Für die Stadt Vilsbiburg und ihre Geschichtsfindung ist es gut zu wissen, dass sich in der Katharinen Spitalkirche neben dem Stadtturm ein wertvolles Gemälde des Churfürstlichen Hofmalers von Landshut Franz Joseph Geiger aus dem Jahr 1686 befindet. In der jetzigen Forschung geht es aber auch um die Stiftung einer dazugehörigen Barbaramesse und eines Altares. Denn in der kleinen Spitalkirche befanden sich in früher Zeit einmal vier Altäre mit den dazugehörigen Messen.
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Gemeinde/Markt Geisenhausen
Der Heimatverein Vilsbiburg richtete im Jahr 2008 im denkmalgeschützten „Hanslbauern Hof“ in Hörlkam bei Geisenhausen, dem Künstler- und Keramikerhof von Michaela und Florian Geissler, den Tag des offenen Denkmals unter dem Titel „Arbeiten und wohnen im Denkmal“ aus. Dabei entstand der Gedanke, sich auch mit der Geschichte des alten Dreiseithofes zu beschäftigen. Die Nachforschungen zur Hofgeschichte des „Hanslbauern“ bringen es mit sich, auch die Entstehung und Entwicklung des Ortsnamens und des Weilers Hörlkam selbst, in den Archiven zu erforschen.
Da die früheste derzeitige Nennung von Hörlkam mit dem Namen „Herilincheima“ vor über 1000 Jahren zu finden ist, wird der Weilername Hörlkam von „-heim“ und von einem Besitzer, in diesem Falle von einem „Herilin“ herkommen. Somit dürfte Hörlkam, als „Heim des Herilin“ aus einem fränkischen Grundhof um 800/900 entstanden sein. Als Grundwort ist althochdeutsch -heim oder -haim zu erschließen, das eine Kurzform zu „cheima“ ist: Wohnung, Behausung, Heimstatt. Or by best rolex fakes
Die Vermehrung von einem Hof zu einem Weiler mit mehreren Höfen dürfte im 10. Jahrhundert entstanden sein: die Söhne des „Herilin“ haben sich beim väterlichen Gutshof sesshaft gemacht.
Hörlkam kann auf eine archivalisch gut nachweisbare 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Auch andere bekannte Ortsnamen sind bei dieser Nennung, den Traditionen des Hochstiftes Freising von 990/1000 zu finden: Eiselsdorf, Geisenhausen, Rampoldsdorf, Haunersdorf, Allkofen, Oberfimbach, Fimbach, Lochham, Hettenkofen, Adllmannsdorf, Attenkofen, Schweinbach, Bergham und eben Hörlkam.
In der ersten Steuerbeschreibung des kleinen Landgerichts Geisenhausen, einem Giltbuch vom Jahr 1474 wird Hörlkam beschrieben. In einer Beschreibung des Besitzstandes des Klosters Frauenchiemsee vom Jahr 1629 erscheinen neben dem „Auergut“ in Hörlkam auch die Hausnamen des „Kleeberger“, „Sellmayer“, „Ott“ und „Hanslbauer“. Eine statistische Beschreibung der Höfe im Amt Geisenhausen liefert die Güterkonskription vom Jahr 1752 und die Hofanlagenbücher von 1760 bzw. 1791, welche sich im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München befinden. Aus dem Staatsarchiv von Landshut auf der Burg Trausnitz, wurde der Häuser- und Rustikalsteuerkataster von Geisenhausen vom Jahr 1808, der Grundsteuerkataster von 1813, der Rustikal-Steuerkataster über das Grundvermögen des Steuerdistrikts Geisenhausen, Landgericht Vilsbiburg im Isarkreis vom Februar 1815, der Urkataster vom Jahr 1844/46 und letztendlich die Umschreibhefte von Hörlkam mit den Hausnummern 160 bis 165 behandelt.
Peter Käser
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Geisenhausener Amtmänner

