit der Hl. Katharina zu finden ist. In der bischöflichen Aufschreibung von 1438 werden drei Geistliche bei der Pfarrkirche genannt, und zwei im Spital. Ein Spitalkaplan hat die Katharinenmesse, der andere müsste der Kaplan des Priesters Ulrich Rogler mit der Barbaramesse sein. Rogler war Kaplan auf der Burg in Landshut und er war der Bruder von Dorothea Westendorfer, welche am 1. April 1456 die Georgsmesse in die Spitalkirche, mit einem Priester und Priesterhaus stiftete. Eine weitere Messe in der Kirche war die Michaelimesse, welche auf einem Altar auf der Empore zelebriert wurde. Auf einem Grabmal neben dem Südportal der St. Jodokkirche in Landshut, wird am 19. Mai 1481 Leonhard Wagenhaymer als Kaplan der Michaelimesse in der Vilsbiburger Spitalkirche genannt. Auf der so genannten „Porkirche“ (= Empore) der Spitalkirche stand ein kleiner Altar, der dem hl. Michael geweiht war. 1686 wurde die Michaelimesse von der Empore herab, mit einen neuen Michaeli-Barbara-Seitenaltar vereint.
Geblieben ist bis in die heutige Zeit ein Michaeligemälde, das im Inneren der Kirche über dem Eingang hängt. Am Platz des ehemaligen barocken Barbara-Michaeli Seitenaltares hängt heute das Barbaragemälde des Churfürstlichen Hofmalers Franz Joseph Geiger aus Landshuter von 1686 „Anrufung der Hl. Barbara“. 1842 kam der wertvolle Hochaltar von Maria Hilf in die Spitalkirche. Er wurde 1863 wieder abgebrochen. Ebenso der barocke Michaeli-Barbara Seitenaltar von 1686. An seine Stelle wurde eine Kanzel mit einem Aufgang von der Sakristei her errichtet. Nach der Sanierung der Spitalkirche im Jahr 2002 kam das wertvolle Barbaragemälde an die Wand, an welcher vor über 300 Jahren der Barbara-/Michaelialtar mit diesem Gemälde stand.
Der Vilsbiburger Anzeiger vom Samstag den 4. Dezember 1909 berichtet: In der Spitalkirche um 6 Uhr heiliges Engelamt zu Ehren der heiligen Barbara, aufgeopfert für die Rogler- und Westendorfer`sche Verwandtschaft. So wurde auch noch nach Jahrhunderten der ursprünglichen Stiftung, mit einer Barbaramesse in der Spitalkirche, den beiden Stifterfamilien der Rogler (Barbaramesse) und Westendorfer (Georgsmesse) gedacht.
Interessant ist im Zusammenhang mit einer Kirchenstiftung auch das alte überlieferte Kirchweihfest der Spitalkirche, das am 4. Sonntag nach Ostern gefeiert wurde. Dieser Sonntag ist sozusagen der Geburtstag der Kirche und auch der ursprüngliche Sonntag seiner Weihe, nur in welchem Jahr die Katharinen-Spitalkirche geweiht wurde, entzieht sich der Nachforschung.
            Weitere Informationen im Internet: www.museum-vilsbiburg.de

– Außenansicht der Katharinenkirche am Stadtturm, 11.2020
Ansicht 1906
Ansicht: Spital, Kirche und Turm, Jahr 1580
Emblem der Hl. Katharina von Alexandrien auf dem Zentralschlussstein im Chor, mit Attri-buten.

Da sich der Priester während der Michaelimesse, die auf dem gleichnamigen Altar auf der Orgelempore der Spitalkirche gelesen wurde, immer wieder über die Emporebrüstung legen musste, damit die Gläubigen das vom Priester gesprochene Wort Gottes hören konnten, wurde die Messe im Jahre 1686 auf den Barbara Seitenaltar übertragen.
Im gleichen Jahr wurde ein barocker Barbara-Michaelialtar geschaffen.
Zum Weiterlesen

Das Heimatmuseum wird am 20. November stolze 110 Jahre alt

Da wird jemand 110 Jahre alt – das ist normalerweise ein Grund zum Feiern und für zahlreiche Gratulationsbesuche. Nicht so in Coronazeiten. Das Heimatmuseum in Vilsbiburg feiert still und leider auch ohne Besucher – obwohl es viele Gründe gibt für eine öffentliche Würdigung.

