Die Geschichte von Gerzen, der Pfarrkirche und das Kirchenpatronat des Hl. Georg
Die derzeit früheste Nennung von Gerzen mit dem Namen Jorzin ist in den Aufschreibungen (Traditionen) des Hochstiftes Regensburg von 889/891 niedergeschrieben. Die bewegte Geschichte in den folgenden Jahrhunderten, Besitzverhältnisse, Adelige, Geistliche, Bau und Ausstattung der Pfarrkirche St. Georg, lässt sich an Hand alter Urkunden verfolgen.
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Stiftsdekan und erster Pfarrer von Pfaffmünster bei Straubing. Vorfahren der Längermühle bei Gerzen.
Die Visitation des Bistums Regensburg vom Jahr 1559 berichtet von Andreas Gertzner, Kanonikus des Chorherrenstiftes Pfaffmünster (Pfaffenmünster, Münster): „Von Gertzen auf der Filß pürtig …“. Ein weiterer Chorherr lebte im Stift Pfaffmünster bei Straubing: Der in Gerzen gebürtige Christoph Lenger, Pfarrer und ehemaliger Chorherren-Stiftsdekan. Er war der erste Pfarrer von Pfaffmünster, nach der Stiftsverlegung 1581 nach Straubing. 1597 ist Pfarrer Christoph Lenger gestorben. Das Epitaph mit figürlicher Abbildung des Geistlichen und dessen Wappen befindet sich in der ehemaligen Stiftskirche St. Tiburtius in Pfaffmünster.
Pfarrer Lengers Bruder Hans war Hofwirt in Steinach in der Nachbarschaft von Pfaffmünster. Dessen kostbares Grabdenkmal ist in der Steinacher Pfarrkirche St. Michael noch erhalten. Die Lenger-Brüder stammten aus der Längermühle in Hungerham bei Gerzen. Das Wappen auf den Lenger-Grabdenkmälern enthält ein goldenes Mühlrad.
Im Jahr 2011 konnte das Dorf Binabiburg drei historische Daten feiern:
1000 Jahre Binabiburg – 750 Jahre Pfarrei – 300 Jahre Sankt Salvator.
In einem 250-seitigen Buch wurde vom Autor eine breit angelegte Nachforschung niedergeschrieben.
Nun wurde für die Pfarreiengemeinschaft zu einem Internet-Auftritt noch einmal versucht eine historische Niederschrift zur Pfarrkirche Johannes des Täufers zu fertigen.
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Vorsitzender Peter Barteit (rechts) begrüßt zusammen mit Museumsleiter Lambert Grasmann die erschienen Gäste.
Erster Bürgermeister Helmut Haider (rechts) drückt in einem Grußwort seine Verbundenheit zum Heimatmuseum aus.
Zahlreich lauschend die Gäste der Ausstellungseröffnung den Vorträgen.
Eine Reihe volkstümlicher Schränke mit reicher Bemalung. Die aus Tölzer Produktion erkennt man an den abgeschrägten Ecken.
Der Vorsitzende bedankt sich bei Michael Betz von der Vilsbiburger Zeitung (links) schon im Voraus für die positive Berichterstattung.
Auch die künftige Museumsleiterin Annika Janßen, hier mit Bürgermeister Haider (links) und Lambert Grasmann, war zur Ausstellungseröffnung gekommen.
Mit Interesse betrachten die Gäste die Exponate in der neuen Dauerausstellung des Museums.
Ein Foto, das für den Wandel im Heimatverein steht: Der designierte Vorsitzende Stephan Priller (rechts) im Gespräch mit der künftigen Museumsleiterin und dem bisherigen Vereinsvorstand.
Gut ausgestattet lädt die neue Dauerausstellung möglichst viele Besucher zur Besichtigung ein.
Die herzogliche Besitzaufschreibung vom Jahr 1300, als frühes Zeugnis urbanen Lebens in unserer Heimat.
50 Jahre nach der Übernahme Bayerns durch die Wittelsbacher eruiert der bayerische Herzog Otto II. (der Erlauchte) in einer Zusammenstellung, dem I. Herzogsurbar von 1231/34, die ihm zufließenden Einkünfte aus seinem Landshuter Amt und den 23 Unterämtern.
Ein II. Urbar, eine Aufschreibung mit dem herzoglichen Besitz in Niederbayern, wird nach den Jahren der Markt- und Städtegründungen, im Jahr 1300 fertig gestellt.
Das Salbuch von 1300 (II. Urbar) führt im Gericht Vilsbiburg einen über die Stadt Vilsbiburg weit hinausreichenden Rechtsbezirk auf. Neben dem Zoll von Vilsbiburg werden die Beizölle in Solling und Gerzen genannt, die herzogliche Hofmark Velden, die Rechte von Irl und Harpolden, der Zoll in Neumarkt/Rott mit den Beizöllen in Brodfurth und Hörbering, und auch der Zoll zu Ampfing.
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Daz ist der Zol ze Pibvrch mit allen seinen Rehtten (II. Urbar, – Jahr 1300).
