Der langjährige Leiter des Heimatmuseums Vilsbiburg, Lambert Grasmann, wird mit dem Kulturpreis des Bezirks Niederbayern 2026 geehrt. In mehr als 50 Jahren ehrenamtlicher Arbeit erweiterte er das Museum zum Kröninger Hafnermuseum und schuf damit einen modernen, gut vernetzten Forschungs- und Ausstellungsort, der schon früh überregionales Ansehen erwarb. Heute gilt Lambert Grasmann, inzwischen 89-jährig, als enzyklopädisches Gedächtnis der Stadt Vilsbiburg. Insbesondere seine Expertise in allen Fragen zur Hafnerei ist immer noch gefragt.

Grasmanns Leistung für den Heimatverein, dessen Ehrenmitglied er ist, und die Erforschung der Stadtgeschichte kann nicht hoch genug bewertet werden. Er verantwortete die inhaltliche Neuausrichtung des Museums, das sich in mehreren Sanierungsabschnitten zu einem attraktiven Ausstellungsort für regionalgeschichtliche Themen, die Kröninger Hafnerei und die Geschichte der Ziegelproduktion entwickelte.

Darüber hinaus erforschte er nahezu alle zugänglichen Archivbestände des gesamten Altlandkreises Vilsbiburg in zahlreichen Themenbereichen: Tage und Nächte verbrachte er dazu etwa auf der Burg Trausnitz (vormals Staatsarchiv Landshut), im Stadt-, Pfarr-, Kapuziner- oder im eigenen Museumsarchiv in Vilsbiburg. Er hinterlässt damit der Nachwelt ein unschätzbares Archiv mit Dokumenten, Fotos und Sammlungsstücken.

In seiner Funktion als Kreisheimatpfleger setzte er sich vor allem für den Erhalt historischer Bausubstanz ein. Als Zeitzeuge der Geburt des sogenannten Ensembleschutzes beschäftigte ihn während dieser Zeit vor allem das Gesicht der Stadt Vilsbiburg.

Grasmann ist weiterhin bemerkenswert aktiv: Er berät die Museumsleiterin Annika Janßen-Keilholz oder bearbeitet externe Anfragen, schreibt wissenschaftliche Aufsätze, sammelt Kröninger Hafnerei und andere Zeitzeugnisse aus der Geschichte der Stadt Vilsbiburg. Und er steht dem Museumsteam in allen Fragen zur Seite.

Das Heimatmuseum bietet im Rahmen der Sonderausstellung „Licht an!“ am Sonntag, dem 06. September 2026 eine geführte Fahrradtour zu wesentlichen Stationen der lokalen Energieversorgung.

Mit dem Energieexperten Georg Lechner geht es per Fahrrad um 14.00 Uhr bei den Stadtwerken Vilsbiburg los, der Schaltzentrale unserer Energieversorgung, in der Kindlmühlestraße. Lechner wird hier Interessantes zur erfolgreichen Geschichte der Stadtwerke erzählen und erläutern, wie die Stromverteilung eigentlich funktioniert.

Weitere Stationen werden das neue Schalthaus sein, das die dauerhafte Versorgung mit Strom sichert, die alte Turmstation an der Pfarrbrücke, aber auch das frühere Zollner-Gebäude an der Bahnhofstraße, dem Ort des ersten Stromgenerators in Vilsbiburg um 1900.

Zurück geht es zum Heimatmuseum am Stadtplatz, wo Interessierte die Sonderausstellung zur Geschichte der Energieversorgung in unserer Region, jetzt vielleicht mit ganz neuen Augen, besuchen können.

Die Dauer der Tour beträgt 1,5 bis 2 Stunden. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Teilnehmer begrenzt, deshalb ist eine vorherige Anmeldung unter Tel. 08741/8485 oder 0151/41691204 notwendig. Es entscheidet die Reihenfolge der Anmeldung.

