Im Verzeichnis Registrum subsidii charitativi, einer Steuerabgabe an den Regensburger Bischof vom Jahr 1326, (vor 700 Jahren) wird die Pfarrei Vilsbiburg genannt. Die Pfarrei macht eine Abgabe von sieben Schillinge an den Bischof; 1350 gibt die Pfarrei 12 Schilling. Eine Regensburger Bischofsurkunde vom 19. August 1337 nennt den Vilsbiburger Pfarrer, – die Pfarrei und die Juden in der Stadt.

Die Stadtanlage an der Vils war eine genau geplante und befestigte Wittelsbacher Ansiedlung. Dazu gehörte auch eine Kirche innerhalb der befestigten Stadt. Den frühesten Hinweis auf einen Pfarrer in Vilsbiburg bringt eine Urkunde des Klosters Raitenhaslach. In der Urkunde vom 1. März 1322 erscheinen der Pfarrer zu Pyburch Seifrit Smautzhauser, daneben auch seine Pfarrgesellen mit Namen Hartmann und Seifrid und der Bürger Ernreich de Vilspiburch.

Fünf Jahre Nachforschungen vom Heimatkundler und Autor Peter Käser zur Geschichte von Kirche, Pfarrei und der Stadt Vilsbiburg, geben im Buch „Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt Vilsbiburg“ einen umfassenden Blick von der frühesten Nennung von „pipurch“ von 990/1000, bis zum Jahr 2006.

Peter Käser

Geschichte genießen in Vilsbiburg am Sonntag, den 7. Juni um 14.00 Uhr

Unter Leitung von Andrea Hauer, langjährige Mitarbeiterin beim Heimatverein, startet am 7. Juni um 14 Uhr die beliebte „kulinarische Stadtführung“.

An ausgewählten Stationen wird Andrea Hauer Geschichte und Geschichten der Stadt den Interessierten näherbringen, „garniert“ mit jeweils passenden kulinarischen Kostproben bei ehemaligen Handwerksbetrieben, Kramer- und Metzgerläden oder Brauhäusern. Schon immer lieferte das, was gegessen wurde, auch Hinweise darauf, wie man lebte. So ist diese Führung eine andere, durchaus vergnüglich- sinnliche Annäherung an die Geschichte der Stadt.

Die Tour startet um 14.00 Uhr im Spitalgarten hinter dem Heimatmuseum, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahmegebühr von 6 Euro wird vor Ort entrichtet.

Überprüfung und Beurteilungen zur frühen

Vilsbiburger Stadtgeschichte.

Die archäologischen Grabungen in der Stadt Vilsbiburg brachten für die Historie einige neue Ansatzpunkte, aber auch Unsicherheit in der Interpretation der Archäologen, über das im Historischen Atlas von Bayern, Vilsbiburg, (HAB) vom Autor Dr. Georg Schwarz Geschriebene.

Wenn Falsches abgeschrieben wird, so wird es nicht besser. Man hätte das Geschriebene einer Untersuchung zuführen müssen – was aber nicht geschehen ist.

Bei der hier von G. Schwarz genannten Anmerkung im HAB unter der Anmerkung Nr. 13 und hier der Hinweis auf das Salzburger Urkundenbuch SUB I 846 nr. 143c, erscheinen der Salzburger Bischof und die Thematik des Vilsbiburger Zollknechts, und dem Wechsel der Zensualität vom Salzburger Bischof zum bayerischen Herzog nicht!

  • – In der hier genannten Urkunde SUB I 846 nr. 143c handelt es sich um die Traditionen des Klosters Michaelbeuern (ca. 1230-1257), und nicht um den Übergang und den Zoll, den der Salzburger Bischof in/bei Biburg hatte.
  • Peter Käser

Am Dienstag, dem 24. März 2026, findet die Mitgliederversammlung des Heimatvereins Vilsbiburg statt. Sie beginnt um 19 Uhr in der Kolping-Gaststätte.

An den offiziellen Teil mit Berichten über die Vereinsarbeit, die Kassenrevision sowie das geplante Jahresprogramm und eventuelle Wünsche bzw. Anträge an die Vorstandschaft schließt sich ein Vortrag von Daniel Baumgartner aus Neumarkt an.

Dr. Daniel Baumgartner ist als Geschichtskoordinator für den Landkreis Mühldorf ein ausgewiesener Fachmann für unsere Region und bietet in seinem Vortrag interessante Einblicke in die jahrhundertealten, nicht immer spannungsfreien Beziehungen zwischen dem Markt Vilsbiburg und der Benediktiner-Abtei Neumarkt-St.Veit.

