Tag des offenen Denkmals auf Maria Hilf in Vilsbiburg am 11.09. 2016

Informationen über die Sanierung der Türme von Maria Hilf beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag den 11. September 2016.

Das Schlagwort „Gemeinsam Denkmale erhalten“ bringt es auf den Punkt, dass die beiden Türme der Bergkirche dank gemeinsamer Anstrengungen, seit dem Frühjahr 2016 restauriert werden können. Entsprechend stellte der Heimatverein Vilsbiburg die Turm-Sanierung in den Mittelpunkt des Denkmaltages. Wallfahrtsdirektor Pater Peter Berger begrüßte die Interessierten in der gut besetzten Bergkirche. Der Heimatforscher Peter Käser gab einen Einblick in die Baugeschichte des Gotteshauses. Die Architektin der Restaurierung Claudia Geilersdorfer aus Vilsbiburg, gab in einem reich bebilderten Power Point Vortrag einen Überblick über den Verlauf der Sanierungsarbeiten.

Peter Käser

 

Hier der Link zum Power Point Vortrag der Architektin.

Die Ursprünge einer Wallfahrt

 

Von Locarno am Lago Maggiore ist vor 1678 der Kaminfeger Donatus Barnabas Orelli über Mähren nach Bayern ausgewandert – es war die Angst vor den Osmanen, welche dann 1683 vor Wien besiegt waren. Und er wollte, in Erinnerung an die Heimat und der Madonna del Sasso auf dem Sacro Monte, der hilfreichen Mutter Maria in Vilsbiburg ein Denkmal setzen – was ihm auch gelungen ist.

 

Am 27. Mai 1686 ist die Grundsteinlegung zu einer Feldkapelle auf dem von Birken umgebenen Berg beim „Bauern am Haus“.

 

Die Stifterfamilie Orelli sieht sich zeitlebens in der Verantwortung. Sie erneuern, bauen um und renovieren. Mit der Verbundenheit zu Maria der immerwährenden Hilfe, haben sich die Orellis in ihrer neuen Heimat Vilsbiburg ein Denkmal gesetzt.

Peter Käser

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Vom Entstehen, Vergehen und Verändern von Hausnamen und

sprachsoziologische Deutungsansätze

– Am Beispiel der Hofmark Rothenwörth

(heute Gemeinde Bodenkirchen, Landkreis Landshut, Pfarrei Binabiburg)

 

 Der Aufsatz behandelt die Hausnamen in Dorf und Hofmark Rothenwörth und deren Tradierung oder Aufgabe im Spiegel vorhandener historischer Quellen zwischen den Jahren 1482 und 1910. Im ersten Teil wird deren Konstanz oder Variation dokumentiert, im zweiten Teil erfolgt eine sprachsoziologische Interpretation dieser Verhältnisse vor dem Hintergrund der Frage, welche Hausnamen sich veränderten, welche konstant blieben und ob Gründe dafür erschließbar sind.

 

Dr. Peter Kaspar

 

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Mitten im I. Weltkrieg erbittet der bayerische König Ludwig III.
von Papst Benedikt XV. das Marienfest »Patrona Bavariae«

Hoch über der Vilsbiburger Stadt erhebt sich die Wallfahrtskirche Maria Hilf. Auf der Stirn-Sichtseite grüßt das farbige Mosaik Mutter Maria, der Schutzfrau Bayerns auf die Besucher herab.
Mitten in den Wirren des I. Weltkrieges bat der Bayerische König Ludwig III. den Heiligen Stuhl, Maria zur Schutzpatronin Bayerns zu erklären und ein bayerisches Marienfest zuzulassen. Für das Jahr 1916 wurde dieses auch schon aus Rom bestätigt, aber dann 1917 auf den Sonntag nach Christi Himmelfahrt gelegt, bis 1970 der Tag der „Schutzfrau Bayerns“ auf das heute gebräuchliche Datum des 1. Mai geändert wurde.