Treffpunkt am 6.9. ist um 14.00 Uhr bei den Stadtwerken Vilsbiburg in der Kindlmühlestraße

Die Teilnahmegebühr beträgt 4 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder bis 12 Jahre.

Jeder Teilnehmer ist für die Funktionstüchtigkeit seines Fahrrads selbst verantwortlich, eine Haftung für eventuelle Unfälle kann vom Heimatverein nicht übernommen werden

Besuch bei der alten Dame

Am Sonntag, 13. September 2026 findet wieder der bundesweit organisierte „Tag des Offenen Denkmals“ statt – auch in Vilsbiburg.

Die Dame, um die es hier geht, ist erwiesener Maßen älter als sie bisher verraten hat. Das bestätigt der Kreisarchäologe Thomas Richter. „Bisher ging man davon aus, dass der Ort Vilsbiburg etwa um 1260/70 gegründet wurde. Neueste Grabungen zeigen nun aber, dass schon 1211 eine Stadtbefestigung existierte, die Stadt also deutlich älter sein muss und ihre Gründung schon vor dieser Zeit angesetzt werden kann.“

Eine verlässliche Gründungsurkunde für die Stadt existiert nicht, so ist man auf Indizien angewiesen, vor allem aus Grabungen – und die zeigen nun, dass der Ort schon im 12. Jahrhundert am wichtigen Flussübergang zwischen Landshut und Burghausen entstanden sein muss.

Am „Tag des Offenen Denkmals“ ist jetzt eine gute Gelegenheit, die Dame ein wenig genauer nach ihrem Lebenslauf zu befragen.

Denkmalpflege in Deutschland

Mit Millionen von Besuchern gilt der „Tag des Offenen Denkmals“ als größte Kulturveranstaltung Deutschlands.

Unter dem zugegeben etwas sperrigen Motto „Tag des Offenen Denkmals -NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ schafft die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit diesem Tag große Aufmerksamkeit für die Denkmalpflege in Deutschland. Vor Ort gestaltet wird der Tag von unzähligen Veranstaltern – von Denkmaleigentümern, Vereinen und Initiativen bis hin zu hauptamtlichen Denkmalpflegern.

Das Heimatmuseum Vilsbiburg hat (nicht nur) für diesen Tag den Besuchern viel zu bieten: Durch die geplanten Bauarbeiten im hinteren Bereich des Ensembles sowie einigen angrenzenden Grundstücken hatten die Kreisarchäologen aus Landshut die seltene Chance, im Innenstadtbereich einer mittelalterlichen Siedlung zu graben – und dabei tief in die Stadtgeschichte einzutauchen.

Als Beitrag zum „Tag des Offenen Denkmals“ können die Fundobjekte im Museum betrachtet werden. Zur noch besseren Einordnung sowie zum Stand der Grabungen wird der Grabungsleiter, Kreisarchäologe Thomas Richter in zwei Vorträgen jeweils um 14.15 Uhr und um 15 Uhr weitere Erläuterungen geben. Die Veranstaltung wird in der Spitalkirche und den Erdgeschossräumen des Museums stattfinden.

Darüber hinaus gibt es noch Weiteres zu entdecken: Da ist vor allem das mittelalterliche Spitalensemble, das neben dem Stadtturm den baulichen Abschluss des historischen Stadtplatzes bildet. Das 1476 von Caspar Westendorfer gestiftete Heilig-Geist-Spital, die Spitalkirche und der dazugehörige Garten beherbergen einen Teil des Heimatmuseums Vilsbiburg mit seiner reichen Sammlung zur Stadtentwicklung und der Kröninger Hafnereigeschichte. Interessierten Besuchern wird ebenfalls eine Führung in der Spitalkirche jeweils um 11 Uhr und um 13.30 Uhr geboten.

Und wie häufig bei älteren Damen üblich, gibt es bei Kaffee und Kuchen vielfältige Möglichkeiten weiter ins Gespräch zu kommen.