Es waren drei von Peter Käser ausgesuchte kulturhistorische Sehenswürdigkeiten, die vom Vilsbiburger Heimatverein bei ihrer diesjährigen Heimatfahrt besucht wurden. Nach einer kurzen Fahrzeit wurde in Hölsbrunn die Wallfahrtskirche Maria vom Berge Karmel erreicht. Sichtlich überrascht waren die Teilnehmer von der herrlichen spätbarocken Ausstattung. Die Urpfarrei Gerzen schien zur Mitte des 18. Jahrhunderts in ihrer Ausdehnung als viel zu groß. Da sich in Johannesbrunn kein geeigneter Platz für einen Pfarrhof fand, wurde in Hölsbrunn ein Grundstück erworben und der Pfarrhofbau bis 1737 fertig gestellt. Am 8. Juni 1739 wurde die Pfarrei Hölsbrunn errichtet. Der erste Pfarrer Conrad Auer (1739-1761) ging sofort daran, das Gotteshaus vom Neumarkter Baumeister Silvester Mayrhofer von 1745 bis 1748 zu erweitern. Dann wurde die Kirche mit einer sehenswerten Ausstattung im Stil des Spätbarocks durch den Vilsbiburger Bildhauer Johann Paul Wagner ausgestattet. 1899 kam das Deckengemälde. Die neugotische „Skapulier-Muttergottes“ Maria vom Berge Karmel schmückt den Hochaltar. Auf beiden Seiten des Gnadenbildes stehen die gut gearbeiteten Bildhauerarbeiten des Heiligen Joachim und Josef. Die Statuen der Bischöfe Nikolaus und Wolfgang stehen an den Seitenwänden. Die beiden Seitenaltäre erhielten 1931 vom Landshuter Kunstmaler Franz Högner ein Herz Mariä- und Herz Jesu-Gemälde. Hans Denk verstand es sehr gut, „Unsere Kirche vom Berge Karmel“ kurzweilig vorzustellen. Die Kirche in Hölsbrunn ist eine alte Marien-Wallfahrt „zu Unserer Lieben Frau von Hölsbrunn“ mit zwei Mirakelbüchern, in denen von 1645-1745, und 1749-1794 tausende Gebetserhörungen eingetragen wurden. Pfarrer Auer gründete eine Marien-Skapulier-Bruderschaft. Noch heute wird das Skapulierfest am 16. Juli festlich begangen.
Als nächstes Ziel wurde nach einer Kaffeepause in der Waldschänke von Hinterwimm das Schloß Hellsberg, hoch über der Rott, kurz vor Massing angefahren. Früher war es ein gefragter Adelssitz mit Ökonomie, Jäger- und Amtmannhaus. Heute ist der mächtige Kasten die Wohnung eines Ehepaares, die ihr erworbenes Lebenswerk mit viel Aufwand und Liebe erhalten. Eine Wappendarstellung und Inschrift an der Fassade berichten vom adeligen Besitz, der 1520 durch Erasmus von Trennbeckh neu erbaut wurde. Die Schlosskapelle aus dem 14. Jahrhundert ist dem heiligen Michael geweiht. Nicht weit von Hellsberg entfernt war auch schon das dritte Ziel, die Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung in Anzenberg bei Massing. Hinter der schlichten Fassade würde man nie diese Fülle an sakraler Kunst vermuten. Der „Oberbauer“ und Mesner Josef Hirl stellte in einer lockeren Führung den Besuchern ein „Juwel des Rottals“ vor. Bereits im 14. Jahrhundert gab es eine Marienkapelle in Anzenberg, als Überbleibsel eines ehemaligen Adelssitzes. Um 1500 konnte ein Kircheneubau errichtet werden. Im Zeitalter des Hochbarock wurde die Wallfahrtskirche 1733 erweitert und durch eine Unterbrechung in Folge des Österreichischen Erbfolgekrieges mit einer neuen Ausstattung versehen. Prunkstück der Kirche ist der viersäulige Hochaltar von Wenzeslaus Jorhan. Die Madonna im Hochaltar ist ein spätgotisches Werk das dem Hans-Leinberger-Umkreis zugeordnet wird. Der Innenraum der Kirche überrascht durch die reiche und qualitätvolle Ausstattung. Josef Hirl beendete seinen Vortrag mit einem selbstverfassten Mundartgedicht über den Besuch Mariens bei Elisabeth. Zufrieden, mit vielen geschichtlichen Eindrücken aus der näheren Heimat versehen, ging es nach dem Abendessen im Massinger Rupertuskeller, wieder der Heimat zu.
Peter Käser (09.2017)
Innenansicht der Pfarrkirche HölsbrunnInnenansicht der Pfarrkirche Hölsbrunn– Die Besuchergruppe des Heimatvereins Vilsbiburg, vor dem Hochaltar der Pfarrkirche ?Maria vom Berge Karmel? in Hölsbrunn.Hellsberg: Kupferstich des Michael Wening 1710Südansicht des Schlosses HellsbergWappen der Trennbeckh/Egger an der Hauswand mit Inschrift, aus dem Jahr 1520Der „Oberbauer“ und Mesner von Anzenberg Josef Hilr, bei der Erklärung „seiner Kirche – Mariä Heimsuchung“.
Auf der Suche nach einem Ritterharnisch, der die Ansprüche einer neuen Ritterära bei einer der nächsten Landshuter Fürstenhochzeiten erfüllt, könnte der Harnisch des 1523 verstorbenen Ritters Bernhard von Seyboltstorff interessant sein.
Die hochwertige Steinmetzarbeit lässt auf dem Grabmal in der Pfarrkirche von Seyboldsdorf den herzoglichen Pfleger und Landshuter Rat im Harnisch, Visierhelm, Schwert und Rennfahne erscheinen; die geharnischten Beinröhren enden in Kuhmäuler-Eisenschuhen.
Der Stein birgt nicht nur den Ritter in Lebenddarstellung, sondern neben den Ehewappen auch die Wappen der adeligen Ahnen.
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