Der im „Rufe der Heiligkeit“ verstorbene Pater Viktrizius wurde drei Jahre nach seinem Tod, vom Klosterfriedhof in die Gruft der Vilsbiburger Wallfahrtskirche Maria Hilf überführt. 1935 konnte der Seligsprechungsprozess für Pater Viktrizius eröffnet werden. Wenn im Prozeß um seine Seligsprechung auch immer wieder Fortschritte erzielt werden konnten, so wartet Vilsbiburg seit Jahrzehnten auf ein Zeichen aus Rom.
Am 25. April 1935 eröffnete der Regensburger Bischof Michael Buchberger den Prozeß der Seligsprechung.
Am 22. April 1954 fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Erhebung und Begutachtung der irdischen Überreste statt. Am 10. Mai 1979 wurde in Gegenwart des Heiligen Vaters, Johannes Paul II. das Urteil ausgesprochen und feierlich erklärt: Pater Viktrizius hat sein Leben in jeder Weise vorbildlich heroisch geführt. Er darf daher „Ehrwürdiger Diener Gottes“ genannt werden. Damit war ein wichtiger Schritt für eine künftige Seligsprechung getan.
Peter Käser
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Nach der Auflösung der geistlichen Orden auch hier in Vilsbiburger, der Kapuziner im Jahr 1802, mussten sie ihr bisheriges Hospitium (Niederlassung) am Maria-Hilfsberg verlassen und es wurde zwei Wallfahrtspriestern vom Weltklerus die Wallfahrt übertragen. Aber sie hatten keine eigene Wohnung. Gestiftet durch Beiträge und freiwillige Handdienstleistungen wurde 1827 eine schöne Wallfahrtspriesterwohnung nebst einem kleinen Garten nahe an der Kirche erbaut und am 8. September feierlich seiner Bestimmung übergeben.
1846 zogen dann die Redemptoristenpatres auf. Der „herrliche Tempel“, die Maria Hilf Kirche, wurde unter der Tätigkeit der Redemptoristen umgebaut: Anbau zweier Seitenschiffe, zwei Aufgangstreppen, einem Zwischenbau zwischen Kirche und Kloster, einer großen Kirchen-Vorhalle, drei neue Altäre, die Kanzel und die vollständig künstlerische Ausmalung des Ganzen durch Frater Max Schmalzl, ein Redemptorist aus Gars am Inn.
Peter Käser
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Tag des offenen Denkmals auf Maria Hilf in Vilsbiburg.
Informationen über die Sanierung der Türme von Maria Hilf beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag den 11. September 2016.
Das Schlagwort „Gemeinsam Denkmale erhalten“ bringt es auf den Punkt, dass die beiden Türme der Bergkirche dank gemeinsamer Anstrengungen, seit dem Frühjahr 2016 restauriert werden können. Entsprechend stellte der Heimatverein Vilsbiburg die Turm-Sanierung in den Mittelpunkt des Denkmaltages. Wallfahrtsdirektor Pater Peter Berger begrüßte die Interessierten in der gut besetzten Bergkirche. Der Heimatforscher Peter Käser gab einen Einblick in die Baugeschichte des Gotteshauses. Die Architektin der Restaurierung Claudia Geilersdorfer aus Vilsbiburg, gab in einem reich bebilderten Power Point Vortrag einen Überblick über den Verlauf der Sanierungsarbeiten.
Perer Käser
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Die Kuppel der Vilsbiburger Stadtpfarrkirche stand nach einem Blitzeinschlag in Flammen. Die Frage ist, wie würde man heute reagieren, wenn auf einmal aus der Kuppel Flammen schlagen würden. Der Brandherd wäre in etwa 70 Metern Höhe. Die Kuppel der Pfarrkirche hat schon manchen Blitzeinschlag bis herab zur Orgel verkraftet, auch die halbe Turmkuppel wurde schon herab geschlagen. Ein Blitzstrahl am 13. April 1807 nachmittags zwischen fünf und sechs Uhr, setzte die Kuppel des Pfarrkirchenturmes in Brand, ohne dass die Bevölkerung das Einschlagen des Blitzes bemerkt hatte.
Peter Käser
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Johann Thaddäus Nicolaus Reichsfreiherr von Mändl,
und seiner Gattin Maria Theresia Maximiliana Cajetana Josepha
Freyfrau von Mändl, geborene von Lodron in der Pfarrkirche Vilsbiburg.
Er, Johann Taddäus von Mändl war Reichsfreiherr, seine Gattin Maria Theresia eine geborene Reichsgräfin von Lodron auf Furth bei Landshut. Beide waren Mautner und Pfleger im Dienste der kurfürstlichen Herrschaft im Markt Vilsbiburg.
Mit 63 Jahren stirbt 1735 Johann Taddäus beim Vorritt der kurfürstlichen Gesellschaft, welche auf der Reise von Schloss Isarhofen nach Altötting war, bei Aich kurz nach Vilsbiburg – er fällt tot vom Pferd. Sein Grabmal in der Pfarrkirche Vilsbiburg ist nicht mehr vorhanden, aber ein Foto dessen.
Die Gattin Maria Theresia übernimmt den Posten im kurfürstlichen Pflegamt Vilsbiburg bis zu ihrem Tode 1740. Ihr bezeichnendes Rotmarmor-Grabmal ist noch in der Pfarrkirche Vilsbiburg erhalten. Beide verband eine innige Liebe zur Wallfahrt Maria Hilf bei Vilsbiburg. Dieses vermochten beide auf ihren Grabmälern herausheben. Kurz vor ihrem Tod stiftet Maria Theresia 1000 Gulden für die Lodronmesse in der Pfarrkirche Vilsbiburg.