Das Haus ist am „Tag des Offenen Denkmals“ von 10 bis 16 Uhr durchgehend geöffnet, der Eintritt ist kostenlos.

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Stadtführung des Heimatmuseums

Am Sonntag, 02. August 2026, bietet der Heimatverein Vilsbiburg wieder eine Stadtführung an, dieses Mal mit dem Titel „Vilsbiburg nach 1945“. Ausgehend von der NS-Zeit und ihren Spuren in Vilsbiburg zeigen die Stadtführer des Heimatvereins Fritz Lingott, Traudl Haupt und Roger Jopp an verschiedenen Stationen wesentliche Ereignisse und Entwicklungen in der Stadt auf.

Die Führung beginnt um 14 Uhr, Treffpunkt ist die Vilsbrücke am Rathaus. Die Veranstaltung endet nach etwa 1,5 bis 2 Stunden am Heimatmuseum. Da die Wege zwischen den einzelnen Stationen relativ lang sind, sollten sich die TeilnehmerInnen auf einen längeren Spaziergang einstellen.

Die Teilnahmegebühr beträgt 4 Euro für Personen ab 12 Jahren.

„pipurch“ in der Grenzbeschreibung des Bistum Freising.

In den Traditionen, den Aufschreibungen des Hochstiftes Freising, wird 990/1000 die Ausdehnung der Pfarrei Hohenegglkofen (Nr. 1313) beschrieben. Es erscheinen Ortsnamen wie Eiselsdorf, Geisenhausen, Johannes-/Stephansbergham, und auch andere bekannte Orte, sowie die Große und Kleine Vils und der Haarbach.

– Ganz klar wird es bei der nächsten Traditionsaufschreibung Nr. 1314, mit der „Grenzbeschreibung des Bistums Freising nach Osten hin“.

Sie nennt zuverlässig den Ort „pipurch“ (Vilsbiburg), – die Große und Kleine Vils, den Rettenbach und den Haarbach.

War das 990/1000 genannte pipurch an der Vils, bei den Grafen von Geisenhausen?

– Besitzverhältnisse: Vor und Um 990/1000.


Peter Käser

Dienstag, 7. Juli,

Was wäre, wenn: Museumstalk zu einem Blackout in Vilsbiburg

Nach dem erfolgreichen Start der Gesprächsreihe „Museumstalk“ des Heimatvereins folgt am Dienstag, 7. Juli, die zweite Veranstaltung zu einem weiteren kritischen Thema: Wäre Vilsbiburg für einen totalen Stromausfall, wie er im Januar in Berlin passiert ist, vorbereitet? Darüber sprechen Wolfgang Schmid, Vorstand der Stadtwerke Vilsbiburg, und Sebastian Stelzer in seiner Funktion als Katastrophenschutz-Beauftragter der Stadt Vilsbiburg mit Georg Soller, einem der Kuratoren der aktuellen Ausstellung „Licht an!“ zur Geschichte der Elektrizitätsversorgung in Vilsbiburg.

In der Gesprächsrunde, die wieder in der Form eines Live-Podcasts stattfindet, geht es zunächst auch darum, wie Stromnetze funktionieren und warum ein Blackout, also ein totaler Stromausfall, auch Ländergrenzen überschreiten könnte. Und es wird darüber gesprochen, wie wahr der Satz „Im Prinzip geht alles, ohne Strom geht nichts“ ist: Ein Stromausfall würde nicht nur alle Betriebe zu Stillstand bringen, sondern auch Privathaushalte vor große Herausforderungen stellen. Da ist es schon interessant, darüber zu sprechen, wie die Stadt und die Stadtwerke auf den Fall der Fälle vorbereitet sind – und welche Vorsorge die Bürger selbst treffen können.

Der zweite Museumstalk findet am Dienstag, 7. Juli, Open Air im Spitalgarten beim Heimatmuseums statt und beginnt um 19 Uhr. Bei schlechtem Wetter wird in die Spitalkirche ausgewichen.