Daniel Baumgartner referiert über die Beziehung des Klosters St. Veit mit der Vilsbiburger Kirche

12.03.2026 19:00 Vortragssaal der VHS Vilsbiburg

Vortrag des Kreisarchäologen zu den neuen Forschungsergebnissen über die Gründung Vilsbiburgs

Am 12. März hält der Kreisarchäologe Thomas Richter auf Einladung des Heimatvereins Vilsbiburg in den Räumen der VHS einen Vortrag zur Stadtgründung Vilsbiburgs. Dabei wird er neue Grabungsergebnisse vorstellen, die belegen, dass die Stadt wohl deutlich früher gegründet wurde als bisher angenommen.

Nicht immer ist es schicklich sein Gegenüber nach dem Alter zu fragen, vor allem, wenn es sich um eine durchaus betagte Dame handelt. Im Fall der Stadt Vilsbiburg ist das aber gänzlich anders, hier war die Frage stets erlaubt, da keine verlässliche Stadtgründungsurkunde existiert. So war man bei der Datierung auf indirekte Quellen angewiesen und nahm an, die Anfänge der Stadt Vilsbiburg lägen in der Mitte des 13. Jahrhunderts, zwischen 1260 und 1270.

Neueste Grabungen zeigen nun aber, dass schon 1211 eine Stadtbefestigung existierte, die Stadt also deutlich älter sein muss und ihre Gründung schon vor dieser Zeit angesetzt werden kann.

Der Archäologe erläutert in seinem etwa einstündigen Vortrag mit Hilfe von Plänen und Abbildungen die Grabungen im Stadtzentrum und die daraus gewonnenen neuen Daten.

Fragen nach dem Alter sind in diesem Fall also ausdrücklich erlaubt.

Die Veranstaltung findet im Vortragssaal der VHS Vilsbiburg statt, sie beginnt um 19 Uhr und ist kostenfrei.

Spannung pur – auf der Suche nach Ohm, Volt und Ampère

Workshop für Familien zur Elektrizität im Rahmen der Sonderausstellung „Licht an!“ im Heimatmuseum Vilsbiburg

Vilsbiburg. (rjo) An zwei Samstagen, und zwar am 11.4. und 2.5.2026, findet im Museum jeweils ab 14.00 Uhr ein ca. einstündiger Workshop zum Thema „Elektrizität“ statt. Familien mit ihren Kindern, aber auch interessierte Erwachsene begeben sich dabei mit der Pädagogin Hannelore Sirtl und dem Stromexperten Georg Lechner auf die Suche nach den Geheimnissen dieser Energie, die unser Alltag heute so bestimmt.

Wie funktioniert eigentlich eine Glühbirne? Welche Stoffe leiten den elektrischen Strom? Und wie war das mit den Stromkreisen?

Gegen alle Widerstände sollen Glühlämpchen leuchten und Haare zu Berge stehen – oder eben nicht… Welche Möglichkeiten, aber auch Gefahren die Elektrizität birgt und wie sie sinnvoll und sparsam eingesetzt werden kann, all das soll hier spielerisch erfahrbar werden.

Die Besucher und Besucherinnen werden angeleitet zu schauen, zu staunen und an verschiedenen Stationen selbst zu experimentieren.

Anschließend besteht die Möglichkeit, die Sonderausstellung zu besichtigen und sich von Georg Lechner kundig erklären zu lassen, wie das war mit der Entwicklung der Stromversorgung in unserer Region.

Die Teilnahmegebühr und der Eintritt ins Museum betragen zusammen 4 Euro.

Das Museum mit der Sonderausstellung ist darüber hinaus zu den üblichen Zeiten, Mi 14-16 Uhr, So 10-12 Uhr, geöffnet. An jedem ersten Wochenende im Monat kann das Museum auch samstags und sonntags von 14-16 Uhr besucht werden.

Kein Stein bleibt auf dem anderen. Das Heimatmuseum bekommt einen Anbau

Bilder  vom 2026-03-07

Bilder  vom 2026-03-07

Beitrag in der Vilsbiburger Zeitung vom 2026-02-22

Bilder  vom 2026-02-22

Bilder  vom 2026-02-11

Bilder  vom 2026-02-07

Neue Erkenntnisse zur Stadtgründung von Vilsbiburg

Archäologische Ausgrabungen im Stadtkern von Vilsbiburg belegen, dass die Stadt deutlich früher gegründet wurde als bislang angenommen. Nach den neuesten Forschungsergebnissen erfolgte die Stadtgründung nicht erst um 1260 – 1270, sondern bereits im Jahrzehnt nach 1200. Eine bei der Grabung 2025 entdeckte Stadtbefestigung entstand schon vor 1211 und wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrfach ausgebaut und verstärkt.