Am 20. November 1910 wurde das Heimatmuseum vom 1. Bürgermeister Michael Winkler im ehemaligen Mädchenschulhaus im Kirchenweg 1 eröffnet. Vorausgegangen war ein Beschluss des Magistrats, in dem der Zweck dieses Museums eher knapp und sachlich beschrieben wurde, als „Ansammlung historischer Gegenstände“. Die Zeitung vermerkte zur Eröffnung: „Die geladenen Gäste … sprachen ausnahmslos günstig über die angesammelten jetzt schon sehr zahlreichen Gegenstände…“. Überlassen wurden dem Museum aus der Bevölkerung „geeignete, vorzüglich aus älterer Zeit stammende Gegenstände, Schriftstücke u. dgl. von auch nur einigermaßen kultureller und historischer Bedeutung …“

In den folgenden Jahren kommt das Museum allerdings nicht recht voran, Krieg,  Nachkriegswirren und Inflation hemmen die Arbeit des Museumsausschusses unter Vorsitz des Zahnarztes Anton Bösl sehr. Ein Schwerpunkt der Sammlung, die Kröninger Hafnerware, allerdings, wird in diesen Jahren schon gelegt. Bartholomäus Spirkner, Ortspfarrer in Kirchberg, trägt viele damals noch verfügbare Erzeugnisse aus den verschiedenen Werkstätten zusammen, sammelt aber darüber hinaus auch historische Keramikprodukte aus der Gegend sowie Informationen über Herstellungsverfahren, Vertriebswege und Lebensbedingungen im Hafnergewerbe.

Um die Arbeit des Museums zu unterstützen, gründet sich am 27. Dezember 1928 der „Heimatverein für den Bezirk Vilsbiburg“, der auch mit der Herausgabe von volkskundlichen Publikationen für das Museum wirbt. Vertreten in diesem Gremium sind vorwiegend Honoratioren, wie der Rechtsanwalt Dr. Georg Lindner, der Bezirksschulrat Ludwig Steinbauer, der Arzt Dr. Josef Huber oder der Kaufmann Carl Zollner. Daneben Bankdirektoren, Mühlen – und Sägewerksbesitzer oder Pfarrer, dies zeigt die Bedeutung, die dem Museum und seinen Aufgaben zugemessen wurde.
Die Aufgaben gehen jetzt schon weit über das bloße „Sammeln“ von Gegenständen hinaus. Es geht nun um eine Erforschung der Heimatgeschichte, der Familiengeschichte, des Zunft-und Innungswesens, daneben aber auch der Waffen- und Münzkunde – sowie der „Pflege und des Schutzes der Naturschönheiten“. So werden auch Wanderungen in die nähere Umgebung veranstaltet und Feierlichkeiten bzw. Festveranstaltungen für ortsbekannte Persönlichkeiten ausgerichtet.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der Gleichschaltung auch kultureller Institutionen nimmt die Bedeutung und die Aktivität des Museums jedoch rasch ab.

Eine Wiederbelebung findet so erst 1948 statt. Der neue Museumsleiter Gustav Laube, ein ausgewiesener Museumsfachmann, und der Redakteur Anton Feistle als Vorsitzender des Heimatvereins, bemühen sich, das Museum wieder voranzubringen. Doch die Zeiten sind schwierig, viel Arbeit, Mühen und Geld fließen in den Wiederaufbau und die Verbesserung der Lebensverhältnisse, und so dauert es bis 1958, bis ein weiterer, bedeutender Schritt in der Entwicklung des Museums einsetzt, der Umzug in das Heilig-Geist-Spital am Stadtplatz.
Trotz der neuen Räume bleibt das Platz– und Inventarisierungsproblem der vielen Sammlungsgegenstände, die Besucherzahlen sind wenig zufriedenstellend.
Mit der Wahl des Vorsitzenden Josef Billinger 1968 und der Ernennung des neuen Museumsleiters Lambert Grasmann 1973 wird die Arbeit des Museums neu belebt. Mit vielen neuen, jungen Mitgliedern im Heimatverein ziehen auch neue Ideen für die Museumsarbeit ein.
So gibt es von nun an ein strukturiertes Jahresprogramm mit Vorträgen und Fahrten,  und vor allem die Einrichtung von jährlichen Sonderausstellungen. Diese werden jetzt auch möglich, weil durch zahlreiche Umbauten und Erweiterungen mehr Platz zur Verfügung steht, um die vielfältigen Exponate zu präsentieren. Dies wird von der Bevölkerung honoriert und so kommen am „Tag der offenen Tür“ 1973 mehr als 1000 Besucher, um die neuen Räume zu besichtigen.
Die Erweiterung der Sammlungen und die wissenschaftliche Erforschung gingen unterdessen unter Leitung Lambert Grasmanns und des 1. Vorsitzenden des Heimatvereins Peter Barteit intensiv voran, wieder wurden die Raumprobleme akut. Der Ausbau weiterer Räume im Stadtplatz Nr. 39 sowie im Dachgeschoss in den 1990er Jahren half hier nur für kurze Zeit.