Die Grabdenkmäler der Adeligen Hackh
in der Kirche St. Michael in Haarbach
Hedwig, Gräfin von Ortenburg, Witwe des Tesereys von Fraunhofen verkauft am 4. Januar 1393 die die Veste und Herrschaft Haarbach und Geisenhausen an Herzog Friedrich und dessen Sohn Heinrich von Niederbayern-Landshut. Als herzogliches Lehen geht Haarbach an die Adeligen der Hackh. 1406 wird Ulrich Hackh als Stifter der Messe und der Kapelle Sankt Katharina in Vilsbiburg genannt. 1415 ist Konrad der Hackh herzoglicher Pfleger in Haarbach.
Wolfgang Hackh stiftet 1510 die Schlosskapelle in Haarbach und wird darin 1535 als Erster begraben, er war Pfleger in Geisenhausen. Auch die Grabdenkmäler seines Sohnes, dem Geisenhausener Pfleger Hans Hackh und dessen Gattin Anna, eine geborene Haushaimer von Binabiburg-Isamning sind in der Kirche.
So vermittelt die Nachforschung zu den historischen Grabdenkmälern in der Kirche von Haarbach ein reiches Geschichtswissen über niederadelige Adelige an der Oberen Vils und Amtmännern der Herrschaft Geisenhausen.
Peter Käser
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Mit einem Kasten- und Zollamt gehörte Geisenhausen zu den kleinen Ämtern. Das Gericht hatte keine hohe Gerichtsbarkeit, und musste seine „Malefizsachen“ wie Mord, Totschlag und Notzucht beim Pfleggericht Vilsbiburg verhandeln, wo auch dann der Galgen stand.
Die Auflistung von Geisenhausener Amtmännern wie Pfleger, Pflegsverweser, Kastner, Gerichtsschreiber bzw. Zollner geschehen aber dennoch in unabhängigen archivalen Untersuchungen.
Peter Käser
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Zu den Anfängen der Vilsbiburger Spitalkirche

Die derzeit früheste Nennung der Vilsbiburger Spitalkirche St. Katharina neben dem Stadtturm, ist das Jahr 1406. Dieses geht aus den Zeichnungen des Grabmales des Ulrich Hackh, des Kirchen- und Messstifters hervor.
Eine leere Gruft aus Ziegelsteinen in der Spitalkirche brachte bei der Renovierung der Katharinenkirche im Jahr 2000 keine Erkenntnisse über den darin Begrabenen – war es der Kirchenstifter Ulrich Hackh? Archivale Nachforschungen brachten doch Einiges an bisher unbekannten Details ans Licht

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Der Absturz der Fw 200 D-ASHH Condor »Hessen«
am 21. April 1945 bei Piesenkofen.
– Ein fast vergessenes Schicksal –
Am 21. April 1945, vierzehn Tage vor Kriegsende, endete der Flug mit ca. 25 Passagieren im Wald bei Piesenkofen/Egglkofen. Es war der letzte Flug der Lufthansa nach München bzw. Spanien, aus dem bereits beschossenen Berlin. Fast senkrecht stürzte die viermotorige Condor „Hessen“ in den Waldboden. Leichenteile wurden unmittelbar neben der Absturzstelle vergraben. Erst nach 4 ½ Jahren wurde vom Absturz näheres bekannt, und nach sieben Jahren, 1952 wurden die Toten exhumiert und bei der Kirche in Tegernbach/Egglkofen begraben. Wurde das Flugzeug abgeschossen? Waren hohe NSDAP-Offiziere an Bord? Wo sind die Totenschädel? In den US-Archiven lagen die Untersuchungen zum Absturz, aber es wurden keine Schädel gefunden. Eine weißes Holzkreuz und eine Bronzestele erinnert heute an der Absturzstelle an die Verunglückten. Beim Grabmal in Tegernbach wird mit 12 Inschriften auf einer Granitstele an die Abgestürzten gedacht.
Peter Käser

