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Heimatmuseum Vilsbiburg   ∙   Kröninger Hafnermuseum

Unterwegs im Schwarzen Viertel

Am letzten Sonntag fand die für dieses Jahr letzte der beliebten Stadtführungen statt, veranstaltet vom Heimatverein Vilsbiburg und unter Leitung von Lambert Grasmann.

 

Wie bisher sämtliche Führungen in diesem Jahr, so war auch diese letzte des Jahres mit dem Thema „Geschichte der Oberen Stadt“ unter Leitung des ehemaligen Museumsleiters und Kreisheimatpflegers Lambert Grasmann sehr gut besucht. Coronabedingt war die Gesamtzahl der TeilnehmerInnen auf 24 begrenzt, gekommen wären aber sicher noch mehr.

So versammelte sich an diesem sonnigen, warmen Herbsttag im Spitalgarten in Vilsbiburg eine gemischte Gruppe von Interessierten, manche, wie sich später herausstellt „alte“ Vilsbiburger, nicht wenige aber auch Neubürger oder Anwohner von Nachbargemeinden.

Alle waren angelockt vom Interesse an der wechselvollen Geschichte Vilsbiburgs und seiner Bewohner – und vom guten Ruf des Heimatmuseums.

 

Ausgangspunkt der kleinen Stadtwanderung war der Spitalgarten, gleich hinter dem Stadttor gelegen. Bevor die Führung begann, löste Grasmann gleich das Rätsel der Bezeichnung „Schwarzes Viertel“, mit dem die Obere Stadt historisch belegt ist. Es gibt keine politischen, ästhetischen oder gar moralischen Gründe, der Name geht vielmehr zurück auf den großen Brand von 1744, dem mehr als ein Drittel der Häuser der Oberen Stadt zum Opfer fielen und deren verkohlte Überreste dem Quartier den Namen gaben.

 

Die Brandgefahr war allgegenwärtig

 

Brände waren in allen Städten eine stets drohende Gefahr, so auch in Vilsbiburg. Die engen Gassen, die vorwiegend im Holzblockbau errichteten Gebäude sowie die vielen offenen Feuer in den Haushalten und in den Werkstätten führten immer wieder zu verheerenden Bränden, wie auch z.B. 1366, als viele Häuser, aber auch städtische Urkunden ein Raub der Flammen wurden. So wichtig und allgegenwärtig war die Bedrohung für die Stadt, dass Neubürger zur Erlangung des Bürgerrechts jeweils einen ledernen Feuerlöscheimer beisteuern sollten. Auch mussten zwischen den Häusern schmale Verbindungsgänge freigehalten werden, in denen Feuerhaken und Feuerlöschmaterial gelagert wurde, um Bränden rasch zu begegnen. Diese Gänge sind heute vermauert, aber zwischen vielen Gebäuden in der Oberen Stadt noch vorhanden.

 

Die Obere Stadt, ein Handwerkerquartier

 

Wo viele Handwerker lebten und arbeiteten, war die Brandgefahr besonders groß. Deshalb wollte man sie auch nicht so gerne innerhalb der Stadtmauern haben. Sie siedelten sich deshalb, wie auch in Vilsbiburg, außerhalb an, wo die Gefahr für die Stadt geringer schien. So gab es einen Huf-und Waffenschmied in der heutigen Frontenhausener Straße 34, dessen Werkstatt das gesamte Erdgeschoss einnahm, einen Schmied im späteren Café Konrad, Seifensieder in den rückwärtigen Gebäuden des Hauses Nr. 22, einen Bäcker Haslinger im Haus Nr. 9 oder eine Wachszieherei und die Likörfabrik  eines Franz Xaver Vogt, die später zu einem wunderbaren Jugendstil-Cafe (Café Konrad) umgestaltet wurde. Wie gut und wirkungsvoll der hier hergestellte „Konradiner“ war, ein originär Vilsbiburger Schnaps, wusste auch der sonst so beschlagenen Lambert Grasmann nicht genau zu sagen.

All diese Werkstätten und Fabriken, daneben noch Brauereien, Hafnereien, ein Zinngießer in Haus Nr. 3 und andere nutzten für ihre Produktion offene Feuer. Der Urban-Stadl neben dem Aschenbrenner-Anwesen brannte noch 1901 bis auf die Grundmauern nieder – da half es auch nicht, dass sich einige Häuser weiter, neben dem alten Spital, der heutigen Hausnummer 9 das Feuerwehrgerätehaus befand.

 

Nur was man kennt, schätzt man

 

Zu all diesen Häusern gibt es die entsprechenden Hausgeschichten, Anekdoten und Familiengeschichten, die sich auf anschauliche Weise zur Geschichte der Stadt verdichten.

Viele weitere dieser Geschichten wüsste Lambert Grasmann noch zu erzählen, aber die gut anderthalb Stunden der Führung vergehen eh schon wie im Flug. Manche der BesucherInnen erinnern sich auch noch an den einen oder anderen Laden, die veränderten Fassaden mancher Gebäude oder an Menschen, die in diesen Häusern lebten und arbeiteten. So ergab sich ein kurzweiliger, informativer Sonntagnachmittag, der vielleicht dem einen oder der anderen Lust gemacht hat, auch das Heimatmuseum wieder zu besuchen. Nicht Weniges an Mobiliar, Inventar und Geschichten der Häuser in der Oberen Stadt sind hier zu entdecken, viele Veränderungen der Stadt lassen sich so nachvollziehen und beurteilen.

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