2017 wird die herausragende Arbeit des Heimatmuseums unter Leitung von Lambert Grasmann honoriert durch die Verleihung des Bayerischen Museumspreises und die Einrichtung einer festangestellten Museumsleitung durch die Stadt Vilsbiburg.
Seit 2018 zeichnen die Museumsleiterin Annika Janßen-Keilholz und der Vorsitzende des Heimatvereins Stephan Priller für die weitere Entwicklung des Museums verantwortlich.

Anspruchsvolle lokal- und regionalgeschichtliche Museen wie das Heimatmuseum Vilsbiburg sind heute weit mehr als „Sammlungen historischer Gegenstände“. Neben dem Bewahren steht heute vor allem das Vermitteln im Vordergrund, das Vermitteln von Wissen über Herkunft und Werden, über Veränderungen und deren Gründe. Das Museum sammelt nicht in erster Linie für das Bewahren der Vergangenheit, sondern für ein besseres Verständnis der Gegenwart und einen bewussteren Weg in die Zukunft.

Dies geht einher mit anderen Schwerpunktsetzungen in Ausstellungen, Präsentationen und Begleitprogrammen. Die Museumsleiterin Annika Janßen-Keilholzführt dazu aus: „Das Museum muss versuchen, alle Generationen anzusprechen, muss pädagogische Angebote machen, muss aktive Vermittlung treiben und Besucher aktivieren.
Dies bringt Bürgerinnen und Bürger näher zur eigenen Gemeinde, schafft Nähe, fördert Wissen – und macht darüber hinaus natürlich auch Spaß!“

Diese Neuausrichtung gibt es allerdings nicht umsonst, sie kostet Zeit, benötigt Platz und nicht zuletzt Geld. Wichtige Schritte bei der Umsetzung sind mit der Einrichtung einer festen Museumsleitung und den Umbauten in den letzten Jahren getan worden. Will man diese, auch für die Region notwendige Entwicklung weiter fördern, dann braucht das Heimatmuseum nach Meinung der Verantwortlichen Räume für eine effektivere Depot- und Archivarbeit, Büroräume mit moderner Ausstattung sowie Aktionsräume, um auch größere Gruppen, wie z.B. Schulklassen im Museum betreuen zu können.

Natürlich ist das Heimatmuseum auch weiterhin angewiesen auf das Engagement von ehrenamtlichen HelferInnen und die wohlwollende Unterstützung durch die Stadt.
Auch wenn in den kommenden Jahren in Folge der coronabedingten Entwicklungen Ausgaben neu betrachtet werden müssen und viele Aufgaben zu berücksichtigen sein werden, so sollen in einer lebendigen Stadt, wie Vilsbiburg auch und besonders die kulturellen Bedürfnisse Gewicht haben.
Das Heimatmuseum leistet für das Gemeinwesen seit 110 Jahren seinen großen kulturellen Beitrag. Es wäre sehr zu wünschen, dass dieser in den kommenden Jahren noch intensiviert werden kann.
Auf viele weitere Jahre!  Alles Gute zum Geburtstag!
Roger Jopp

Die Zeitungsannonce zur Eröffnung des Museums. Der reguläre Eintritt betrug damals 20 Pfennig
Die neue Museumsleiterin Annika Janßen-Keilholz
Miglieder des Vorstands und Beirats des Heimatvereins 1934 um den Vorsitzenden Josef Brandl

In den Verhandlungen des Historischen Vereines für Niederbayern,
achter Band, Landshut 1862, wird von Joseph Würdinger untersucht:
Urkunden-Auszüge zur Geschichte
des Landshuter Erbfolgekrieges (1503-1505)

Druck und Verlag der Thomann´schen Buchhandlung
Im Archiv des Heimatverein Vilsbiburg fotografiert von Peter Käser – 11.2020