Anlass für die großflächigen archäologischen Untersuchungen waren die Planungen der Stadt Vilsbiburg, auf dem Großparkplatz Färberanger ein Mehrzweckgebäude und eine Brauerei zu errichten. Die Ausgrabungen wurden in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres im Auftrag der Stadt Vilsbiburg von der Kreisarchäologie Landshut durchgeführt.

Dabei legten die Archäologen im Herzen der mittelalterlichen Stadt die Fundamente einer bis zu 1,50 Meter breiten Stadtmauer aus Backstein frei. Ihr waren zwei massive Gräben vorgelagert. Die Stadtmauer durchzog das gesamte Grabungsareal und war als sogenannte Zweischalenmauer errichtet: An den Außenseiten bestanden die Mauerschalen aus sorgfältig gesetzten Ziegelreihen, während das Mauerinnere ausschließlich aus zerbrochenen Ziegeln bestand, die mosaikartig zusammengefügt verlegt worden waren.

Parallel zur Mauer verliefen die zwei Befestigungsgräben, die jeweils sieben bis acht Meter breit und bis zu drei Meter tief ab dem heutigen Geländeniveau waren. Sedimentablagerungen auf den Grabensohlen belegen, dass beide Gräben einst bis zu 1,60 Meter hoch Wasser führten. Sie waren vermutlich mit der Vils verbunden.

Am Rand des inneren Grabens, direkt zur Stadtmauer hin, konnten zudem die Reste einer hölzernen Palisade nachgewiesen werden.

Um Entstehung und Bedeutung dieser Wehranlage für die Stadtgeschichte von Vilsbiburg genauer zu bestimmen, wurden im Auftrag der Kreisarchäologie organische Materialien aus beiden Gräben sowie aus Befunden anderen Grabungen, die in den vergangenen zwei Jahrzehnte innerhalb der Stadt stattgefunden hatten, untersucht und verglichen. Die Analysen erfolgten mittels Radiokohlenstoffdatierung (14C Datierung) in einem spezialisierten Labor.

Die Ergebnisse belegen, dass der innere Graben mit der zugehörigen Holzpalisade bereits vor dem Jahr 1211 als Stadtbefestigung angelegt wurde.

Dieser Befund widersprich der bisherigen Annahme, wonach die Wittelsbacher die Stadt Vilsbiburg erst in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, wohl um 1260 – 1270 gründeten. Da keine schriftlichen Überlieferungen zur eigentlichen Stadtgründung Vilsbiburgs existieren, galt dieser Zeitraum in der Forschung bisher als wahrscheinlicher Zeitpunkt der Stadtgründung.

Allgemein folgte im Zuge mittelalterlicher Stadtgründungen auf die Wahl des Standortes in der Regel die planmäßige Anlage und Parzellierung des Ortes. Für die neu gegründete Stadt Vilsbiburg bedeutete dies unter anderem die Anlage des breiten Straßenmarktes sowie die Festlegung der bis heute im Stadtplan erkennbaren hufeisenförmigen Stadtgestalt.

Ein zentrales Element jeder mittelalterlichen Stadtgründung waren die Befestigungsanlagen. Im 12. und 13. Jahrhundert bestanden diese üblicherweise aus einer Palisade, einem Wall und einem vorgelagerten Graben. Die Errichtung solcher Wehranlagen war ein aufwändiges Gemeinschaftsprojekt und lag in der Verantwortung des Herzogs als Stadtherrn.

Dass in Vilsbiburg bereits in den ersten beiden Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts ein Stadtgraben mit Holzpalisade bestand, ist ein klarer Beleg dafür, dass Planung und Parzellierung der Stadt zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen gewesen sein müssen.