So wird am Sonntag, den 20. Mai 1917 „… das Fest der Mutter Gottes als Patrona Bavariae (Schutzfrau Bayerns) zum ersten Mal festlich begangen“.
Der Katholische Frauenverein, Zweigverein Vilsbiburg feiert das Fest »Patrona Bavariae« 1917, am Tag der Schutzherrin der Frauen, in einer Kriegswallfahrt mit den auswärtigen Zweigvereinen Landshut, Eching und Vilsheim-Gundihausen, in der Vilsbiburger Pfarrkirche und der Wallfahrtskirche Maria Hilf.
Peter Käser
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Vorsitzender Peter Barteit eröffnet die Vernissage.
Vorsitzender Peter Barteit eröffnet die Vernissage.
Unter den Ehrengästen befindet sich auch der stellvertretende Landrat Rudolf Lehrner und Zweiter Bürgermeister Johann Sarcher (1. Reihe von links).
Unter den Ehrengästen befindet sich auch der stellvertretende Landrat Rudolf Lehrner und Zweiter Bürgermeister Johann Sarcher (1. Reihe von links).
Peter Barteit gibt einen Überblick auf die politische Lage in der Zeit vor dem I. Weltkrieg.
Peter Barteit gibt einen Überblick auf die politische Lage in der Zeit vor dem I. Weltkrieg.
Museumsleiter Lambert Grasmann stellt das Konzept der Sonderausstellung vor.
Museumsleiter Lambert Grasmann stellt das Konzept der Sonderausstellung vor.
Zahlreiche Zuhörer folgen aufmerksam den Vorträgen.
Zahlreiche Zuhörer folgen aufmerksam den Vorträgen.
Peter Käser, der Autor der Vilsbiburger Museumsschrift Nr. 18, stellt das umfangreiche Begleitbuch vor.
Peter Käser, der Autor der Vilsbiburger Museumsschrift Nr. 18, stellt das umfangreiche Begleitbuch vor.
Stellvertretender Landrat Rudolf Lehner würdigt in seinem Grußwort die Arbeit des Heimatvereins.
Stellvertretender Landrat Rudolf Lehner würdigt in seinem Grußwort die Arbeit des Heimatvereins.
Als Ausdruck der guten Verbundenheit erhält der Verteter des Landkreises das erste Exemplar der neuen Museumsschrift.
Als Ausdruck der guten Verbundenheit erhält der Verteter des Landkreises das erste Exemplar der neuen Museumsschrift.
Zweiter Bürgermeister Johann Sarcher weist auf die vielfältigen Forschungsprojekte des Heimatvereins hin. Diese waren auch die Grundlage der Städtepartnerschaft mit Buja in Italien.
Zweiter Bürgermeister Johann Sarcher weist auf die vielfältigen Forschungsprojekte des Heimatvereins hin. Diese waren auch die Grundlage der Städtepartnerschaft mit Buja in Italien.
Im Anschluss an die Vorträge verschaffen sich die Besucher einen ersten Eindruck von der Sonderausstellung.
Im Anschluss an die Vorträge verschaffen sich die Besucher einen ersten Eindruck von der Sonderausstellung.

Nur mit Lourdes und Fatima vergleichbar – Gründe für die Dynamik in der katholischen Welt  
Der Passauer Domdekan und Bischofsadministrator Marquard von Schwendi, kann die Einweihung der von ihm mit viel Engagement geförderten Maria Hilf-Kirche auf dem Schulerberg oberhalb der Dreiflüssestadt im Jahr 1627 noch mitfeiern. Bevor er sieben Jahre später stirbt, erlebt er auch noch, wie der Strom der Wallfahrer in geradezu unglaublicher Weise anschwillt. Gleichzeit wächst die Verehrung des auf Lucas Cranach d. Ä. zurückgehenden Gnadenbildes über Passau hinaus in atemberaubender Weise in eine europaweite Dimension hinein. Die fromme Herzensangelegenheit eines Domherrn aus der Provinz entwickelt sich innerhalb von zwei bis drei Generationen zu einem Anliegen des gesamten katholischen Abendlandes. Eine vergleichbare Dynamik im Bereich des Wallfahrtswesens ist in späteren Jahrhunderten nur im Zusammenhang mit Lourdes und Fatima zu beobachten.