Zum PDF

Der Chor von St. Martin

In den Verhandlungen des Historischen Vereines für Niederbayern,
Landshut 1857, wird
Der Bau und die Erbauer des CHORS ZU St. MARTIN in Landshut
vom Vereins-Mitglied Herrn Johann Spörl, Lehrer zu Altdorf
– einer Untersuchung zugeführt.
Druck und Verlag der Thomann´schen Buchhandlung
Im Archiv des Heimatverein Vilsbiburg fotografiert von Peter Käser – 11.2020

Zum PDF

Für die Stadt Vilsbiburg und ihre Geschichtsfindung ist es gut zu wissen, dass sich in der Katharinen Spitalkirche neben dem Stadtturm ein wertvolles Gemälde des Churfürstlichen Hofmalers von Landshut Franz Joseph Geiger aus dem Jahr 1686 befindet. In der jetzigen Forschung geht es aber auch um die Stiftung einer dazugehörigen Barbaramesse und eines Altares. Denn in der kleinen Spitalkirche befanden sich in früher Zeit einmal vier Altäre mit den dazugehörigen Messen.
Zum Weiterlesen

Gemeinde/Markt Geisenhausen
Der Heimatverein Vilsbiburg richtete im Jahr 2008 im denkmalgeschützten „Hanslbauern Hof“ in Hörlkam bei Geisenhausen, dem Künstler- und Keramikerhof von Michaela und Florian Geissler, den Tag des offenen Denkmals unter dem Titel „Arbeiten und wohnen im Denkmal“ aus. Dabei entstand der Gedanke, sich auch mit der Geschichte des alten Dreiseithofes zu beschäftigen. Die Nachforschungen zur Hofgeschichte des „Hanslbauern“ bringen es mit sich, auch die Entstehung und Entwicklung des Ortsnamens und des Weilers Hörlkam selbst, in den Archiven zu erforschen.
Da die früheste derzeitige Nennung von Hörlkam mit dem Namen „Herilincheima“ vor über 1000 Jahren zu finden ist, wird der Weilername Hörlkam von „-heim“ und von einem Besitzer, in diesem Falle von einem „Herilin“ herkommen. Somit dürfte Hörlkam, als „Heim des Herilin“ aus einem fränkischen Grundhof um 800/900 entstanden sein. Als Grundwort ist althochdeutsch -heim oder -haim zu erschließen, das eine Kurzform zu „cheima“ ist: Wohnung, Behausung, Heimstatt. Or by best rolex fakes
Die Vermehrung von einem Hof zu einem Weiler mit mehreren Höfen dürfte im 10. Jahrhundert entstanden sein: die Söhne des „Herilin“ haben sich beim väterlichen Gutshof sesshaft gemacht.
Hörlkam kann auf eine archivalisch gut nachweisbare 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Auch andere bekannte Ortsnamen sind bei dieser Nennung, den Traditionen des Hochstiftes Freising von 990/1000 zu finden: Eiselsdorf, Geisenhausen, Rampoldsdorf, Haunersdorf, Allkofen, Oberfimbach, Fimbach, Lochham, Hettenkofen, Adllmannsdorf, Attenkofen, Schweinbach, Bergham und eben Hörlkam.
In der ersten Steuerbeschreibung des kleinen Landgerichts Geisenhausen, einem Giltbuch vom Jahr 1474 wird Hörlkam beschrieben. In einer Beschreibung des Besitzstandes des Klosters Frauenchiemsee vom Jahr 1629 erscheinen neben dem „Auergut“ in Hörlkam auch die Hausnamen des „Kleeberger“, „Sellmayer“, „Ott“ und „Hanslbauer“. Eine statistische Beschreibung der Höfe im Amt Geisenhausen liefert die Güterkonskription vom Jahr 1752 und die Hofanlagenbücher von 1760 bzw. 1791, welche sich im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München befinden. Aus dem Staatsarchiv von Landshut auf der Burg Trausnitz, wurde der Häuser- und Rustikalsteuerkataster von Geisenhausen vom Jahr 1808, der Grundsteuerkataster von 1813, der Rustikal-Steuerkataster über das Grundvermögen des Steuerdistrikts Geisenhausen, Landgericht Vilsbiburg im Isarkreis vom Februar 1815, der Urkataster vom Jahr 1844/46 und letztendlich die Umschreibhefte von Hörlkam mit den Hausnummern 160 bis 165 behandelt.
Peter Käser
Zum Weiterlesen