Mitten im Krieg 1914/18: Kriegsmüdigkeit Und die letzten Gefallenen

Im Sommer 1918 scheiterte die letzte deutsche Offensive im Westen, die Kriegsmüdigkeit griff verstärkt auch auf Heer und Marine über. Soldaten versuchten in immer größerer Zahl, sich dem Frontdienst zu entziehen. Als die Marineleitung ende Oktober 1918 den Befehl gab auszulaufen, zu einem letzten Gefecht mit der englischen Flotte, verweigerten die Matrosen den Gehorsam. Damit war das Signal gesetzt für den Aufstand von Kiel in den ersten Novembertagen, der sich in einer Kettenreaktion rasch über das ganze Land ausbreitete. Eine schwere Grippewelle, die im Oktober 1918 tausende der entkräfteten Menschen dahinraffte, verschärfte die verzweifelte Stimmung.
Und Trauer zu Hause: Vier Söhne sind gefallen, zwei stehen noch im Felde ? mögen sie gesund und heil heimkehren! In Vilsbiburg gab es Trauerparaden für die Gefallenen Severin Rohrmeier und Joseph Peisl. Beide gehören zu den letzten Verstorbenen, die auf dem Kriegerdenkmal in der Vilsbiburger Pfarrkirche für 128 Gefallene des I. Weltkrieges eingeschrieben sind.
Peter Käser
Zum PDF