Die Hintergründe der Durchschlagskraft der Maria Hilf-Verehrung verlangen nach einer Erklärung. Sie fällt in eine Phase, in der sich die Marienverehrung ganz allgemein in eine bislang ungekannten Intensität steigert. Begünstigt wird dies durch den Zeitgeist der Gegenreformation. Die Seelsorger dieser Epoche betonen mehr und mehr die von Martin Luthers Reformation überwunden geglaubte altkirchliche Frömmigkeit. Unabhängig davon hat sich bereits im 15. und 16. Jahrhundert die Verehrung von  Gnadenbildern gegen den vorher herrschenden Reliqienkult durchgesetzt. Erst damit ist die Voraussetzung für marianische Gnadenstätten geschaffen.
Die Kapuziner als Sachwalter
 Zu den entschiedensten Verfechtern des neuen Frömmigkeitsstils gehören die damals neuen Orden, allen voran die Jesuiten und die Kapuziner. Insbesondere die letztere Kongregation, die auch lange Zeit in Vilsbiburg wirkt, ist für die anschwellende Maria Hilf-Verehrung von größter Bedeutung. Freiherr von Schwendi holt diesen Orden im Jahr 1614 gegen mancherlei Widerstände nach Passau und überträgt ihm die seelsorgerliche Betreuung der noch jungen Wallfahrt. Von dort aus übernehmen auch die umliegenden Kapuzinerklöster in Bayern und Österreich das Gnadenbild und reichen es weiter zu allen kapuzinischen Niederlassungen. Nicht zuletzt durch die Förderung von Kurfürst  Maximilian I. von Bayern und der Kaisergattin Anna von Österreich gelingt es den Kapuzinern im Lauf des 17. Jahrhunderts, eine große Zahl neuer Klöster zu gründen. Synchron mit dem Aufblühen des Ordens verbreitet sich der Maria Hilf-Kult in den süddeutschen und  österreichischen Landen.

Weitere Faktoren kommen hinzu, um die rasche Aufnahme des neuen Marienbildes in den katholischen Bevölkerungskreisen zu begünstigen. Das 17. Jahrhundert muss als eine besonders barbarische Zeit bezeichnet werden. Mehr als 20 bewaffnete Auseinandersetzungen plagen insbesondere die unbeteiligte Zivilbevölkerung diesen Jahren in Europa. Trauriger Höhepunkt ist der Dreißigjährige Krieg, der in den Jahren von 1618 – 1648 ganz Landstriche verwüstet und entvölkert. Kaum bringt der Westfälische Friede eine kurze Atempause, droht in den frühen 1670er Jahren durch den Vormarsch der Osmanen aus Südosten neue Gefahr. In die legendären Schlacht am Kahlenberg vor Wien ziehen sich die kaiserlichen Truppen im Jahr 1683 mit dem Stoßgebet „Maria hilf“.
Immer dann, wenn die Menschen aus den vertrauten Bahnen ihres Alltages hinausgeworfen werden, sind sie geneigt, ihre Hilfsbedürftigkeit höheren Mächten anzuvertrauen. Das Auftauchen des Passauer Gnadenbildes fällt in eine Zeit, in der ein großer Teil der Bevölkerung ganz real um ihren Besitz, Leib und Leben fürchten muss. „Schlechte Zeiten für die Menschen sind gute Zeiten für die Wallfahrtsorte“, lautet ein geflügeltes Wort und so bilden sich innerhalb kurzer Zeit mehr als 500 Pilgerstätten, an denen das auf Lucas Cranach zurückgehende Gnadenbild größte Verehrung erfährt.

Mit dem Schlachtruf „Maria hilf“ vertreiben am 12. September 1683 am Kahlenberg bei Wien Truppen aus Polen, Sachsen, Bayern und Österreich die osmanischen Belagerer. (Bild: Wikimedia)
Einer der populärsten Kapuziner in Vilsbiburg war Pater Olaf Becht, hier in seinem letzten Lebensjahr. (Foto: Archiv Heimatmuseum Vilsbiburg)

52. Bischof (1612-1618) des Bistums Freising

Nach dem Tode des Freisinger Bischofs und Herzog Ernst (1566-1612), gewann Stephan von Seyboltstorff 1612 die Wahl zum Freisinger Bischof gegen den Wittelsbacher Aspiranten Fürst Ferdinand

Gegen den Willen Herzog Maximilians von Bayern wählte das Freisinger Domkapitel aus seinen Reihen im Jahr 1612 Stephan von Seyboltstorff zum Bischof. Stephan entstammte einem verzweigten bayerischen Adelsgeschlecht, dessen Stammsitz in Seyboldsdorf bei Vilsbiburg (LK Landshut) war. Er verlieh seiner Familienlinie, den Seyboltstorffern zu Schenkenau, die Erbküchenmeisterwürde des Hochstiftes Freising und besetzte die Hofämter meist mit Verwandten.
Eine neue Reformepoche brach mit Bischof Stephan an. Als frommer und tugendhafter Oberhirte bemühte er sich in den wenigen Jahren seiner Regierung um die Durchführung tridentinischer Reformen.

