Heimatmuseum Vilsbiburg   ∙   Kröninger Hafnermuseum

Sie sind hier: Home / Archiv / Sonstiges / Ordnung muß sein 

06/07/21

Ordnung muß sein, Inventarisierung beim Heimatverein

ORDNUNG  MUSS  SEIN!

 

Mund- und Nasenschutz, Plastik mit Stoff, 21. Jahrhundert. Pfeilspitzen, Bronze, ca.2500 v.Chr. Eine Schaufensterpuppe, Hartplastik, 1960er Jahre. Ein Kinderspielset „Fang den Hut“, Karton, 50er Jahre. Drei Stempelkästen mit verschiedenen großen Holzlettern inkl. Zusatzzeichen, 1950er/1960er Jahre      ... ... ...

Was haben all diese Dinge gemeinsam?

Sie alle – und noch viel mehr sind Schenkungen bzw. Leihgaben allein des letzten Jahres für das Heimatmuseum Vilsbiburg.

Im Verlauf der vergangenen mehr als 100 Jahre seit der Gründung des Heimatmuseums wurden dem Museum viele, viele Dinge überlassen:

Prähistorische Fundstücke, Töpferwaren, Handwerkszeug, Grableuchten, Werbeartikel, Alltagsgegenstände wie Lampen, Besteck und und und ...

Im Lauf der Jahre hat sich das Sammel-und Ausstellungsinteresse gewandelt. Waren es zu Beginn noch eher die „klassischen“ Exponate, wie prähistorische Skelettteile oder steinzeitliche Fundstücke aus der Region, so sammelte das Museum zunehmend Dinge, die das Leben, Arbeiten, Feiern oder die Freizeit in der Umgebung zeigen, die Auskunft darüber geben können, wie das, was uns heute umgibt, geworden ist. „Museal“ sind insofern Krüge, Teller und Schüsseln aus dem Kröning, aber eben auch z.B. eine Schaufensterpuppe aus einem früheren Modehaus in Vilsbiburg oder Stempelkästen für Schaufensterdekorateure, die für Werbevorlieben, ästhetische Ideale, Schaufenstergestaltung und Präsentationsmittel früherer Jahrzehnte stehen.

 

Das Heimatmuseum freut sich daher und ist dankbar, aus der Bevölkerung, von Institutionen und aus der Wirtschaft dermaßen unterstützt zu werden, nur so kann es seinem Auftrag und seinem Selbstverständnis gerecht werden:

 

Zeigen, was in unserer Region war, zeigen, was sich verändert hat, um zu zeigen, was wird.

 

Aus diesen reichhaltigen Überlassungen ergeben sich aber auch Herausforderungen und Verpflichtungen, die nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen sind.

 

Recht naheliegend ist das Platzproblem. Wohin mit all den Gaben und Schenkungen?

Der Platz für die vielen möglichen Exponate ist mehr als begrenzt, Vieles kann nicht sofort oder gar auf Dauer ausgestellt werden, man benötigt Lager-und Depotraum. Zwar wurde das Museum in den letzten Jahrzehnten immer wieder erweitert, Depotflächen kamen hinzu, die Anforderungen an Ausstellungs- und Lagerraum aber wuchsen stets schneller. Momentan besteht die Hoffnung, die ehemaligen Räume des „Papiertiger“ samt des Lagers ausbauen und nutzen zu können. doch noch ist das Zukunftsmusik.

 

Von den meisten nicht wahrgenommen aber wird die Tatsache, dass all die Zugänge, Schenkungen und Leihgaben säuberlich vermerkt, zeitlich eingeordnet, nummeriert und beschriftet werden müssen. Sie müssen fotografiert werden, registriert und dann säuberlich verwahrt, so dass sie bei Bedarf, wie z.B. bei der Vorbereitung einer Ausstellung zielsicher gefunden werden können. Es muss „inventarisiert“ werden, d.h., einer übersichtlichen, festgelegter Ordnung folgen, die es erlaubt, zu jeder Zeit jedes Stück der Sammlung zuordnen und wiederfinden zu können.

Zwar leben wir heute im digitalen Zeitalter und Vieles ist dadurch leichter geworden, trotzdem muss beim Inventarisieren von Sammelstücken sozusagen „doppelte Buchführung“ betrieben werden. So wird handschriftlich seit der Gründung des Museums ein Inventarverzeichnis geführt, in dem jedes Stück mit Nummer, Beschreibung und Angaben zur Herkunft aufgelistet wird. Dann werden mit einem mehrstufigen Spezialverfahren die Exponate beschriftet, anschließend fotografiert und inzwischen schließlich digital abgespeichert – ein langwieriger Vorgang, der neben vielen anderen Arbeiten im und fürs Museum anfällt und der kein Ende kennt.

Das Heimatmuseum ist in vielerlei Hinsicht auch so etwas wie ein „Gedächtnis der Region“ und will die vielfältigen Aspekte und Veränderungen zeigen, die das Leben hier im Vilstal prägen und auszeichnen. Damit dies gelingen kann, ist es notwendig, sorgfältig zu klassifi-

zieren, zu inventarisieren und schließlich jedes Exponat so zu verwahren, dass es schnell wiedergefunden werden kann, wenn es benötigt wird.

„Ordnung muss also sein!“, auch und gerade, wenn man es nicht sofort sieht ...

Suchen

© Heimatverein Vilsbiburg e.V.  | Kontakt  | AGB  | Datenschutz  | Impressum
fetish-time.org gayshow.uk
comicsnake.com