Nach der Auflösung der geistlichen Orden auch hier in Vilsbiburger, der Kapuziner im Jahr 1802, mussten sie ihr bisheriges Hospitium (Niederlassung) am Maria-Hilfsberg verlassen und es wurde zwei Wallfahrtspriestern vom Weltklerus die Wallfahrt übertragen. Aber sie hatten keine eigene Wohnung. Gestiftet durch Beiträge und freiwillige Handdienstleistungen wurde 1827 eine schöne Wallfahrtspriesterwohnung nebst einem kleinen Garten nahe an der Kirche erbaut und am 8. September feierlich seiner Bestimmung übergeben.
1846 zogen dann die Redemptoristenpatres auf. Der „herrliche Tempel“, die Maria Hilf Kirche, wurde unter der Tätigkeit der Redemptoristen umgebaut: Anbau zweier Seitenschiffe, zwei Aufgangstreppen, einem Zwischenbau zwischen Kirche und Kloster, einer großen Kirchen-Vorhalle, drei neue Altäre, die Kanzel und die vollständig künstlerische Ausmalung des Ganzen durch Frater Max Schmalzl, ein Redemptorist aus Gars am Inn.
Peter Käser
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Tag des offenen Denkmals auf Maria Hilf in Vilsbiburg.
Informationen über die Sanierung der Türme von Maria Hilf beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag den 11. September 2016.
Das Schlagwort „Gemeinsam Denkmale erhalten“ bringt es auf den Punkt, dass die beiden Türme der Bergkirche dank gemeinsamer Anstrengungen, seit dem Frühjahr 2016 restauriert werden können. Entsprechend stellte der Heimatverein Vilsbiburg die Turm-Sanierung in den Mittelpunkt des Denkmaltages. Wallfahrtsdirektor Pater Peter Berger begrüßte die Interessierten in der gut besetzten Bergkirche. Der Heimatforscher Peter Käser gab einen Einblick in die Baugeschichte des Gotteshauses. Die Architektin der Restaurierung Claudia Geilersdorfer aus Vilsbiburg, gab in einem reich bebilderten Power Point Vortrag einen Überblick über den Verlauf der Sanierungsarbeiten.
Perer Käser
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Die Kuppel der Vilsbiburger Stadtpfarrkirche stand nach einem Blitzeinschlag in Flammen. Die Frage ist, wie würde man heute reagieren, wenn auf einmal aus der Kuppel Flammen schlagen würden. Der Brandherd wäre in etwa 70 Metern Höhe. Die Kuppel der Pfarrkirche hat schon manchen Blitzeinschlag bis herab zur Orgel verkraftet, auch die halbe Turmkuppel wurde schon herab geschlagen. Ein Blitzstrahl am 13. April 1807 nachmittags zwischen fünf und sechs Uhr, setzte die Kuppel des Pfarrkirchenturmes in Brand, ohne dass die Bevölkerung das Einschlagen des Blitzes bemerkt hatte.
Peter Käser
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Johann Thaddäus Nicolaus Reichsfreiherr von Mändl,
und seiner Gattin Maria Theresia Maximiliana Cajetana Josepha
Freyfrau von Mändl, geborene von Lodron in der Pfarrkirche Vilsbiburg.
Er, Johann Taddäus von Mändl war Reichsfreiherr, seine Gattin Maria Theresia eine geborene Reichsgräfin von Lodron auf Furth bei Landshut. Beide waren Mautner und Pfleger im Dienste der kurfürstlichen Herrschaft im Markt Vilsbiburg.
Mit 63 Jahren stirbt 1735 Johann Taddäus beim Vorritt der kurfürstlichen Gesellschaft, welche auf der Reise von Schloss Isarhofen nach Altötting war, bei Aich kurz nach Vilsbiburg – er fällt tot vom Pferd. Sein Grabmal in der Pfarrkirche Vilsbiburg ist nicht mehr vorhanden, aber ein Foto dessen.
Die Gattin Maria Theresia übernimmt den Posten im kurfürstlichen Pflegamt Vilsbiburg bis zu ihrem Tode 1740. Ihr bezeichnendes Rotmarmor-Grabmal ist noch in der Pfarrkirche Vilsbiburg erhalten. Beide verband eine innige Liebe zur Wallfahrt Maria Hilf bei Vilsbiburg. Dieses vermochten beide auf ihren Grabmälern herausheben. Kurz vor ihrem Tod stiftet Maria Theresia 1000 Gulden für die Lodronmesse in der Pfarrkirche Vilsbiburg.
Peter Käser