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Vom NS-Massenmörder zum Pädagogen

Der Kirchenneubau in Bonbruck 1892/93

In drei Abschnitten wird versucht, Stadt und Kirche im Lichte einer Wittelsbacher Gründung zu sehen. In einer zweiten herzoglichen Stadt-Gründungswelle wird Vilsbiburg um 1260 vom Landshuter Herzog an der Vils angelegt. Eine Kirche wird schon 1265 genannt. Eine Urkunde vom 19. August 1337 nennt zum ersten Mal die Vilsbiburger Pfarrei und den Pfarrer. Den Anlass dazu bringt die Anwesenheit von Juden in der Stadt, welche sich durch die Verschuldung des bischöflichen Beamten am Vermögen des Regensburger Bischofs indirekt strafbar gemacht haben. Der Bischof fordert die Mitwirkung der Bürger von Vilsbiburg und des Pfarrers, dem er sogar mit der Enthebung vom Amt droht.

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Eine Stunde lebendige Geschichte

Spaziergänge haben jeweils verschiedene Themenschwerpunkte. Dieses Mal ging es um die größeren und kleineren Veränderungen in der Stadt im Laufe ihrer wechselvollen Geschichte.

Pünktlich um 14.30 Uhr am 2. August 2020 und trotz des gerade einsetzenden Regens versammeln sich an der Nepomukfigur an der Vilsbrücke  15 Interessierte – natürlich in gebührendem Abstand – um sich von Rudolf Stadlöder, einem Aktiven im Heimatverein Vilsbiburg, die Veränderungen des Orts  im Verlauf der Geschichte näher erläutern zu lassen.
Einige der wesentlichen Daten kennt der eine oder andere vielleicht noch aus Schulzeiten:
Die erste urkundlich nachweisbare Erwähnung des Orts 1231/1234 in einem „Herzogsurbar“, einer Liste, was dem Herzog gehört und was der Ort „pipurch“ an der Vils dem Herzog abzuliefern hat, die erste Erwähnung 1301 als „stat“ oder der große Stadtbrandt 1366, der mehr als die Hälfte der Stadt in Schutt und Asche legte.
Stadlöder vermag es aber, diese „dürren“ Daten mit Leben zu füllen. Er zeigt, wie und wo sich geschichtliche Ereignisse und Entwicklungen im Stadtbild, in der Architektur und im Alltag der Menschen niedergeschlagen haben.

Geschichte wird lebendig

Die Anlage der Stadt der Stadt mit einer umgebenden Stadtmauer lässt sich noch heute gut erkennen. Teile der alten Mauer finden sich zum Beispiel im Stammlerhof oder am Spitalgarten. Es gibt keine nennenswerten Zugänge zu den Häusern im Stadtkern von hinten, da stand die Mauer, Eingang in die Stadt fand man nur über die zwei bewachten Stadttore. Zwei Tore?
Das untere Tor an der Vils fiel der Stadtentwicklung, dem wachsenden Verkehr und dem Wunsch nach Modernisierung zum Opfer. 1903 wurde das alte Tor mit samt dem alten Rathaus abgerissen und eine neue, moderne Eisen-/Stahl -Brücke an dieser Stelle gebaut. Das veränderte das Stadtbild, wie es seit dem Mittelalter entstanden war, erheblich. Zwar gab es Stimmen, die wieder einen baulichen Abschluss zur Vils hin forderten, die Mehrheit der Stadtbürger aber sprach sich für die neue, moderne „Vilsfreiheit“ aus: Ein Stadtplatz, der sich zur Unteren Stadt und zur Vils hin öffnet, erschien vielen Bürgern den neuen Zeiten angemessener als die alte, historische Anlage – und billiger als ein abschließender Neubau war es zudem. Und so stellt sich uns heute die Stadt vor : Dem Alten noch verpflichtet, doch dem Neuen durchaus offen. Man mag es aus heutiger Sicht bedauern, dass die alte mittelalterliche Anlage aufgelöst wurde, doch die Stadt hatte sich gerade seit dem 19. Jahrhundert wirtschaftlich entwickelt, die Anforderungen an Straßen und anderer moderner Infrastruktur hatten sich verändert — und auch der Geschmack hatte sich gewandelt. Gut ablesen lässt sich dies an verschiedenen Häusern am und um den Stadtplatz.