Bischof Stephan starb noch nicht vierzigjährig am 18. Januar 1618 und wurde im Freisinger Dom beim Altar des hl. Justinus bestattet.

Peter Käser
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Am baulichen Wahrzeichen der Stadt Vilsbiburg, der Maria Hilf Wallfahrtskirche mit seiner markanten Doppelturmfassade auf der südöstlichen Anhöhe, beginnen demnächst die Sanierungsarbeiten an den Türmen. Geplant ist der Abschluss der substanzerhaltenden Arbeiten noch in diesem Jahr.    

Die Marienwallfahrt begann im Jahr 1686 mit der Errichtung einer Kapelle und entwickelte sich bereits 1702 zu dem barocken, einschiffigen Kirchenbau von Domenicus Zucalli, der uns in der Darstellung des Weningstiches überliefert ist. Im Zuge einer regen und kontinuierlichen Bautätigkeit wurden in mehreren Erweiterungen die Seitenschiffe und eine Rundapsis geschaffen. Die Errichtung der beiden Türme in den Jahren 1880 und 1885 prägt bis heute das markante Erscheinungsbild der dreischiffigen Maria Hilf Basilika mit seiner Doppelturmgestaltung. Städtebaulich bemerkenswert erscheint die Orientierung des Kirchenbaus mit seiner Hauptfassade hin zum historischen Zentrum Vilsbiburgs (ungewöhnliche Südost-Ausrichtung der Apsis). Zugleich stellt die Wallfahrtskirche einen baulichen Schwerpunkt dar, der am höchsten Punkt der städtischen Bebauung weit in die umliegende Landschaft wirkt.

Umfangreiche Befunduntersuchungen zur geplanten Außenrenovierung der Kirchentürme brachten den schlechten baulichen Zustand der Bausubstanz zu Tage. Im Zuge mehrerer Ortstermine mit den beteiligten Fachstellen, wie Diözesanbauamt, Landesamt für Denkmalpflege, Untere Denkmalschutzbehörde und Kreisheimatpfleger legte man eine Befunduntersuchung der Turm-Bestandsoberflächen und eine Archivforschung fest. Zudem wurde eine Laboruntersuchung mit Analyse der vorhandenen Farbschichten an den Türmen und Kirchenschiffen ausgeführt. Auch die Untere Naturschutzbehörde wurde als Fachstelle mit einbezogen und es erfolgten Ortsbegehungen hinsichtlich Fledermaus- und Vogelschutz mit Experten des Landratsamtes und dem Bund Naturschutz. 

Die Voruntersuchung der Stahl-Glockenstühle mit einem Statiker, dem zuständigen Glockenspezialisten und einem Zimmerer wurde anhand einer Läuteprobe mit allen Glocken durchgeführt und lieferte Erkenntnisse zum Zustand der Turmeinbauten und des Glockenstuhls. Fachleute überprüften den Bestand der Elektro- und Blitzschutzanlagen. Schließlich erbrachten mehrere Begehungen der Turmhelme mit Statikern, einem Zimmerer und einem Fachmann für Spenglerarbeiten sowie die gründliche Voruntersuchung der historischen Turmdachstühle mittels Bohrwiderstandsmessungen durch ein Ingenieurbüro ein konkretes Schadensbild der Türme. Anhand der Ergebnisse der umfassenden Voruntersuchung konnte für die Bergkirche ein Sanierungskonzept entwickelt werden. 

Nachdem im Zuge der Renovierungsmaßnahmen der letzten Jahrzehnte an den Türmen weitgehend nur kleinere Reparaturen durchgeführt wurden, soll nun eine grundlegende Sanierung die historische Bausubstanz des Denkmals erhalten.