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Die Besetzung der Pfarrei Vilsbiburg erfolgte durch die Patres des Klosters Sankt Veit bei Neumarkt an der Rott seit Anfang des 15. Jahrhunderts. Überaus begehrt war die Seelsorge in Vilsbiburg, welche von den Pfarrvikaren gerne wahrgenommen wurde. Die zu lange Exponierung auf der Pfarrei führte zur teilweisen Verweltlichung. Der Vilsbiburger Pfarrvikar Modestus Niedermayr hat mit „der triefäugigen Lea“ die Arbeit und Gehorsam im Kloster St. Veit, mit „der schönen Rachel“, der Seelsorge in Vilsbiburg verglichen.
Peter Käser
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Die archivalen Informationen zur Geschichte der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Vilsbiburg sind vielfältig. Das Archiv der Pfarrei selbst birgt nicht weniger als fünfzig laufende Meter an Geschriebenem bis in die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg. Umfangreiches Material befindet sich im Bischöflichen Zentralarchiv von Regensburg, im Staatsarchiv in Landshut, im Hauptstaatsarchiv und der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek von München. Besonders interessieren die Bistums-Visitationsberichte der Jahre 1508, 1526, 1559 und 1589/90 und die Diözesanmatrikel von 1600 bis 1997.
Archiv-Bearbeitungen bis zurück zur derzeit frühesten Nennung einer Vilsbiburger Kirche im Jahr 1265 und der Pfarrei ab etwa 1326, sind zusammengefasst in den Beiträgen zur Geschichte des Bistums Regensburg.
Das Archiv des Heimatvereins Vilsbiburg im Vilsbiburger Museum am Stadtturm, bietet eine willkommene Plattform, nicht nur in den archivalen Urkunden zu forschen, sondern auch in der Bericht- und Fotosammlung zu blättern.
Peter Käser
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Die Mönche des Klosters Neumarkt an der Rott, welche als Vikare auf der Pfarrei Vilsbiburg über 400 Jahre wirkten, nannten die Pfarrei die „schöne Rachel“. Im Gegensatz wurde das Leben im Neumarkter Konvent als „triefäugige Lea“ hingenommen.
Auf herzoglichem Grund und Boden wurde Vilsbiburg als „Stat“ mit Mauer, Wall, Graben und Zaun bei der zweiten herzoglichen Stadt-Gründungszeit um 1260 errichtet. Am 12. Juli 1265 wird auch schon die Kirche genannt. Stand sie in der befestigten Stadt selbst? Nach großen Katastrophen ab 1341 bis 1366 war Vilsbiburg letztendlich keine Stadt mehr, sondern Markt, bis wiederum zur Stadterhebung am 1. April 1929. Nach dem großen Brand von Vilsbiburg 1366 musste eine neue Kirche erbaut werden. Als herzogliche Stiftung wurde die Pfarrei Vilsbiburg 1372 dem Kloster St. Veit an der Rott (Neumarkt St. Veit) übertragen. Ein Neubau geschah weit ab der Stadtbefestigung, erhöht über der Vils, an der Strasse nach Frontenhausen. 1406 wird zum ersten Mal das Patrozinium S: Mariae genannt. Der Neubau war eine Stiftung des Landshuter Herzogs Heinrich XVI. (des Reichen), weitere Baumaßnahmen waren unter Herzog Ludwig IX., von dessen Ehefrauen die Wappen von Österreich und Sachsen auf den Schlusssteinen im Chor den Nachweis bringen. Am 29. Oktober 1413 war die Weihe der Kirche mit sieben Altären. Die Jahreszahl 1414 gibt das Ende eines Bauabschnittes auf dem Schlussstein am Chorbogen an. Die Pfarrkirche hat in ihren bestehenden 600 Jahren gar manchen Umbau erlebt. Ob im innerkirchlichen oder im baulichen Bereich. Der eigentliche Stifterwille wurde jäh durch Kriege, Reformen und Zeitgeist unterbrochen – ein Karussell das sich immer weiterdrehen wird. Im Jahr 2006 stellte der Autor Peter Käser sein 370seitiges Buch „Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt Vilsbiburg“ im Verlag Attenkofer vor.
Eine langjährige umfangreiche Forschungsarbeit nicht nur zur Pfarrkirche so auch zur Stadt Vilsbiburg, wird abgeschlossen mit Untersuchungen zur Ausstattung, Glocken, Orgeln, Grabdenkmäler, Stiftungen, Bruderschaften, Pfarrhof und Geistlichen.
Ein Arbeitsbuch mit vielen Facetten und Details.