Architektur zeigt Geschichte

Stadlöder führt die Gruppe über den Stadtplatz , zu vielen Gebäuden weiß er etwas zu erzählen, die ein oder andere Anekdote tragen auch die Besucher bei, denn nicht wenige sind „alte“ Vilsbiburger und erinnern sich beispielsweise noch  an das kleine „Kaufhaus Hufnagl“. „Mei, war das nicht da, wo der „Mertel“ heut ist?! Na, der Hufnagl war doch ursprünglich da vorn beim Rathaus!“ …
Auch bemerkenswert: Die Hausnummer 28, das Haslbeck-Gebäude, ein ehemaliges Gasthaus mit Brauerei. Anhand alter Aufnahmen und Zeichnungen können die TeilnehmerInnen anschaulich erkennen, welchem Stilwandel dieses Gebäude ausgesetzt war. Der Geschmack der jeweiligen Besitzer, aber auch die unterschiedlichen Nutzungen als Gaststätte, Wohnhaus oder Geschäft zeigen sich in der wechselnden Fassade und Fenstergestaltung.

Sehr deutlich wird dies auch am Haus Stadtplatz 33, dem „Urbanhof“. Vor allem August Urban, der Posthalter und vermögende Brauereibesitzer, veränderte den traditionsreichen Brauereigasthof. Er installierte hier  Ende des 19.Jahrhunderts die erste funktionierende Wasserleitung für seine Brauerei und baute in sein Wohnhaus zudem das erste Wasserklosett im ganzen Umkreis ein. Überhaupt die Gaststätten und Brauereien: 14 davon gab es zeitweise in Vilsbiburg, und einige von ihnen zeugen noch heute durch ihre imposanten Gebäude von der ehemaligen Bedeutung.
Dass nicht alle schönen Ensembles erhalten geblieben sind, zeigt Rudi Stadlöder mit Fotos von den Stammler-Arkaden, wunderbare hölzerne Umgänge und Balkone, die in den 1960er Jahren abgerissen und durch wenig interessante Bauten ersetzt wurden. Heute, so ist zu hoffen, würde man mit der Geschichte vielleicht etwas sorgsamer umgehen.

Die meisten Häuser am Stadtplatz entstanden in ihrer jetzigen Form gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Es war eine Zeit des wirtschaftlichen und technischen Aufbruchs. Angeregt durch die Reichseinigung sowie die französischen Reparationen nach dem Krieg 1870/71, der technische Fortschritt  und der Ausbau der Eisenbahn profitierten auch Landstädte, wie Vilsbiburg von der neuen Zeit. 1883 wurde die Stadt an die Eisenbahn angeschlossen, 1929 schließlich erhielt der Ort wieder das Stadtrecht, das dieser 1367, nach dem verheerenden Brand, verloren hatte.
Der Umzug der Post ins Haus Nr.29, die Umwidmung der ehemaligen Winkler`schen Wirtshäuser 1923 zur Sparkasse, die Entwicklung des Hauses Nr. 30, vom Steinbräu über das bayrische Rentamt zur heutigen VHS … Die sehr interessierten BesucherInnen ließen sich auch vom Regen nicht abhalten und fragten, ergänzten oder diskutierten. So wurde aus der geplanten Stunde im wahrsten Sinn eine „gute Stunde“ lebendige Lokalgeschichte.