Aufgrund von Undichtigkeiten an den bestehenden Kupferblecheindeckungen sind an den hölzernen Dachschalungen und den historischen Dachstuhlkonstruktionen umfangreiche Schäden festzustellen. An den aus den 1880er Jahren stammenden, bauzeitlichen Dacheindeckungen der Turmhelme in traditioneller Bauweise mit Doppelfalzausbildung wurden zahlreiche Risse an Quer-, Längs- und Gratfalzen festgestellt. Eindringende Feuchtigkeit durch diese Rissbildungen, undichte alte Reparaturstellen sowie aufgrund konstruktionsbedingter Kapillarwirkung an bestehenden Längs- und Gratfalzen zerstörte im Laufe der Zeit die Dachschalung mit ihren Befestigungsmitteln und drang weiter in die hölzerne Dachkonstruktion der Turmhelme ein. Die durchgeführte Bohrwiderstandsmessung an den bestehenden Hölzern zeigte eine umfangreiche Schädigung der Fußpunkte an beiden Dachkonstruktionen. Dies ist zum einen auf die eindringende Feuchtigkeit aus der Dacheindeckung zurückzuführen. Zum anderen bilden aber auch konstruktionsbedingte Schwächen der Turmhelmausbildung die Ursachen für die Holzschäden: So sind z.B. Sparrenfußpunkte und Zerrbalkenköpfe ummauert und wurden deshalb im Laufe der Zeit anfällig für Feuchteschäden.

Es ist unbedingt notwendig, eine neue, dichte Dacheindeckung herzustellen. Die Ausführung des neuen Kupferdaches orientiert sich am Erscheinungsbild der bestehenden Konstruktion: Eine Querbanddeckung von Grat zu Grat mit vertikalen Blindfälzen wird als Spiegeldeckung verlegt. Die Grate werden als Winkelfalze ausgebildet, der obere Turmhelmanschluss an die bestehenden Turmkreuze erneuert. Die alten, handwerklich aufwendig gestalteten Wasserspeier (in Vogelkopfform am Südwestturm und in Blattornamentik am Nordostturm) sollen nach Möglichkeit an den neuen Turmdächern wieder ihre Verwendung finden, ebenso wie die beiden Turmaufsätze. Die vergoldeten Turmkreuze auf Schaft und Kugel werden nach einer bestandssichernden Restaurierung wieder den krönenden Abschluss der Turmhelme bilden.

Zuvor ist es notwendig, in einzelnen Abschnitten die schadhaften Turmeindeckungen und die Dachschalung zu entfernen, um die geschädigten Fußpunkte an den historischen Holzdachstühlen reparieren zu können. Dabei ist es wichtig, die statisch notwendigen, kraftschlüssigen Verbindungen der einzelnen Holzbauteile und eine stabile Sogverankerung der Turmhelme wieder herzustellen. Geschädigte Holzabschnitte werden ersetzt, fehlende Verstrebungen oder geschwächte Querschnitte vom Zimmerer überarbeitet. Auch an einzelnen Sparrenköpfen und am Kaiserstiel der Turmhelmspitzen wurden Schäden festgestellt, wo ebenfalls statisch notwendige Reparaturen vorgenommen werden müssen. Abschließend bringt die Zimmererfirma eine neue Dachschalung auf, bevor der Spengler die Turmhelme mit einer neuen Kupferblecheindeckung versieht.

Die Turmoberflächen sind derzeit stark abgewittert und müssen saniert werden, um größere Schäden an der Bausubstanz zu vermeiden. Hierzu ist vorgesehen, die Wandoberflächen zu reinigen, Putzschäden und Risse auszubessern und anschließend ein neues Farbsystem aufzutragen. Die Türme sollen eine monochrome Farbfassung nach bauhistorischem Befund erhalten. Auch im Bereich der Kirchenschiffe erfolgt ein neuer Anstrich nach Empfehlungen des Denkmalamtes. An den Türmen sollen die, im Zuge der Fassadenveränderungen in den 1960er Jahren, zugemauerten Fenster wieder geöffnet werden. Jeder Turm erhält an drei Seiten je ein zweiflügeliges Rundbogenfenster sowie ein darunterliegendes, einflügeliges Fenster mit Quersprossen in handwerklicher Holzausführung nach historischem Vorbild.

