Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 12. September 2021

Vilsbiburg erkunden in kulinarischen Stadtrundgängen

Angelehnt an das Thema der aktuellen Sonderausstellung „Mahlzeit!“ begibt sich der Heimatverein mit seinen Gästen auf Spurensuche der historischen Orte des Markttreibens, des ehrlichen Handwerks, der Lebensmittelnahversorgung oder auch der Gastronomie. Mit kleinen Kostproben „historischer“ Lebensmittel werden alle Sinne angesprochen.

In halbstündlich startenden Rundgängen zwischen 10.00 und 16.00 Uhr können je 15 Gäste teilnehmen. Insgesamt wird es acht Führungen geben. Erwachsene zahlen 5,00 Euro pro Person. Kinder bis 14 Jahren kommen kostenlos mit, müssen aber angemeldet werden. Im Spitalgarten laden Getränke und Kuchen zum Verweilen ein. Das Museum ist von 10.00 bis 16.00 Uhr durchgehend geöffnet.

Die Anmeldung für die Rundgänge geschieht bei unserem Vereinsmitglied Martin Weber: Telefon 08741/9679934… oder per E-Mail – info@museum-vilsbiburg.de. Es kann ein Wunschzeitraum angegeben werden, der dann bestätigt wird. Alle Gäste müssen sich mit einem Kontaktformular oder der Luca-App registrieren. Im Fall steigender Inzidenzzahlen (über 50) wird die 3-G-Regel zur Geltung kommen und alle Gäste müssen ein Zertifikat vorweisen.

Nähere Informationen und aktuelle Regeln und die geltenden Hygienekonzepte für die Veranstaltung werden demnächst hier auf unserer Website oder in der Presse veröffentlicht.

Das Angebot wurde sehr gut angenommen, wie die Bilder zeigen. Die Führungen erfolgten in 4 Gruppen nach Anmeldung ,um den Vorschriften wegen der Gesundheitsvopsorge zu genügen.

 
 
 

Velden im Spannungsfeld der Seßhaftmachung.
Die Einwanderung und Seßhaftmachung der ersten Siedler und Bauern dürfte an der oberen Vils vor etwa 7.500 Jahren geschehen sein. Ein Schuhleistenkeil wird dem Zeitfenster der Linearbandkeramik ca. 5.500 – 4.900 v. Chr. zugeordnet; Silex-Feuersteinabschläge der Zeitepoche des Neolithikums ca. 5.000 – 2.000 v. Chr.
Einige hundert Meter nördlich des Marktes Velden an der Vils wurden bei Hofbruck diese Funde gemacht. Nicht uninteressant sind römische Funde: Keramik und eine Münze, bei der Burglochschanze bei Haideck, nördlich von Velden.
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Es ist ein illusionsreiches farbenprächtiges Deckengemälde, das die spätbarocke Wallfahrtskirche auf „dem Herrnberg“ bei Binabiburg zu einem Studium einlädt. Viele Einzelheiten erschließen sich dem Betrachter. Über einem „nicht gefallenen“ Vorgängergemälde entstand 1769 das in den nassen Putz hinein gearbeitetes Gemälde – ein Fresko. Keine Signatur verrät den Freskanten. Und dennoch konnte anhand von Stilvergleichen der Maler erkannt werden. Es war der Eggenfeldener Maler und Freskant Anton Scheitler. Zwei Gesichter hat er sich vorzüglich im Gewölbe reserviert. Das des Gemälde-Auftragsgebers, der damalige Pfarrers und das Gesicht des Malers selbst.
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Das Jahr 2021 steht als Gedenkjahr für 1700 Jahre Juden in Deutschland.

Der Anteil an Juden war in der Stadtgründungszeit sehr bedeutend, sie trugen zur wirtschaftlichen Dynamik bei, siedelten in den Städten. Kaiser Ludwig der Bayer verjagt im Jahr 1314 die Juden aus seinem Land. Sie fanden jedoch bald Mittel und Wege, dahin wieder zurückzukehren. Im Jahr 1337 brach eine allgemeine, von Deggendorf ausgehende und über ganz Bayern und Österreich verbreitende Verfolgung aus. 1338 wurden Juden auch in Landshut, Massing, Vilsbiburg, Neumarkt St. Veit und Velden getötet.