Peter Käse
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Über die Entstehung der Pfarrei und der Pfarrkirche wurde schon vieles geforscht und niedergeschrieben. Manches ist einer Vermutung zuzuordnen, manches kann urkundlich nicht bewiesen werden. Hier wurde der Versuch unternommen, anhand von Urkunden, der Entstehung auf den Grund zu gehen, und eine Fortsetzung des genannten niederzuschreiben.
Die Zusammenstellung sollte eigentlich im Anhang des 2006 erschienenen Buches über die „Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt Vilsbiburg“ erscheinen.
Peter Käser
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Der Plebano (Leutepriester) in Vilspiburch – 19. August 1337

Magister/Licentiat Pfarrer Caspar Westendorfer

Pfarrer von Sankt Jodok in Landshut und Rat des Herzogs
Generalvikar, Offizial der Salzburger Kirche
Vilsbiburger Spitalstifter
Die Westendorfer werden in Vilsbiburg, in Landshut, Au bei Bad Aibling, Pondorf und Saulburg bei Straubing, in Straubing selbst und in Viechtach genannt. Westendorf bei Augsburg/Aichach führt im Wappen den schwarzen Westendorfer-Wappenring.
In der Bayerischen Staatsbibliothek zeigen die Landtafeln von 1565 als Vertreter des Prälatenstandes (Klöster, Pröpste und Stifte) der Städte, Märkte und ehemaligen Grafschaften, die im Herzogtum Bayern aufgegangen waren, auch das Wappenschild der Westendorfer mit dem schwarzen Ring im silbernem Schild und dem darüber stehenden Namen – Westendorfer.

– Stiftete die Witwe Dorothea Westendorfer, die Mutter des Pfarrers von Sankt Jodok in Landshut, Caspar Westendorfer, am 1. April 1456 eine Messe auf den Johannesaltar in die Pfarrkirche Vilsbiburg und ebenso auf den Georgsaltar in der Sankt Katharinenkirche, der Vilsbiburger Spitalkirche neben dem oberen Stadttor, die so genannte »Westendorfermesse«, so machte ihr Sohn Caspar im Jahr 1476 eine großartige Stiftung, mit der Fundation des Spitales (= Bürgerheim/Altenheim) zum Heiligen Geist innerhalb des Marktes, neben dem oberen Stadtturm in Vilsbiburg, in dem sich heute ein Teil des Vilsbiburger Heimatmuseums befindet.
– Pfarrer Caspar Westendorfers Mutter Dorothea ist eine geborene Rogler, was aus der Stiftungsurkunde der Vilsbiburger Westendorfermesse vom 1. April 1456 hervorgeht.
– Immatrikuliert in Wien: Caspar Westendorfer hat die Universität in Wien besucht. Am 13. Oktober 1435 lässt er sich als Student einschreiben. Der Titel »Meister« und »Lizentiat«, sowie sein Sitz im herzoglichen Hofgericht deuten auf eine akademische Ausbildung im Kirchenrecht hin.
– Bevor sich Westendorfer im Umkreis des Landshuter Herzogs aufhält, wird er zu den Spitzenmännern des Salzburger Erzbischofs gezählt. Er ist Generalvikar, Offizial, Assessor des Konsistoriums zu Salzburg und geistlicher Notar. Von ca. 1470 bis 1477 ist der Pfarrer von Sankt Jodok Caspar Westendorfer, als Beisitzer am herzoglichen Hofgericht und im Rat des Landshuter Herzogs bezeugt.
– Die Urkunden des Pfarrarchivs von St. Jodok in Landshut sind für die Forschungen zu Caspar Westendorfer sehr aufschlussreich. Hier finden sich auch noch einige Urkunden des Thoman Westendorfer, dem Vater von Caspar Westendorfer. Teils sind an den alten Pergamenturkunden noch Wachssiegel angebracht. In einer am 28. Februar 1471 ausgestellten Urkunde ist er genannt als „…Würdigen und Hochgelehrten Herrn Maister Caspaer Westendorffer, Pfarrer bei St. Jobst in Landshut, Stifter und Lehensherr Kaiser Heinrichs- und St. Kunigundenaltars seiner Kirche.“
– Caspar Westendorfer schreibt am St. Andreastag (25. November) 1477 sein Testament, ein weiteres am St. Katharinentag 1477.
– Im Verkaufsbrief für den „Kirchherrn zu St. Jobst in Landshut und sein neu gestiftetes Spital in Vilsbiburg, Meister Caspar Westendorfer“ vom 9. April 1480, wird er mit diesem Datum das letzte Mal in den Urkunden genannt: – Über seine Grabstätte kann nur spekuliert werden. Während seines fruchtbaren Wirkens stiftete Caspar Westendorfer nicht nur das Heilig Geist-Spital in Vilsbiburg, sondern auch zwei Benefizien in die Kirche St. Jodok von Landshut.

Der Magister und Lizentiat Pfarrer Caspar Westendorfer war ein geborener Vilsbiburger. Er war das letzte Glied der Vilsbiburger Familienlinie. Letztendlich haben die Westendorfer bei allen ihren Stiftungswerken unverwechselbar ihr Wappen in Form eines Ringes hinterlassen, so auch im Gewölbe der Pfarrkirche Sankt Jodok in Landshut.
Peter Käser                                                     
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