Eines der beiden Schalthäuser der Stadtwerke. Foto: Stefan Schütze

Am Sonntag, 5. Juli, bietet der Heimatverein wieder eine seiner beliebten Stadtführungen an.

Thema: Die lange Geschichte Vilsbiburgs vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

Der Stadtspaziergang unter der Leitung des Historikers Roger Jopp dauert etwa 1 Stunde und beginnt an der Vilsbrücke beim Rathaus.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahmegebühr beträgt 4 Euro für Erwachsene, Kinder bis 12 Jahre sind frei.

Am 4. Mai findet wieder eine Stadtführung durch Mitglieder des Heimatvereins statt.

Eingeladen sind alle, die sich für die bewegte Stadtgeschichte Vilsbiburgs interessieren. An ausgewählten Stationen von der Unteren zur Oberen Stadt wird die Entwicklung des Ortes und das Leben seiner Bewohner kurzweilig beleuchtet.

Die Führung dauert eine gute Stunde, die Gebühr beträgt vier Euro, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Treffpunkt ist um 14 Uhr am Stadtmodell an der Vils.

Das Kernkraftwerk Isar 2 war der letzte deutsche Atommeiler, der 2023 abgeschaltet wurde. Foto: Maria Daschinger

Dienstag, 16. Juni, um 19 Uhr

Interessanter „Museums-Talk“ im Rahmen der Ausstellung zur Elektrizität

Im Rahmen der aktuell laufenden Ausstellung „Licht an! – Die Elektrizitätsversorgung in Vilsbiburg“ im Heimatmuseum findet am Dienstag, 16. Juni, um 19 Uhr eine als „Museums-Talk“ bezeichnete Diskussionsveranstaltung im Kröninger-Saal des Museums statt. In einer eher gemütlichen Talkrunde debattieren Georg Soller, einer der Kuratoren der Ausstellung, und und Johann Seidl, ehemaliger Sprecher der Kernkraftwerke Isar , über das bis heute kontroverse Thema Kernenergie.

Am 15. April 2023 wurde die Leistung des Kernkraftwerk Isar 2 auf Anweisung der Bundesregierung, vom Betriebspersonal gezielt reduziert. Um 23:52 Uhr wurde der Generator des Kernkraftwerks Isar 2 vom Stromnetz getrennt. Damit endete die Nutzung der Atomkraft in Deutschland. Den politischen Überlegungen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, das KKI 2 zur Versorgungssicherheit in Krisenzeiten zu erhalten, wurde vom Betreiber, der PreussenElektra, deutlich widersprochen. Mittlerweile wirbt Söder dafür, sogenannte Mini-Atomkraftwerke als Gegenmodell zu den geplanten Gaskraftwerken als Pilotprojekt in Bayern zu errichten.

Die Frage, ob die friedliche Nutzung der Kernenergie eine Zukunftstechnologie für preiswerten, umweltfreundlichen weil CO2-freien Strom ist oder eine nicht beherrschbare Gefahr, die ganze Regionen verstrahlen kann, sorgt bis heute für erregte Meinungsäußerungen. Die regionalen Erfahrungen mit dem bis zuletzt einwandfrei laufenden KKI 2 sind überwiegend positiv, jedoch sorgten die Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima auch dafür, dass sich Deutschland aus der Nutzung der Atomenergie verabschiedete. Gleichzeitig planen Nachbarländer wie Frankreich, Tschechien oder England den Bau neuer Atomkraftwerke.

Im Rahmen des Museums-Talks beleuchten Georg Soller und Johann Seidl Fragen wie die technische Sicherheit der Kernenergie, wie Atomkraftwerke eigentlich funktionieren und welche Rolle sie in einem modernen Stromnetz spielen könnten, die Endlagersuche und auch die Frage ob Atomenergie eigentlich günstig oder teuer ist.