Bereits im Mai soll mit den Gerüstarbeiten an den beiden Türmen der Bergkirche begonnen werden. Die zuständigen Stellen der Diözese Regensburg erteilten der Wallfahrtskirchenstiftung Maria Hilf vor kurzem „Grünes Licht“ für den Baubeginn. Nachdem die notwendigen Sanierungsmaßnahmen für unsere Wallfahrtskirche hohe Kosten verursachen, freut sich die Kirchenstiftung über den Erhalt von großen und kleinen Spenden und möchte sich für bereits eingegangene Zuwendungen herzlichst bedanken.

Claudia Geilersdorfer

Gespendet werden kann auf Konten der Sparkasse und der VR-Bank Vilsbiburg:

VR-Bank Vilsbiburg: IBAN: DE45 7439 2300 0100 2169 92;  BIC: GENODEF1 VBV   Sparkasse Landshut: IBAN: DE30 7435 0000 0020 6617 46; BIC: BYLADEM1 LAH

Verwendungszweck: „Bürger helfen Maria Hilf“

Helfen auch Sie mit, die Türme unserer Wallfahrtskirche zu erhalten!                 

Das Luftbild verdeutlicht die städtebauliche Ausrichtung der Wallfahrtskirche zum historischen Stadtzentrum Vilsbiburgs (Foto Klaus Leidorf)
Ansicht der Maria Hilf Wallfahrtskirche mit den beiden quadratischen Türmen mit Giebeln und Spitzhelmen sowie der Rundapsis von Süden (Foto Klaus Leidorf)
Undichte Falzverbindungen, provisorische Reparaturarbeiten, zahlreiche Rissebildungen und Einschusslöcher an den bestehenden Kupferblechen machen eine neue Dacheindeckung notwendig. Wie das historische Vorbild wird die neue Eindeckung wieder als Spiegeldeckung ausgeführt.
Die bestehenden Wasserspeier (Bild zeigt die Ausführung mit Vogelkopfform am Südwestturm) sollen nach Möglichkeit wieder verwendet werden.
Blick in den bestehenden Turmdachstuhl im Bereich der Giebelebene. Die durchgeführten Bohrwiderstandsmessungen an den bestehenden Hölzern zeigten eine umfangreiche Schädigung der Fußpunkte (Mauerlatte, Zerrbalkenköpfe, Sparren und Fußrähm) auf. Diese Holzbauteile an den historischen Dachstühlen werden im Zuge der Sanierung zimmermannsmäßig und nach statischen Vorgaben repariert.
In den 1960er Jahren wurden die ziegelsichtigen Turmfassaden verputzt und die Fenster zugemauert. Diese werden heuer im Zuge der Sanierung wieder geöffnet und erhalten Holzfenster nach historischem Vorbild.
: Die abgewitterten Turmoberflächen werden gereinigt, Putzschäden und Risse ausgebessert und ein neues Farbsystem aufgetragen. Auch die Giebelgesimse werden überarbeitet. Die Turmhelme erhalten eine neue Kupferblecheindeckung mit Spiegeldeckung)

in den Jahren 1903 bis 1915

Vier Altäre waren in der kleinen Kirche, die Kanzel stand an der linken Wand im Kirchenschiff. Die gräfliche Herrschaft ging durch die ehemalige Sakristei zu ihren Plätzen – den beiden Chorstühlen im Presbyterium. Eine Erweiterung der Pfarrkirche Seyboldsdorf erschien zu Beginn des 20. Jahrhunderts als ein dringendes Bedürfnis. Freilich waren die Vorschriften am Bau zu dieser Zeit noch ganz andere. Man brauchte kein Gerüst, ging in einer Schwindel erregenden Höhe von Brett zu Brett, den Abbruchhammer in den Händen. Die Firmen kamen alle aus der näheren Umgebung.
Die Seyboldsdorfer Kirche wurde verlängert, der Chor, das Presbyterium und das Gewölbe des Langhauses musste eingerissen werden. Mitte April 1903 wurde mit den Arbeiten begonnen und am Nikolaustag den 6.12. wurde wieder die erste Messe gehalten. In den darauf folgenden Jahren wurde der Innenraum mit den Altären restauriert.
Nach den Umbauarbeiten weihte der Regensburger Bischof Dr. Antonius von Henle am Samstag den 6. Juli 1912 die Seyboldsdorfer Kirche Johannes der Täufer.

Peter Käser

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