„Der  Rundgang am 7. August, geleitet von Roger Jopp, bietet einen Überblick über die Geschichte und Entwicklung von Markt und Stadt Vilsbiburg seit dem Mittelalter. In einem Rundgang über den historischen Stadtplatz, wird anhand ausgewählter Gebäude, Fotos, wichtiger Daten und kleiner Geschichten die wechselhafte gewerbliche, handwerkliche, politische und soziale Vergangenheit Vilsbiburgs anschaulich erklärt.

Der Rundgang startet um 14.30 Uhr an der Vilsbrücke/Rathausseite beim Nepomuk. Die Teilnahmegebühr beträgt 3,00 Euro und ist vor Ort zu bezahlen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Führung ist geplant auf eine bis eineinhalb Stunden Dauer.“

Die geplanten eineinhalb Stunden waren für die sehr interesierten Besucherinnen eigentlich zu kurz. Die interessanten Ausführungen von Roger Jopp haben ihnen viel von der Geschichte Vilsbiburgs näher gebracht.

Der Besuch im Museum war im Rahmen einer Übung „Keramik-Prozesse“ am Lehrstuhl für Vor- und Frühgeschichte der Universität Regensburg.

Bildarchiv Bayerischer Landtag
Bildarchiv Bayerischer Landtag

weitere Berichte

Bericht im Landshuter Wochenbatt

Die Einwanderung und Seßhaftmachung der ersten Siedler und Bauern dürfte an der oberen Vils vor etwa 7.500 Jahren geschehen sein. Ein Schuhleistenkeil wird dem Zeitfenster der Linearbandkeramik ca. 5.500 – 4.900 v. Chr. zugeordnet; Silex-Feuersteinabschläge der Zeitepoche des Neolithikums ca. 5.000 – 2.000 v. Chr.

Einige hundert Meter nördlich des Marktes Velden an der Vils wurden bei Hofbruck diese Funde gemacht. Nicht uninteressant sind römische Funde: Keramik und eine Münze, bei der Burglochschanze bei Haideck, nördlich von Velden.

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„Baggern, Stellen, Schmettern“

„Volleyball! 50 Jahre Baggern-Stellen-Schmettern in Vilsbiburg“, so lautet der Titel der neuen Sonderausstellung im Heimatmuseum Vilsbiburg, die vom 8. Mai bis zum 18. September einlädt, sich mit der Entwicklung des Volleyballsports in der Stadt zu beschäftigen.

Die Ausstellung zeigt in fünf chronologischen Abschnitten das Auf und Ab der Volleyballmannschaft, beleuchtet die Fankultur, die Volleyballgeschichte allgemein und auch das Vereinsleben, das vor allem zu Beginn eine besondere Rolle für den raschen Erfolg der Mannschaft spielte.

Die Ausstellungseröffnung findet am Samstag, dem 7. Mai um 10.30 Uhr im Heimatmuseum statt. Am Sonntag, 8. Mai kann die Ausstellung von 10-12 Uhr und von 14-16 Uhr besucht werden. Maskenpflicht besteht nicht mehr.

Erste Damenmannschaft des TSV Vilsbiburg, Abt. Turnspiele nach dem Aufstieg in die Regionalliga 1977

Die Sonderausstellung wurde von. Stephan Priller, Vorsitzender des Heimatvereins eröffnet. Er leitete die Veranstaltung, die vom Querflöten-Quartett „Rainbow“ musikalisch umrahmt wurde.
Nach Grußworten von Bürgermeisterin Sibylle Entwistle, Bundestagsabgeordnetem Florian Ossner und Präsidiumsmitglied Manfred Stiegler
gab Hans-Peter Gartner einen Überblick über die Geschichte des Volleyballsports und der Roten Raben in Vilsbiurg.