Nur wenige Jahrzehnte später wurde die Befestigung der Stadt erheblich ausgebaut. Zwischen 1268 und 1323 errichteten die Vilsbiburger – wohl erneut auf Geheiß des Herzogs – die Stadtmauer aus Backstein. Ihre endgültige Gestalt erhielt die Befestigung des Ortes zu Beginn des 15. Jahrhunderts. In den Jahren 1420 – 1422 führte der Herzog von Bayern-Ingolstadt, Ludwig VII., Krieg gegen den Herzog von Bayern-Landshut, Heinrich XVI. den Reichen. Bereits ab 1418 verstärkten beide Seiten ihre Befestigungen. Die Datierungen aus dem äußeren Graben belegen, dass auch die Errichtung des zweiten wasserführenden Stadtgrabens von Vilsbiburg in diese Phase fällt.

Bereits im Jahr 2012 waren bei archäologischen Ausgrabungen nahe der Stadtpfarrkirche, die im Zuge der Renovierung des dortigen Kindergartens durchgeführt wurden, Hinweise auf eine ältere Siedlung entdeckt worden. Auf Grundlage neuer Datierungen lässt sich diese nun in das 11. bis 12. Jahrhundert einordnen.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Vils wurden in der Unteren Stadt bei Bauarbeiten ein verlandeter Altarm der Vils sowie eine Uferbefestigung freigelegt. Die 14C-Datierung der verbauten Hölzer zeigt, dass das Ufer zwischen 1271 und 1296 befestigt wurde. Weitere Untersuchungen in der Unteren Stadt belegen, dass eine dichtere Bebauung dieses Areals erst im 15. bis 16. Jahrhundert einsetzte.

Noch jünger sind die ältesten Baustrukturen, die bei zahlreichen Grabungen im Bereich der Oberen Stadt nachgewiesen werden konnten. Sie lassen sich frühestens an das Ende des 16. Jahrhunderts datieren.

Auf Grundlage dieser neuen Erkenntnisse ist es erstmals möglich, die Entwicklung der Stadt Vilsbiburg in vier großen Phasen nachzuzeichnen:

1.Phase: Vor der Gründung

Im hohen Mittelalter, dem 11. und 12. Jahrhundert lag im Bereich der heutigen Pfarrkirche Vilsbiburgs eine Siedlung. Dabei dürfte es sich um das aus Urkunden bekannte Dorf „Biburg“ handeln.

2.Phase: Die Stadtgründung

Die Wittelsbacher planten ihre Stadt auf der grünen Wiese. Die erste Befestigung Vilsbiburgs mit Graben und Palisade wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts, genauer vor dem Jahr 1211 angelegt. Die Gründung der Stadt muss also in den ersten beiden Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts erfolgt sein.

Erst zwischen 1271 und 1296 sah man es als notwendig an, das südliche Ufer der Vils zu befestigen. Das dahinterliegende Land blieb noch unbebaut.

3.Phase: Die erste Erweiterung

Im 15. und 16. Jahrhundert fassen wir die erste Erweiterung Vilsbiburgs: Am Südufer der Vils entsteht die Untere Stadt.

4.Phase: Die zweite Erweiterung

Auf diese erste Erweiterung folgte ab dem Ende des 16. Jh. eine zweite Erweiterung: die Obere Stadt.

Abb. 1

Rekonstruktionszeichnung von Vilsbiburg nach der Gründung Anfang des 13. Jahrhunderts. Die Stadtbefestigung besteht noch aus einem Graben und einer Palisade. Der Innenbereich der neu gegründeten Stadt ist noch locker bebaut. Die Kirche liegt außerhalb der Stadtneugründung im Bereich des alten Dorfes Biburg (Zeichnung A. Valenta, Landkreis Landshut).

Abb. 2


Die zwischen 1268 und 1323 errichtete Stadtmauer Vilsbiburgs im archäologischen Befund (Foto: Landratsamt Landshut, Th. Richter).

Abb. 3

Profilschnitt durch den inneren, älteren Wehrgraben der Stadt Vilsbiburg während der Ausgrabung (Foto: Th. Richter, Landkreis Landshut).

Abb. 4

Profilschnitt durch den äußere, jüngeren Wehrgraben der Stadt Vilsbiburg während der Ausgrabung (Foto: Th. Richter, Landkreis Landshut).

Abb. 5

Uraufnahme der Stadt Vilsbiburg aus dem Jahr 1813. Die im Text skizierten Phasen der Entwicklung Vilsbiburgs sind farblich gekennzeichnet (Th. Richter, Landkreis Landshut; Kartengrundlage: ©Bayerische Vermessungsverwaltung).

Abb. 6

Blick über die Grabungsfläche des Jahres 2025 im Stadtzentrum von Vilsbiburg (Th. Richter, Landkreis Landshut).