Peter Käser
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Die Besetzung der Pfarrei Vilsbiburg erfolgte durch die Patres des Klosters Sankt Veit bei Neumarkt an der Rott seit Anfang des 15. Jahrhunderts. Überaus begehrt war die Seelsorge in Vilsbiburg, welche von den Pfarrvikaren gerne wahrgenommen wurde. Die zu lange Exponierung auf der Pfarrei führte zur teilweisen Verweltlichung. Der Vilsbiburger Pfarrvikar Modestus Niedermayr hat mit „der triefäugigen Lea“ die Arbeit und Gehorsam im Kloster St. Veit, mit „der schönen Rachel“, der Seelsorge in Vilsbiburg verglichen.
Peter Käser
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Die archivalen Informationen zur Geschichte der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Vilsbiburg sind vielfältig. Das Archiv der Pfarrei selbst birgt nicht weniger als fünfzig laufende Meter an Geschriebenem bis in die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg. Umfangreiches Material befindet sich im Bischöflichen Zentralarchiv von Regensburg, im Staatsarchiv in Landshut, im Hauptstaatsarchiv und der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek von München. Besonders interessieren die Bistums-Visitationsberichte der Jahre 1508, 1526, 1559 und 1589/90 und die Diözesanmatrikel von 1600 bis 1997.
Archiv-Bearbeitungen bis zurück zur derzeit frühesten Nennung einer Vilsbiburger Kirche im Jahr 1265 und der Pfarrei ab etwa 1326, sind zusammengefasst in den Beiträgen zur Geschichte des Bistums Regensburg.
Das Archiv des Heimatvereins Vilsbiburg im Vilsbiburger Museum am Stadtturm, bietet eine willkommene Plattform, nicht nur in den archivalen Urkunden zu forschen, sondern auch in der Bericht- und Fotosammlung zu blättern.
Peter Käser
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Die Mönche des Klosters Neumarkt an der Rott, welche als Vikare auf der Pfarrei Vilsbiburg über 400 Jahre wirkten, nannten die Pfarrei die „schöne Rachel“. Im Gegensatz wurde das Leben im Neumarkter Konvent als „triefäugige Lea“ hingenommen.
Auf herzoglichem Grund und Boden wurde Vilsbiburg als „Stat“ mit Mauer, Wall, Graben und Zaun bei der zweiten herzoglichen Stadt-Gründungszeit um 1260 errichtet. Am 12. Juli 1265 wird auch schon die Kirche genannt. Stand sie in der befestigten Stadt selbst? Nach großen Katastrophen ab 1341 bis 1366 war Vilsbiburg letztendlich keine Stadt mehr, sondern Markt, bis wiederum zur Stadterhebung am 1. April 1929. Nach dem großen Brand von Vilsbiburg 1366 musste eine neue Kirche erbaut werden. Als herzogliche Stiftung wurde die Pfarrei Vilsbiburg 1372 dem Kloster St. Veit an der Rott (Neumarkt St. Veit) übertragen. Ein Neubau geschah weit ab der Stadtbefestigung, erhöht über der Vils, an der Strasse nach Frontenhausen. 1406 wird zum ersten Mal das Patrozinium S: Mariae genannt. Der Neubau war eine Stiftung des Landshuter Herzogs Heinrich XVI. (des Reichen), weitere Baumaßnahmen waren unter Herzog Ludwig IX., von dessen Ehefrauen die Wappen von Österreich und Sachsen auf den Schlusssteinen im Chor den Nachweis bringen. Am 29. Oktober 1413 war die Weihe der Kirche mit sieben Altären. Die Jahreszahl 1414 gibt das Ende eines Bauabschnittes auf dem Schlussstein am Chorbogen an. Die Pfarrkirche hat in ihren bestehenden 600 Jahren gar manchen Umbau erlebt. Ob im innerkirchlichen oder im baulichen Bereich. Der eigentliche Stifterwille wurde jäh durch Kriege, Reformen und Zeitgeist unterbrochen – ein Karussell das sich immer weiterdrehen wird. Im Jahr 2006 stellte der Autor Peter Käser sein 370seitiges Buch „Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt Vilsbiburg“ im Verlag Attenkofer vor.
Eine langjährige umfangreiche Forschungsarbeit nicht nur zur Pfarrkirche so auch zur Stadt Vilsbiburg, wird abgeschlossen mit Untersuchungen zur Ausstattung, Glocken, Orgeln, Grabdenkmäler, Stiftungen, Bruderschaften, Pfarrhof und Geistlichen.
Ein Arbeitsbuch mit vielen Facetten und Details.
Peter Käse
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Über die Entstehung der Pfarrei und der Pfarrkirche wurde schon vieles geforscht und niedergeschrieben. Manches ist einer Vermutung zuzuordnen, manches kann urkundlich nicht bewiesen werden. Hier wurde der Versuch unternommen, anhand von Urkunden, der Entstehung auf den Grund zu gehen, und eine Fortsetzung des genannten niederzuschreiben.
Die Zusammenstellung sollte eigentlich im Anhang des 2006 erschienenen Buches über die „Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt Vilsbiburg“ erscheinen.
Peter Käser
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