Bildergalerie der Ausstellungseröffnung

Bilder der Ausstellung

Der gut einstündige Rundgang beginnt am Sonntag um 14.30 an der Vilsbrücke. Die Teilnahmegebühr beträgt 3 Euro für Erwachsene, Kinder sind frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bilder von der Führung bei sommerlichem Wetter

Pfarrei Geisenhausen

•  Katholische Kirche Sankt Georg

Hoch über dem Tal der Kleinen Vils, nahe der alten Handelsstrasse von Altfraunhofen nach Geisenhausen, liegt auf 476 Meter über Normalnull (NN), der Weiler Vils.

  • Am 24. September 833 hat ein gewisser „vir nobilis nomini Engilhart clericus (der edle Priester Engilhart), seinen ganzen Besitz zu Vils mit acht Leibeigenen, zu einer Meß-Jahrtagsstiftung der Domkirche von Freising geschenkt.

Um 1550 entstand ein neuer Kirchenbau. Vergrößert und restauriert, mit dem Barock-Altar des Hl. Georg und Ägidius, wurde am 4. Oktober 1721 die Kirche geweiht.

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Für das Buch „Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt Vilsbiburg“ hat der Autor Peter Käser

das Aufschreibbuch, Saalbuch genannt, das sich im Archiv im Pfarrhaus befindet, vom Jahr 1601 abgeschrieben.

Pfarrer Otmar Schwarzmann und seine Zechleute, der Kirchenvorstand, schreiben die Einkünfte, welche der Pfarrkirche zufließen nieder.

Ca. 96 % der Bauern waren von Grundherren abhängig und leisteten diesem für Grund und Boden jährlich eine Gilt (oder Gült = Abgabe) sowie Stiftgeld (Pachtgeld).

Stiftsgelder welche an die Vilsbiburger Pfarrkirche fließen, aus den Gütern, Bauernhöfen und Sölden, sind im Saalbuch  von 1601 niedergeschrieben.

Peter Käser

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Ein bislang im Fotoarchiv des Heimatvereins unbekanntes Bild mit der Darstellung einer Figur im Bischofshabitus kann nun durch die Recherche zur Bau- und Kunstgeschichte der St. Nikolauskirche in Herrnfelden geklärt werden. Die Figur fotografierte der Redakteur beim Vilsbiburger Anzeiger Carl Schmöller, als die Kirche um 1960 noch voll ausgestattet war mit Hochaltar, Kanzel, bunten Glasfenstern und vor allem der lebensgroßen Figur des Heiligen Erasmus. Diese befand sich am linken Chorbogen unter einem Baldachin, abgestellt auf einem mit gotischem Maßwerk verzierten Sockel. Der Heilige ist hier segnend im Bischofsornat dargestellt. Der Legende nach musste er zahlreiche Martern erleiden. Eine davon deutet auf das Attribut des Heiligen, der Seilwinde in der linken Hand hin, mit der man ihm die Gedärme herausgezogen habe. Als einer der 14 Nothelfer wurde er um Hilfe bei Koliken und Geburtsschmerzen angerufen.

Die Altäre in St. Nikolaus

Kirchliche Aktivitäten lassen sich in der Kirchenrechnung im Pfarrarchiv von 1585 mit zum Beispiel vier gesungenen Ämtern nachweisen. Ausgaben sind 1590 für zwei Messingleuchter zum „fordern Altar“ also dem Hochaltar entstanden. Die Formulierung „fordern“ ist ein Hinweis auf zwei Altäre. Ein weiterer Beleg dafür dürfte die Ausgabe an den Maler Johann Baptist Gerl sein, der 1663 bei „beiden Altären“ die zwei Antependien (Verkleidung des Altarunterbaus) und zwei Bilder gemalt hat. 1688 ist erstmals ein neuer Seitenaltar mit dem „St. Erasmi“ Bildnis angedingt (versprochen) worden. Errichtet wird der Altar dann im Jahr 1690 wobei man dem Maler Felix Finckenzeller aus Landshut für das Altarblatt Sankt Erasmus 20 Gulden bezahlt hat. Weiter am Altar sind die Handwerker Jonas Hiernle, Maler aus Landshut, der Vilsbiburger Schreiner Hans Heinrich Stauch und der Maler Johann Kaspar Fridl aus Vilsbiburg beschäftigt. 1725 führt der Vilsbiburger Maler Johann Philipp Hauser am „St. Erasmo“- Altar Renovierungsarbeiten aus.