In einer Urkunde vom 19. August 1337, mit der derzeit frühesten Nennung der Pfarrei Vilsbiburg, werden

auch die Juden in der Stadt Vilsbiburg genannt. Der Regensburger Bischofs Nikolaus droht der Vilsbiburger Bürgerschaft und dem Pfarrer mit dem Kirchenbann, wenn sie nicht die Juden ausliefern, die sich in der Stadt befinden, und sich angeblich eines Vergehens schuldig gemacht haben.

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Das Münchner Tor, auch Judentor genannt, um 1870, Stadtarchiv Landshut

Das Jahr 2021 steht als Gedenkjahr für 1700 Jahre Juden in Deutschland.
Josef Kirmeier schreibt in seiner Untersuchung über die Geschichte der Juden in Landshut, dass die Forschung dazu fast ausschließlich aus christlichen Quellen überliefert war. Vor allem Verordnungen der niederbayerischen Herzöge und rechtliche Niederlegungen der Landshuter Bürgerschaft dokumentieren das Verhalten der christlichen Mehrheit gegen die jüdische Minderheit in der Stadt.
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Herrschaftsorganisationen im Bereich Velden
Herzogshof – Königshof – Hochstift Regensburg, Bischofsherrschaft

Eine Freisinger Traditionsaufschreibung vom 13. September 773 nennt erstmals das „confinium Feldin“ als früheste Verwaltungs- und Herrschaftseinheit für Velden an der Vils.
Velden war unter dem Bayernherzog Tassilo III. ein alter agilolfingischer Herzogshof, dann ab 788 unter dem Frankenkönig Karl dem Großen ein karolingisches Königsgut.
Am 12. August 903 schenkt König Ludwig das Kind den königlichen Hof „curtis Feldin“ zu Velden an der Vils … der Uelda genannt wird, den seine Mutter Oda von ihrem Gatten Kaiser Arnulf erhalten hatte, an den Regensburger Bischof und an das Kloster Sankt Emmeram.
Peter Käser
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Es ist eine adelige Familienbeschreibung, die sich auf dem großen Grabmal finden lässt:
Jud, Salzinger, Breitenbach, Egckher, Siegertshofer, Puecher, Neuhauser, Hundt, Röckhl.
Aber auch ihre Besitzungen gibt die Nachforschung gekannt: Bruckberg, Pfettrach, Greilsberg, Egglkofen, Kapfing, Schönberg, Attenhausen, – Landshut.
Die Veronika Jud/Breitenbach war eine geborene Salzinger von Greilsberg bei Ergoldsbach. In erster Ehe heiratete sie Christoph Jud zu Bruckberg, der 1551 verstorben war. Ihre zweite Ehe galt dem Fürstlich Bayerischen Rat in Landshut Wilhelm von Breitenbach. Er stiftet seiner 1570 verstorbenen Gattin, ein schönes, gut gearbeitetes Grabmal, außen an der Presbyterium-Ostseite der Landshuter St. Martinskirche.
Peter Käser
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Die großen Erwartungen des Einsiedlers Jakob Bernhard Matzinger, bei der Kirche in Kleinvelden vor 175 Jahren eine Eremitenklause mit Kirchlein zu errichten, hatten sich schnell zerworfen. Vieles war schon 1845 geplant und durchdacht. Genehmigungen wurden eingeholt und der Veldener Metzgermeister Sedlmayer hatte auch schon einen Grund für eine Klause mit Kapelle zur Verfügung gestellt. Dennoch war das ganze Vorhaben schnell im Sande verlaufen. Der Eremit Matzinger hatte nichts Angespartes, und er hatte kein Geld um seinen Traum von einer Klause mit Kirchlein umzusetzen.
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Das Jahr 1973 ist mit den Aktivitäten der Veldener Bürger in die
Geschichte eingegangen.
Archivamtsrat a. D. Hans Weindl hat mit vielen Autoren eine wertvolle Festschrift herausgebracht.
Dr. Erich Stahleder erläutert im ersten Beitrag »1200 Jahre Velden«, die Historie von der derzeit frühesten Nennung in einer Niederschrift des Hochstiftes Freising am 13. September 773, bis „in unsere Tage“.

Bericht bearbeitet:
Peter Käser, 02.2021
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