Einen neuen Hochaltar fertigt 1737 der Schreiner Veith Cranzperger aus Vilsbiburg. Mit der „Überschneidung“ der alten Seitenfiguren zeigt man sich nicht zufrieden. Den später viel beschäftigten Vilsbiburger Bildhauer und Stuckateur Johann Paul Wagner hat man zwei neue „mannsgroße „Bylder“, also Figuren fertigen lassen. Die alten Figuren verblieben der Kirche.

Veränderungen im 19. Jahrhundert

Eine „neue Zeit“, was die Ausstattung für die Pfarrkirche, die Heiliggeist-Spitalkirche aber auch für St. Nikolaus in Herrnfelden betrifft, beginnt unter Pfarrer Dr. Josef Neumeyer. Er war ein Verfechter der Neugotik, so hat er die genannten Kirchen von der Barock- und Rokoko-Ausgestaltung „befreit“. Der Glasmaler Kaspar Böhm aus München wurde für Herrnfelden mit einem Mittelfenster, darstellend St. Nikolaus beauftragt. Es war als Altarblatt für den nun kleineren Hochaltar gedacht. Ein weiterer Auftrag für Böhm war die Herstellung von zwei Seitenfenstern mit der Darstellung von „St. Petri und St. Josephi“, sowie mit Brustbildern der Heiligen Wendelin und Notburga bei zwei weiteren Fenstern. Die nötigen Finanzmittel für „die Verschönerung des Kirchleins“ stiftete für einen neuen Hochaltar und eine Kanzel der Bauer zu Herrnfelden Joseph Schachtl, die 1866 fertig gestellt waren. Pfarrer Dr. Neumeyer konnte dazu den aus Tirol stammenden und in München wirkenden Bildhauer Johann Nepomuk Petz gewinnen.

Nun kommt eine neue Darstellung des Heiligen Erasmus ins Spiel: Im Protokoll vom 30. Juli 1866 schreibt Pfarrer Dr. Neumeyer „…als Gegenüber der Kanzel wurde neuestens die Statue des vom Volke verehrten Hl .Erasmus samt Baldachin vom Bildhauer Petz, München abgeliefert, und wurde das allermeiste aus Privatmitteln bestritten“. Die Bezahlung erfolgte in bar, so dass fehlende Ausgabeposten in den Kirchenrechnungen erklärbar sind. Ein Seitenaltar war nicht mehr vorgesehen. Die genannte St. Erasmus-Figur befindet sich übrigens auf dem Speicher des Vilsbiburger Pfarrhofs.

Altarblatt zum Seitenaltar St. Erasmus von 1690 entdeckt

Nach Veröffentlichung des vorstehenden Textes wurde durch einen Hinweis Peter Käsers und einer schon früher gemachten fotografischen Aufnahme des Autors im 1. Stock des Vilsbiburger Pfarrhofs das Altarblatt zum St. Erasmus Seitenaltar von Herrnfelden entdeckt. Nach den ausgewerteten Kirchenrechnungen im Pfarrarchiv kann das Gemälde dem Landshuter Maler Franz Felix Finckenzeller für 1690 zugeordnet werden. Geboren zu München wurde er am 24. April 1671 als Lehrling beim Maler Balthasar Egger In München aufgedingt und lebte zunächst in Dorfen. Ab 1682 ist er in Landshut nachweisbar, wo er 1698 verstarb. Weiter sind am Altar der Maler Jonas Hiernle aus Landshut beschäftigt. Er liefert neun Engelsköpfe und zwei sitzende Engel. Der Vilsbiburger Hans Heinrich Stauch (hier Bürgerrecht 1671) erledigt die Schreinerarbeiten, der Maler Johann Kaspar Fridl aus Vilsbiburg (hier Bürgerrecht 1681) aus Baumburg die Faßarbeiten.

Lambert Grasmann